Archiv

Hier sind alle bisher durch uns veröffentlichten Meldungen abgelegt. Klicken Sie einfach auf den entsprechenden link und der zugehörige Text wird Ihnen angezeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues EU-Energielabel für Staubsauger

Potsdam, den 03.09.2014

Bisher waren Staubsauger ziemliche Energiefresser. Kaum ein Gerät verbraucht weniger als 2.000 Watt. Im Gegenteil- die meisten Geräte haben sogar eine noch  höhere Leistungsaufnahme. Dem schiebt die EU jetzt einen Riegel vor:  Auf Grundlage der Ökodesign-Richtlinie von 2009 dürfen Hersteller seit dem 01. September 2014 nur noch Geräte auf den Markt bringen, die höchstens 1.600 Watt verbrauchen. Die Saugleistung soll durch diese Einschränkung nicht beeinträchtigt werden, versichert die Stiftung Warentest. Im Zuge dieser Regelung ist auch ein neues EU-Energielabel für Staubsauger eingeführt worden (siehe Grafik). Dieses neue Label fasst viele, für den Verbraucher nützliche Informationen, auf einem Blick zusammen.

  • Energieeffizienzklasse: Die Klassen A bis G auf dem EU-Energielabel sorgen für einen schnellen Überblick über den jährlichen Energieverbrauch. Am sparsamsten sind Staubsauger der Energieeffizienzklasse A. Die Geräte der darunter liegenden Klassen verbrauchen im Schnitt jeweils 6 kWh mehr als ein Gerät der nächsthöheren Klasse.
  • Durchschnittlicher Verbrauch in Kilowattstunden pro Jahr: Als Berechnungsgrundlage für diesen Wert dient eine Beispielwohnung mitg 87 Quadratmetern Grundfläche, in der 50 mal im Jahr, also einmal pro Woche, Staub gesaugt wird. Dieser Wert soll Ihnen helfen, den tatsächlichen Stromverbrauch des Geräts in der praktischen Anwendung besser einschätzen zu können.
  • Lautstärke in Dezibel: Staubsauger verursachen eine Menge Lärm- wie viel Lärm genau, sagt Ihnen dieser Wert. Je nach Untergrund und eingestellter Leistung kann das Gerät im Einzelfall auch etwas lauter oder leiser sein. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Kühlschrank erreicht rund 50-, ein Fön rund 80 Dezibel.
  • Staub in der Ausblasluft: Jeder Staubsauger bläst einen Teil des aufgesaugten Staubs mit der Abluft wieder nach außen. Wie viel genau, dass können Sie an diesem Wert ablesen. Wichtig ist das beispielsweise für Hausstauballergiker. Bei Geräten der Klasse A müssen es weniger als 0,02 Prozent sein, bei der Geräten der Klasse B liegt der Wert zwischen 0,02 und 0,08 Prozent. In der schlechtesten Klasse (G), werden mehr als 1 Prozent des aufgesaugten Staubs wieder nach außen abgegeben.
  • Teppich-Reinigungsklasse: An der Teppichreinigungsklasse lässt sich ablesen, wie gut der Staubsauger einen Normteppich reinigt. Um in die Klasse A eingeordnet zu werden, muss ein Gerät mindestens 91 Prozent des Staubs aus dem Teppich aufsaugen. In den Darunter liegenden Klassen sinkt dieser Wert um jeweils 4 Prozent gegenüber der nächsthöheren Klasse (Klasse B: min. 87 Prozent, Klasse C: min. 83 Prozent, etc.)
  • Hartbodenreinigungsklasse: Die Hartbodenreinigungsklasse gibt an, wie gut der Staubsauger auf glattem Grund , also z.B. Laminat, Holzdielen, Linoleum oder Fliesen reinigt. Gemessen wird die Leistung bei maximaler Saugstufe auf einer Holzplatte, die mit einer diagonalen Ritze versehen ist. Ein effizienter Staubsauger der Leistungsklasse A sollte auf Hartböden mindestens 95 Prozent des Staubes aufsaugen können. Der Unetrschied zwischen den einzelnen Klassen liegt bei jeweils drei Prozentpunkten. 

 

 

KlimaAgentur zu Gast bei toom in Potsdam

Potsdam, den 10.09.2014

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde und fast jeder hat zumindest eine ungefähre Vorstellung davon, was es bedeutet: schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen und Umweltschutz. Was aber kann jeder Einzelne im Alltag, in den eigenen vier Wänden tun, um nachhaltiger zu Handeln? Um diese Frage drehte es sich auch, als die KlimaAgentur Potsdam am 09.08.2014 im toom-Baumarkt in der Großbeerenstraße zu Gast war.

Interessierte konnten sich dort, am Stand der KlimaAgentur, zahlreiche Tipps und Informationen zum Thema Energie- und Wasser sparen abholen und an einem kleinen Energiequiz teilnehmen. Hier galt es Fragen rund um das Thema Energieeffizienz richtig zu beantworten, zum Beispiel: Wie viel Prozent kann man bei den Energiekosten sparen, wenn man die Raumtemperatur um nur ein Grad senkt? Oder: Wie hoch sind die Stromkosten, die allein in Deutschland aus unnötigem Stand-by-Verbrauch entstehen? Die Antworten, nämlich 6 Prozent und 4 Milliarden Euro, verblüfften viele der Teilnehmer. Schon diese Beispiele zeigten deutlich, dass jeder einen kleinen Beitrag leisten kann, um unsere Ressourcen zu schonen und für zukünftige Generationen zu erhalten. In der Summe können diese vielen kleinen Beiträge schließlich eine große Wirkung entfalten.

Unter denen, die die Fragen des Energiequiz richtig beantwortet haben, verloste die KlimaAgentur zusammen mit dem toom-Baumarkt Potsdam, einen Einkaufsgutschein in Höhe von 150 Euro. Dem Gewinner, Herrn Peter Nadler, möchten wir an dieser Stelle unsere herzlichen Glückwünsche aussprechen! Auch allen anderen Teilnehmern möchten wir noch einmal für Ihr Interesse danken.

Aktueller Bericht zu Treibhausgasen veröffentlicht

Potsdam, den 16.09.2014

Vor mittlerweile 17 Jahren ist das sogenannte Kyoto-Protokoll verabschiedet worden, in dem sich unter anderem die Mitglieder der EU verpflichtet haben ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern. Mit dieser Verpflichtungserklärung sollte ein erster Schritt getan werden, dem voranschreitenden Klimawandel Einhalt zu gebieten.

Wie weit wir nach wie vor von diesem Ziel entfernt sind offenbart nun ein von der UNO veröffentlichter Bericht, demzufolge die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre nicht nur nicht zurückgegangen ist, sondern aktuell sogar einen Höchststand erreicht hat. Messungen haben ergeben, dass der Anteil von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Luft zwischen 2012 und 2013 so stark angestiegen ist wie seit 30 Jahren nicht mehr. Konkret bedeutet das, dass zum Beispiel die Werte von Kohlendioxid und Methan gegenwärtig um 142 Prozent, bzw. 253 Prozent höher liegen als noch vor etwa 260 Jahren, also zu Beginn der industriellen Revolution. Gründe für die aktuelle Zunahme sehen Experten unter anderem in der weiterhin wachsenden Weltwirtschaft und in der geringen Bereitschaft vieler Länder, wie zum Beispiel den USA oder Indien, ihre Emissionen einzuschränken.

Nun könnte man fragen, ob es überhaupt Sinn macht, dass wir in Deutschland die Energiewende vorantreiben und weiter versuchen unseren Kohlendioxidausstoß zu senken, wo all diese Bemühungen bisher doch anscheinend ohne Erfolg bleiben. Aber gerade die aktuellen Zahlen belegen, dass weitere Anstrengungen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig sind. Dies haben auch die Stadtwerke Potsdam erkannt und es sich zusammen mit der Landeshauptstadt Potsdam zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 (gegenüber dem Jahr 2005) um 20 Prozent zu senken. Zu diesem Zweck sind bereits viele, ehrgeizige Projekte auf den Weg gebracht worden. So wird beispielsweise das Heizkraftwerk Süd momentan um einen großen Fernwärmespeicher ergänzt, der es möglich machen soll, das ohnehin schon sehr effiziente Kraftwerk noch nachhaltiger zu betreiben. Doch auch jeder Potsdamer kann selbst einen individuellen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Schon ein bewusster Umgang mit der Energie, die wir täglich verbrauchen, kann große Auswirkungen haben. Ein gutes Beispiel hierfür sind die sogenannten Stand-by- oder Leerlaufverluste. So wird die Energie bezeichnet die ein Elektrogerät, wie zum Beispiel ein Fernseher oder ein Computer, verbraucht, obwohl es vermeintlich ausgeschaltet ist. Allein die in den deutschen Privathaushalten anfallenden Stand-by-Verluste belaufen sich im Schnitt auf etwa 20,4 TWh (Terrawattsunden) pro Jahr und verursachen Stromkosten von insgesamt etwa 4 Milliarden Euro. Würde es gelingen, derart unnötige Verluste zu minimieren, so könnten allein auf diese Weise jedes Jahr etwa 10 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Kleiner Aufwand – große Wirkung.

« zurück  

 

 

Energieausweise oftmals fehlerhaft

Potsdam, den 24.09.2014 

Die Energieeinsparverordnung (EnEv) ist seit vielen Jahren ein wichtiger Teil des Baurechts. Sie regelt die einzuhaltenden Mindestanforderungen für den baulichen Wärmeschutz und heizungstechnische Anlagen sowohl für Wohngebäude als auch für Nichtwohngebäude. Außerdem regelt sie die Ausstellung von Energieausweisen.

Knapp fünf Monate nach Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung (EnEv 2014), wurde nun durch die Verbraucherzentrale Brandenburg sowie den Deutschen Mieterbund Land Brandenburg bekannt gegeben, dass die Pflichtangaben zur Energieeffizienz in den Immobilienanzeigen häufig fehlen oder unvollständig sind. Besonders bei Anzeigen in Tageszeitungen fehlten bei rund 3/4 der Stichproben alle Angaben. In Onlineportalen ist der Schnitt zwar etwas besser, aber bei weitem nicht hervorragend. Private Anbieter bilden bei der Zuverlässigkeit das Schlusslicht. Gerade einmal 7 Prozent aller Anzeigen erfüllen die neuen Kriterien der Energieeinsparverordnung. Die Gründe für die fehlenden oder unvollständigen Angaben können sehr unterschiedlich sein. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass noch gar kein Energieausweis angefertigt wurde und somit nicht vorhanden ist, oder, dass bisher noch eine große Unwissenheit herrscht, welches Exemplar des Ausweises notwendig ist, ob nun einen Verbrauchsausweis oder ein Bedarfsausweis. In diesem Fall ist es ratsam, sich an einen Energieberater zu wenden. Die KlimaAgentur Potsdam steht Ihnen dabei gerne zur Seite. Auf unserer Webseite www.klimaagentur-potsdam.de finden Sie unter der Rubrik Experten-Rat zahlreiche Energieexperten, welche Sie bei der Erstellung von entsprechenden Energieausweisen unterstützen können.

Momentan folgen auf die fehlenden Angaben noch keine Strafen, was sich aber ab April 2015 ändern wird. Verkäufer, Vermieter und Verpächter von Immobilien, welche bis dahin keinen vollständigen oder gültigen Energieausweis vorzeigen können, müssen mit Bußgeldern von bis zu 15.000 Euro rechnen.

Einen großen Nutzen hat der Energieausweis besonders für die Verbraucher. Er dient beispielsweise zur ungefähren Abschätzung der Kosten, welche auf den neuen Nutzer des Wohnobjektes treffen werden. Genaue Rückschlüsse auf die tatsächlichen Energiekosten sind jedoch nicht möglich. Zu unterschiedlich sind Kosten, welche durch verschiedene Heizsysteme entstehen. Auch bezieht sich beispielsweise der Verbrauchsausweis auf die Gewohnheiten der vorherigen Nutzer in den vergangenen 3 Jahren. Die eigenen weichen davon in der Regel ab.

Wenn auch Sie derzeit auf dem Immobilienmarkt nach einem neuen Wohnobjekt Ausschau halten, sollten Sie bei Anzeigen unbedingt auf folgende Punkte achten: den Wert des Bedarfs beziehungsweise Verbrauchs, den wesentlichen Energieträger der Gebäudeheizung, das Baujahr des Objektes sowie die Energieeffizienzklasse.

Weitere Informationen zum Thema Energieausweis finden Sie auf unserer Webseite unter der Rubrik Beratung.

«zurück

 

 

Potsdam gewinnt Klimaschutzpreis

Potsdam, den 30.09.2014

Seit dem Jahr 2009 macht das Projekt ‘Gartenstadt Drewitz‘ von sich reden. Damals entstand der Plan, den Stadtteil durch umfassende Sanierungsmaßnahmen für alteingesessene und neue Bewohner attraktiver zu gestalten. Dazu sollte nicht nur der Gebäudebestand saniert und modernisiert, sondern der ganze Stadtteil grüner und klimafreundlicher werden. Um das Projekt auf den Weg zu bringen, arbeiteten Vertreter der Pro Potsdam, der Landeshauptstadt und der Stadtwerke Potsdam eng mit den Bewohnern vor Ort zusammen.

Mittlerweile hat sich in Drewitz einiges getan: Es sind inzwischen 600 Wohnungen energetisch und sozialverträglich saniert worden. Auch die öffentlichen Gebäude vor Ort wurden entsprechend modernisiert. Zudem es ist eine neue Stadtteilschule nebst dazugehörigem Begegnungszentrum entstanden und die ehemalige Hauptverkehrsstraße, die Konrad-Wolf-Allee, wurde zu einem Park für die großen und kleinen Drewitzer umgestaltet.

Das Leben in der Gartenstadt ist inzwischen nicht nur bunter und attraktiver, auch die Klimabilanz des Stadtteils hat sich deutlich verbessert. Dank der bisher durchgeführten energetischen Sanierungsmaßnahmen und über weitere Einzelprojekte werden, im Vergleich zu 2009, etwa 740 Tonnen CO2 jährlich eingespart. Durch weitere Projekte sollen es dann bis zum Jahr 2025 sogar bis zu 3.000 Tonnen CO2 (jährlich) werden.

Bemerkenswert ist, dass man all diese Verbesserungen ohne finanzielle Mehrbelastungen für die Mieter erreicht hat. Lediglich die Nettokaltmieten sind gestiegen. Da die modernisierten Gebäude aber deutlich weniger Heizenergie benötigen, sind die Warmmieten im Prinzip unverändert geblieben.

Das Bundesumweltministerium hat nun der Stadt Potsdam für das Projekt Gartenstadt Drewitz den Klimaschutzpreis 2014 verliehen. Oberbürgermeister Jann Jakobs konnte den Preis am vergangenen Donnerstag (25.09.2014) auf der 7. Kommunalkonferenz in Berlin entgegennehmen. Besonders gelobt wurde die enge Zusammenarbeit zwischen den an dem Projekt beteiligten Institutionen und den Bewohnern der Gartenstadt.

Die Potsdamer wollen sich auf diesem Erfolg jedoch nicht ausruhen und investieren die 30.000 Euro Preisgeld in den Ausbau des Fahrradverleihsystems Next Bike. Neue Stationen in Drewitz und anderen Stadtteilen sollen den Anteil des Fahrradverkehrs in Potsdam erhöhen. Dies wäre ein weiterer Schritt zu einer grüneren und klimafreundlicheren Stadt.

Die KlimaAgentur möchte allen Projektbeteiligten herzlich zu diesem tollen Erfolg gratulieren!

«zurück

 

 

Klimadialog in der URANIA

Potsdam, den 08.10.2014

 Am 14.10. lädt das Energie Forum Potsdam e.V. erneut zum Klimadialog in die URANIA in der Gutenbergstraße.

Der Fokus der Veranstaltung liegt diesmal auf dem Thema „Ökologische Stadtentwicklung in Potsdam“. Unsere Stadt wächst immer schneller. Bis zum Jahr 2030 werden, aktuellen Prognosen zufolge, circa 187.300 Menschen in der Landeshauptstadt wohnen. Ein Plus von fast 20 Prozent. Dies hat natürlich Konsequenzen für den Wohnungsmarkt, die Infrastruktur und die Umwelt. Schon jetzt ist es beispielsweise für viele Menschen sehr schwer eine passende Wohnung in Potsdam zu finden. Und was für ein Geduldsspiel es inzwischen geworden ist, im Berufsverkehr die Lange Brücke oder die Humboldtbrücke zu überqueren, davon kann jeder Potsdamer Autofahrer ein Lied singen. Natürlich wird auch die Umwelt durch diese Entwicklung in Mitleidenschaft gezogen. Mehr Einwohner bedeuten, neben einem höheren Verkehrsaufkommen, auch einen steigenden Energiebedarf sowie höhere Abfall- und Abwassermengen.

Mit Blick auf die ehrgeizigen Ziele der Landeshauptstadt und der Stadtwerke Potsdam, den hiesigen CO2 Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent zu senken (gegenüber dem Stand von 2005), ergeben sich hieraus große Herausforderungen für die Zukunft. Insgesamt liegt das momentane Einsparpotential bei circa 284.000 Tonnen CO2 pro Jahr, wobei der Großteil auf die Bereiche Energie und Gebäude (62 Prozent), Landschaftsplanung (19 Prozent) und Verkehr (15 Prozent) fällt. Durch welche Maßnahmen können wir nun diese Potentiale freisetzen? Wie können wir es als Stadt schaffen, ökologisch und nachhaltig zu wachsen? Welche Möglichkeiten gibt es energieeffizient und ressourcenschonend zu bauen? Was kann der ÖPNV zur Entlastung des Verkehrsaufkommens beitragen? Wie können wir die uns zur Verfügung stehenden Energiequellen noch effizienter nutzen und welche neuen Quellen können wir erschließen?

Als kompetenter Gesprächs- und Diskussionspartner wird der Beigeordnete Matthias Klipp zu Gast sein. Klipp ist seit September 2009 in der Stadtverwaltung für das Ressort Stadtentwicklung und Bauen zuständig. Jeder Potsdamer, der sich am Dialog beteiligen möchte, ist willkommen. Die Veranstaltung findet in der URANIA in der Gutenbergstraße 71/72 statt. Beiginn ist 18 Uhr und der Eintritt ist frei.

«zurück

 

 

Lernen mit Solarstrom

Potsdam, den 15.10.2014

Ohne die Sonne wäre ein Leben auf der Erde überhaupt nicht möglich. Jeden Tag, auch wenn dicke Wolken den Himmel bedecken, spendet sie unserem Planeten Licht und Wärme. Tatsächlich entspricht die Energiemenge, welche die Erdoberfläche jeden Tag von der Sonne erreicht, etwa dem fünftausendfachen des Energiebedarfs der gesamten Menschheit. Eine wirklich beeindruckende Zahl. Im Zuge der bundesweiten Energiewende wird deshalb, neben der Nutzung von Wind- und Wasserkraft, die Nutzung von Sonnenenergie vorangetrieben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Jeden Tag erhalten wir aus einer unerschöpflichen Quelle Unmengen an umweltfreundlicher Energie und das kostenlos und frei Haus. Wir müssen lediglich zugreifen und sie für uns nutzbar machen.

Genau das haben sich wohl auch die Schüler-innen und Lehrer-innen der Käthe-Kollwitz-Oberschule in Potsdam gedacht. Bereits im Jahre 2001 wurde an der Hofseite des Schuldaches eine neun Quadratmeter große Solaranlage (auch Photovoltaikanlage genannt) angebracht.

Die Schüler betreuen das Projekt selbst und setzen sich dadurch intensiv mit den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz auseinander. Für ihr Engagement wurde die Schule bereits mehrfach mit dem Klimapreis der Stadt ausgezeichnet. Neben den positiven Lerneffekten für die Schüler, erwirtschaftet die Anlage auch bares Geld. Der erzeugte Strom wird verkauft und direkt in das Netz der EWP eingespeist. Auf diese Weise konnten bisher etwa 6.500 Euro eingenommen werden. Ermutigt durch diesen Erfolg, hat die Schule dieses Geld nun in eine größere und leistungsstärkere Anlage investiert. Auf einer Fläche von 42 Quadratmetern sind auf dem Schuldach mittlerweile neue, modernere Solarzellen installiert worden. Dieses Plus an Leistung ermöglicht es, das Gebäude künftig größtenteils mit Solarstrom aus Eigenproduktion zu versorgen. Zusätzlich soll alles, was darüber hinaus gewonnen wird, wie bisher in das Stromnetz der Stadt fließen.

Die Schulleitung rechnet mit einem Anstieg der Einnahmen auf etwa 1.500 Euro pro Jahr. Geplant ist, mit diesem Geld weitere, spannende Projekte für die Schüler zu finanzieren.

«zurück

 

 

Sonnenstrom für Wasserwerk in Ferch

Potsdam, den 22.10.2014

Um dem Klimawandel und seinen Folgen entgegen treten zu können, müssen wir uns von den fossilen Energieträgern unabhängig machen. Neben Wind- und Wasserkraft zählt Strom aus Sonnenenergie zu den tragenden Säulen der Energiewende. Die Vorteile liegen auf der Hand. Mit der Sonne steht uns jederzeit eine unerschöpfliche und kostenlose Energiequelle zur Verfügung. Wir müssen lediglich lernen, sie für unsere Zwecke nutzbar zu machen. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Photovoltaik: Sonnenstrahlen werden mittels Solarzellen in elektrischen Strom umgewandelt, ohne dass dabei Abgase oder andere Emissionen entstehen würden.

Auch in Potsdam stellt Solarstrom eine ernstzunehmende Alternative zu den bisher genutzten, traditionellen Energieträgern (Gas, Öl) dar. Viele Potentiale sind hier jedoch momentan noch ungenutzt. Mit der Inbetriebnahme einer 61 Kilowatt Photovoltaikanlage (PV-Anlage), welche auf dem Dach des Wasserwerks in Ferch installiert wurde, geht die EWP nun mit gutem Beispiel voran. Seit Juli liefen die Montagearbeiten, die nun, in der vergangenen Woche, abgeschlossen werden konnten. Der erzeugte Strom soll größtenteils direkt im Wasserwerk verbraucht werden. Bis zu zehn Prozent des jährlichen Verbrauchs des Werks können so abgedeckt werden.

Die Anlage trägt zudem unmittelbar zum Klimaschutz bei. Die Landeshauptstadt Potsdam hat sich mit ihrem ‘Integriertem Klimaschutzkonzept‘ ambitionierte Ziele gesetzt. Bis zum Jahr 2020 sollen die Kohlendioxidemissionen, gegenüber dem Stand im Jahr 2005, um 20 Prozent gesenkt werden. Durch den in Ferch produzierten Solarstrom, werden jährlich rund 25 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Auch für den privaten Gebrauch kann eine Photovoltaikanlage eine interessante Option sein. Den mit einer solchen Anlage erzeugten Strom kann man entweder selbst verbrauchen oder gegen eine Vergütung in das öffentliche Netz einspeisen.

Für weitere Informationen zum Thema Photovoltaik klicken Sie bitte auf diesen Link.

«zurück

 

 

Thermografieaktion der Energie und Wasser Potsdam

Potsdam, den 03.11.2014

Die Tage werden immer kürzer und nachts wird es bereits empfindlich kalt. Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die Heizperiode. Viele Haushalte in Potsdam haben während dieser Zeit mit ähnlichen Problemen zu kämpfen: Trotz aufgedrehter Heizungen bleibt es in den Wohnungen oder Häusern kühl und ungemütlich. Schlecht schließende Fenster und Türen, sowie eine mangelhafte Gebäudedämmung können hierfür die Ursache sein. Diesen ‘Problemzonen‘ ist jedoch häufig nicht so einfach auf die Schliche zu kommen. Sind in zugigen Räumen undichte Fenster oder Türen meistens schnell als Übeltäter überführt, so sind Defizite in der Gebäudehülle schon schwerer aufzuspüren. Als Mittel der Wahl hat sich in solchen Fällen die sogenannte Thermografie bewährt.

Bei der Thermografie handelt es sich um ein Diagnoseverfahren, bei dem mittels einer empfindlichen Wärmebildkamera Aufnahmen im Infrarotbereich erstellt werden können. Als Infrarotstrahlung bezeichnet man die, für das menschliche Auge normalerweise nicht sichtbare, Wärmestrahlung. Thermografieaufnahmen machen diese Strahlung (in verschiedenen Farbtönen) sichtbar und liefern so ein exaktes Abbild der Temperaturverteilung auf Flächen oder Objekten.

Damit steht ein präzises Werkzeug zur Verfügung, um beispielsweise die dämmtechnische Qualität von Gebäudehüllen zuverlässig zu bestimmen, ohne dass diese in irgendeiner Form beschädigt werden müssten. Die komplette Überprüfung der energetischen Verfassung von Gebäuden ist auf diese Weise möglich.

Grundvoraussetzung für erfolgreiche Thermografieaufnahmen sind allerdings entsprechende Außentemperaturen. Diese sollten mindestens 15 Grad unterhalb der Innentemperatur des zu begutachtenden Objektes liegen. Darum sind solche Untersuchungen nur in der kalten Jahreszeit sinnvoll. Je höher das Gefälle zwischen der Temperatur im Gebäude und der Umgebungstemperatur, desto aussagekräftiger sind letztlich die Aufnahmen.

Im Rahmen der ‘Thermografie-Aktionswochen‘ bietet die EWP (Energie und Wasser Potsdam) nun all ihren Kunden ein günstiges Angebot. Zum Vorzugspreis von 140,- € (brutto) können Sie sich eine komplette Thermografie-Analyse Ihres Hauses erstellen lassen. Das Paket umfasst jeweils fünf Außen- und Innenaufnahmen .

Bei Interesse können Sie sich ab sofort und bis zum 31. Dezember anmelden.

Wenden Sie sich einfach an den Ansprechpartner und Koordinator für die Aktion, Andreas Stiller.

«zurück

 

 

Stadtwerke Geschäftsführer Wilfried Böhme am 18. November im Dialog in der URANIA

Potsdam, den 11. November 2014

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Schon heute sind erste Folgen, der durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung, sichtbar. So schmilzt beispielsweise das ewige Eis an den Polkappen immer weiter ab und Klimaextreme nehmen weltweit zu. Auch in Deutschland, und letztlich auch hier in Potsdam, sind die Auswirkungen bereits zu beobachten. Ausgeprägte Hitzeperioden in den Sommermonaten und überaus milde Winter werden immer mehr zur Regel. Nun könnte man meinen, ein wärmeres Klima ist an sich nichts Schlechtes. Aber dies sind nur die ersten Symptome eines sich stetig vergrößernden Problems. Klimaforscher gehen bis zum Jahr 2100 von einer stark ansteigenden Zahl extremer Wetterlagen aus. Hitzewellen, Starkniederschläge und schwere Stürme werden immer häufiger auftreten. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Natur, die Wirtschaft und den Menschen. Nach Prognosen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), könnte sich der volkswirtschaftliche Schaden aus den Folgen des Klimawandels allein in Deutschland bis zum Jahr 2100 auf etwa 3 Billionen Euro summieren.

Um dieser Entwicklung entgegen zu treten, wurden international zahlreiche klimapolitische Maßnahmen beschlossen. Eines der Hauptziele ist beispielsweise die deutliche Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO2). Um Erfolg zu haben müssen allerdings sehr viele Rädchen auf globaler, regionaler und kommunaler Ebene ineinander greifen.

Auch in der Landeshauptstadt Potsdam ist man sich der Probleme, Herausforderungen und der eigenen Verantwortung bewusst. Zusammen mit den Stadtwerken Potsdam hat man sich daher das sehr ambitionierte Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 zu reduzieren. Studien zu Folge beläuft sich das gesamte Einsparpotential auf 284.000 Tonnen CO2, wobei circa 156.000 Tonnen allein auf die Energie und Wasser Potsdam (EWP) entfallen. Diese Potentiale abzuschöpfen stellt eine große technische und finanzielle Herausforderung dar. So wird beispielsweise das HKW-Süd momentan um einen Fernwärmespeicher ergänzt. Ein solcher Speicher ermöglicht es, das Kraftwerk noch effizienter zu betreiben und jährlich etwa 10.600 Tonnen CO2 zu sparen. Weitere Investitionen betreffen unter anderem den Bau eines nachhaltigen Holzhackschnitzel-Heizkraftwerks (HHKW), die Verdichtung des Fernwärmenetzes, den weiteren Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und die intensivere Nutzung von Sonnenenergie mittels Photovoltaikanlagen.

Am 18. November lädt die URANIA in der Gutenbergstraße 71-72 zu einem Dialog mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke, Wilfried Böhme, ein. Interessierte Potsdamerinnen und Potsdamer können sich dort ein Bild von der Klimaschutzstrategie der Landeshauptstadt machen und mit Herrn Böhme über Vorteile und Nachteile der Maßnahmen diskutieren. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und der Eintritt ist frei.

«zurück

 

 

Potsdam setzt auf Elektromobilität

Potsdam, den 19. November 2014 

Das Auto und das Fahrrad sind, nach Erhebungen des statistischen Bundesamts, die am häufigsten genutzten Verkehrsmittel in Deutschland. Das ist soweit nichts Neues. Der eigene Pkw ist von jeher des Deutschen liebstes Kind und in fast jedem Haushalt findet sich zudem mindestens ein Fahrrad. Die Technik, welche diesen beiden Klassikern zu Grunde liegt, hat sich jedoch in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. So gehören beispielsweise Hybridfahrzeuge, also Fahrzeuge mit einem ‘Mischantrieb‘ aus Elektro- und Verbrennungsmotor, inzwischen ganz selbstverständlich zum Straßenbild. Auch reine Elektrofahrzeuge werden immer beliebter. Vor kurzem stellte ein großer asiatischer Automobilhersteller nun sogar das weltweit erste Serienfahrzeug mit einem Brennstoffzellenantrieb vor. Gründe für diese zunehmende Abkehr von Benzin und Diesel sind vor allem im Klimawandel und der Endlichkeit der fossilen Brennstoffreserven zu suchen.

Auch sogenannte Pedelecs sind inzwischen immer häufiger anzutreffen. Ein Pedelec ist ein Fahrrad, welches den Fahrer, mittels eines Elektromotors, bei jedem Tritt in die Pedale unterstützt. Bei den Potsdamern erfreuen sich die Elektroräder wachsender Beliebtheit. Das zunehmende Verkehrsaufkommen in der Stadt macht die Fahrt mit dem Pkw immer häufiger zu einem Geduldsspiel. Hier stellt das Pedelec, neben dem ÖPNV, eine ernstzunehmende Alternative zum Auto dar, denn Innerorts ist das Fahrrad tatsächlich die schnellste Variante um von A nach B zu gelangen. Mit der Elektrounterstützung des Pedelec gelingt dies zudem äußerst bequem und ohne Anstrengung. Gerade für ältere Menschen ein großer Vorteil.

In der Stadtverwaltung ist man von der Zukunft dieser Technik überzeugt und plant eine bessere Ladeinfrastruktur für die Elektroräder zu schaffen. Zusätzlich soll das Pedelec, neben dem Fahrrad, in der Verkehrsplanung stärker berücksichtigt werden. Erste Maßnahmen sind bereits auf den Weg gebracht worden: In der Tiefgarage am Potsdamer Hauptbahnhof entstehen derzeit neue Abstellflächen für Fahrräder. Zusätzlich sollen spezielle Schließfächer errichtet werden, in denen Pedelec-Fahrer die Akkus ihrer Räder sicher verwahren und gleichzeitig aufladen können. Ähnliche Einrichtungen sind auch für die Fahrradabstellflächen am Bahnhof Charlottenhof geplant.

Grundsätzlich sollen Pedelecs und Fahrräder in Zukunft eine noch stärkere Rolle im Potsdamer Straßenverkehr spielen. Sie sind äußerst flexibel, verursachen keinen Lärm und produzieren keine schädlichen Abgase.

Zudem lassen sich rund um das Zweirad interessante Projekte realisieren, wie ein aktuelles Beispiel aus den Niederlanden zeigt. Dort wurde kürzlich ein Radweg eingeweiht, dessen Fahrbahn aus besonders belastbaren Solarmodulen besteht. Während die Radler also den Weg nutzen können, erzeugt dieser gleichzeitig Strom.

Mehr Infos zu den Themen Pedelec, Elektromobilität und alternative Antriebe finden Sie hier.

«zurück

 

 

Verkehrsinfarkt in Potsdam ?

Potsdam, den 26. November 2014

Es ist eng, stickig und man hat kaum genügend Platz um aufrecht zu stehen. Bei jeder engen Kurve kommt man den anderen Fahrgästen viel näher, als einem eigentlich lieb ist. Will man Ein- oder Aussteigen muss man sich durch die Menschenmassen regelrecht hindurch kämpfen.

So oder so ähnlich könnte eine typische Fahrt mit einer Straßenbahn in Potsdam im Jahre 2025 aussehen. Die Betonung liegt hier auf ‘könnte‘.

Im Potsdamer Rathaus und beim ViP (Verkehrsbetrieb in Potsdam) wird intensiv daran gearbeitet, ein solches Szenario zu verhindern.

Fakt ist jedoch, dass unsere Stadt schneller wächst als ursprünglich in der Verkehrsplanung angenommen wurde. Deutlich schneller sogar. Mit dem Ergebnis, dass immer mehr Menschen mit Tram und Bus unterwegs sind.

Schon jetzt verzeichnet der ViP bis zu 105.000 Fahrgäste täglich. 2025 werden, neuen Schätzungen zufolge, täglich etwa 120.000 Potsdamer den ÖPNV nutzen. Dies entspricht einem Anstieg von 14 Prozent.

Obwohl in diesem Jahr die Letzte von insgesamt 18 nagelneuen Niederflurbahnen in Dienst gestellt und die Potsdamer Straßenbahnflotte damit noch einmal deutlich erweitert wurde, reichen die Kapazitäten schon heute kaum noch aus.

Ohne gut funktionierenden ÖPNV würde die Verkehrslage in Potsdam aber auf absehbare Zeit unerträglich werden. Staus nahezu rund um die Uhr und stark ansteigende Lärm- und Abgasemissionen würden zu einer enormen Belastung für Mensch und Umwelt führen. Das ehrgeizige Ziel, die hiesigen CO2-Emissionen um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 zu reduzieren, könnte gleich aufgegeben werden. Wir würden es weit verfehlen. Schließlich entfallen in unserer Stadt immerhin 28 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes allein auf den Verkehr.

Ein gut funktionierender ÖPNV ist also für eine gesunde Stadtentwicklung unumgänglich. Aus diesem Grund werden künftig die alten Tatra-Straßenbahnen, die inzwischen eigentlich ausgemustert werden sollten, modernisiert und weiter eingesetzt. Auch wird geprüft, ob die modernen Combino- und Variobahnen mit einem zusätzlichen Waggon ausgestattet werden können. Zukünftige Investitionen in neue Straßenbahnen und Busse lassen sich jedoch auch durch diese Maßnahmen nicht vermeiden. Diese Investitionen sind allerdings gut angelegtes Geld und rentieren sich langfristig durch grünere, ruhigere Straßen und entspanntere Fahrten mit Bus und Tram. 

«zurück

 

 

E.ON wagt den Ausstieg

Potsdam, den 03. Dezember 2014

Ein klarer, kühler Märztag in der Präfektur Fukushima im Nordosten der japanischen Hauptinsel Honshū. Vor wenigen Stunden hat ein schweres Seebeben eine gewaltige Tsunamiwelle ausgelöst, welche die Ostküste Japans förmlich überrollt hat. Das Kernkraftwerk Fukushima-Daichii, eines der größten und leistungsstärksten Kernkraftwerke des Landes, ist schwer getroffen worden. Die Fernsehbilder der beschädigten Reaktorblöcke gehen um die Welt. Nach und nach wird klar, dass man es hier mit einer noch größeren Katastrophe zu tun hat, als seinerzeit beim Gau im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl.

Unter dem Eindruck der Nachrichten und Bilder aus Japan, beschloss die damalige Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie. Die Politiker waren sich zudem einig, dass man sich in Zukunft verstärkt regenerativen, umweltfreundlichen Energiequellen zuwenden sollte. Die deutsche Energiewende nahm Fahrt auf, mit entsprechenden Konsequenzen für die Energieversorgungsunternehmen. Deren, bis dato lukrative Geschäftskonzepte, waren auf einmal in Frage gestellt.

Etwa drei Jahre und neun Monate nach Fukushima verkündet nun Deutschlands größter Energieversorger, die E.ON Edis AG, aus dem Geschäft mit Kohle, Öl, Gas und Atomstrom auszusteigen. Das Unternehmen will, laut Konzernchef Johannes Teyssen, zukünftig auf erneuerbare Energien setzen. Das Interesse der Kunden richtet sich immer stärker auf saubere Energie, eigene Stromproduktion (Photovoltaik), Speicherung und Effizienz. Dieser Entwicklung will der Konzern nun Rechnung tragen. E.ON wird sein Kraftwerksgeschäft, sowie all seine Öl-, Gas- und Kohleförderprojekte in ein separates Unternehmen ausgründen

Eine Entwicklung, die natürlich auch die regionalen Energieversorger, wie beispielsweise die Energie und Wasser Potsdam (EWP), betrifft. In Potsdam sind wir jedoch bereits gut gerüstet. Während in ganz Deutschland noch größtenteils mittels Kohle Strom erzeugt wurde, hat man schon 1996 in der Landeshauptstadt eines der (auch heute noch) bundesweit umweltfreundlichsten und effizientesten Kraftwerke, das Heizkraftwerk-Süd (HKW-Süd), ans Netz genommen. Kohle spielt seit dem keine Rolle mehr bei der Potsdamer Strom- und Fernwärmeversorgung.  

Zudem ist unser Energiemix bereits seit 2010, also schon ein Jahr vor Fukushima, frei von Atomstrom.

Um diesen Kurs erfolgreich weiter zu verfolgen werden momentan und in absehbarer Zukunft viel Geld und Arbeit in verschiedene Projekte investiert. So wird aktuell das HKW-Süd um einen großen Fernwärmespeicher ergänzt, welcher es ermöglichen wird, das Kraftwerk noch effizienter und wirtschaftlicher zu betreiben. Ein anderes Beispiel ist die kürzlich auf dem Wasserwerk Ferch in Betrieb genommene Photovoltaikanlage, welche das Werk mit Solarstrom beliefert.

«zurück

 

 

Wärmedämmung-Fluch oder Segen? Prominent besetzte Diskussion im Nikolaisaal

Potsdam, den 17. Dezember 2014

Eine Gefahr für die Umwelt, Risiken durch Brandgefahr, einfach zu teuer und unwirtschaftlich - mit deutlichen Worten kritisierten verschiedene Medien in den vergangenen Wochen ein neues, milliardenschweres Förderprogramm der Bundesregierung zur Wärmedämmung an Gebäuden.

Die Dämmung ist ein entscheidender Faktor hinsichtlich der Energieeffizienz von Bauwerken und somit auch ein entscheidender Faktor für das Gelingen der Energiewende.

Kurz gesagt, ein schlecht gedämmtes Gebäude verbraucht viel mehr Heizenergie als ein gut gedämmtes. Dabei macht der Heizenergieverbrauch, mit durchschnittlich 75 Prozent, den Löwenanteil beim Energieverbrauch von Gebäuden aus und ist mithin für einen erheblichen Anteil des deutschen CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Genau hier soll das neue Programm der Regierung ansetzten, denn circa zwei Drittel der Bauwerke in Deutschland befinden sich, laut statistischem Bundesamt, in einem dämmtechnisch schlechten Zustand.

Vor dem Hintergrund der starken Medienkritik besteht nun natürlich viel Diskussions- und Klärungsbedarf in der Öffentlichkeit.

Unter dem Titel „Die neue Energieeinsparverordnung – Notwendigkeit oder Preistreiber für Mieten und Wohnungsneubau?“ fand am vergangenen Donnerstag im Nikolaisaal ein Streitgespräch im Rahmen des Potsdamer Klimadialogs statt, an dem unter anderem Klaus Töpfer, der frühere Umweltminister und Direktor des Potsdamer „Institute for Advanced Sustainability Studies“, sowie Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) teilnahmen. Ein Frohes Fest und einen guten Rutsch in das neue Jahr wünscht Ihnen Ihre KlimaAgentur Potsdam!

Kritisch zeigte sich die, ebenfalls an der Diskussion teilnehmende, Architektin (und Energieberaterin) Anja Beecken: „Fakt ist, dass der Wohnungsbau durch die strengen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) teurer wird.“

Ex-Umweltminister Töpfer wollte sich dieser Meinung nicht anschließen. Seiner Meinung nach liegt das eigentliche Problem nicht bei den Neubauten, sondern bei der sozial verträglichen Sanierung des Bestandes.

In Potsdam sei vor allem die Gartenstadt Drewitz ein gutes Beispiel, wie energetische Sanierung ohne große Preissteigerungen für die eingesessenen Mieter funktionieren könne, sagte Jann Jakobs: „Dort haben wir die Vorgaben erfolgreich umgesetzt und haben eine hohe Akzeptanz bei den Anwohnern.“

Auch Töpfer lobte Potsdam: „Die Stadtwerke hatten zu viel Energie im System und haben dafür einen großen Wärmespeicher gebaut – warum macht man so was nicht öfter?“

Auch wenn in zahlreichen Detailfragen unterschiedliche Meinungen vertreten wurden, war man sich am Ende der Diskussion grundsätzlich einig, dass die Ziele der EnEV richtig und notwendig sind. Jedoch müssten die momentan hierfür geschaffenen Instrumente, wie eben die EnEV, effizienter und praxisnaher gestaltet werden.

Weitere Informationen zum Thema Energieeffizientes Bauen und Sanieren erhalten Sie hier.

«zurück

 

 

Park and Ride in Potsdam

Potsdam, den 7. Januar 2015

Ein leidiges Thema: Mit dem Auto in der Potsdamer Innenstadt einen günstigen Parkplatz zu finden ist allzu oft ein Geduldspiel, für das man starke Nerven braucht. Durch den Wegfall der Parkflächen an der Nordseite des Hauptbahnhofs hat sich die Situation, gerade für Pendler, mittlerweile noch einmal verschärft. Viele Potsdamer nutzen aus diesen Gründen, neben den Bussen und Straßenbahnen des ViP, inzwischen immer häufiger das Fahrrad für die alltäglichen Wege durch die Stadt. Eine Entwicklung die an sich zu begrüßen ist. Schließlich ist die zunehmende Lärm- und Abgasentwicklung, durch das seit Jahren stetig steigende Verkehrsaufkommen, zu einem echten Problem für Potsdam geworden.

Hinzu kommt, dass die ‘Hauptverkehrsadern‘, der Stadt, also die Zeppelinstraße, die Breite Straße einschließlich Lange Brücke und die Humboldtbrücke, zu den Stoßzeiten immer wieder verstopfen. Staus sind hier inzwischen eher die Regel statt die Ausnahme. Radfahrer sind in solchen Situationen natürlich klar im Vorteil. Aber auch ohne Stau: Das Fahrrad ist, über Distanzen von bis zu 5 Kilometern, erwiesenermaßen das schnellste Fortbewegungsmittel in der Stadt.

Jedoch haben es auch die Radfahrer in Potsdam häufig immer schwerer geeignete Stellplätze zu finden. Besonders deutlich zeigt sich dies wiederum am Hauptbahnhof. Zwar gibt es hier Platz für gut 1.000 Fahrräder, aber dies reicht schon lange nicht mehr aus. Wer sein Rad hier ‘parken‘ will braucht inzwischen fast genauso viel Geduld wie die Autofahrer. Abhilfe soll nun noch in diesem Jahr durch ein ‘Fahrrad-Parkhaus‘ geschaffen werden. Für 650.000 Euro sind 550 neue, überdachte Fahrradstellplätze, sowie ein Servicebereich für die Reparatur von Fahrrädern und den Verkauf von Zubehör geplant. Gegen eine kleine Gebühr, von voraussichtlich 1 bis 1,50 Euro pro Tag, steht das Rad dann sicher und trocken bis es wieder abgeholt wird. Spezielle Stellplätze für Pedelecs, mit entsprechenden Lademöglichkeiten sind ebenfalls eingeplant. Das Land Brandenburg fördert dieses Bauvorhaben mit einer Summe von 435.000 Euro.

Auch am Bahnhof Charlottenhof werden wohl noch in diesem Jahr neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen. Gerade für Pendler wird es so in Zukunft noch ein wenig einfacher das Auto stehen zu lassen.

Potsdam will zukünftig noch stärker auf die Bedürfnisse der Radfahrer eingehen.

So sieht das Radverkehrskonzept der Landeshauptstadt beispielsweise einen weiteren Ausbau des Radwegenetzes und eine Sanierung der bestehenden Wege vor.

Für weitere Informationen zu den Themen Pedelec und Mobilität in Potsdam klicken Sie bitte hier.

«zurück

 

 

EU-Energielabel für Heizsysteme kommt

Potsdam, den 14. Januar 2015

Wie energieeffizient arbeitet mein Kühlschrank? Ist meine Waschmaschine ein Stromfresser?

Zu diesen und vielen anderen Fragen, gibt seit etwa 20 Jahren das EU-Energielabel Auskunft.

Im Jahre 1994 erstmals eingeführt, hat es sich beim Verbraucher inzwischen als nützliche Entscheidungshilfe etabliert.

Was bei Kühlschränken, Waschmaschinen und anderen Elektrogeräten schon seit längerem gilt, hält künftig auch Einzug in die Heizungskeller: Ab dem 26. September 2015 müssen auch neue Heizungen, Warmwasserspeicher und -bereiter innerhalb der EU jeweils ein entsprechendes Energielabel tragen. Das jeweilige Label wird darüber Auskunft geben, wie energieeffizient die Heizungsanalage und ihre Komponenten arbeiten. Vereinfacht gesagt, werden die Wirkungsgrade der einzelnen Heizkomponenten und -systeme miteinander verglichen und hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Nutzwärme und der benötigten Gesamtenergiezufuhr bewertet. Die Einstufung wird in einer Skala von A++ bei sehr guter, beziehungsweise bis G bei sehr schlechter Effizienz erfolgen. Als Mindeststandart für Heizungen gilt künftig die Brennwerttechnik.

Rückschlüsse auf die zu erwartenden Betriebskosten sind durch das neue Energielabel allerdings nicht möglich. Petra Hegen, vom Umweltministerium Baden-Württemberg erklärt hierzu: „ Der Energieverbrauch einer Heizanlage wird immer auch von der energetischen Qualität des jeweiligen Gebäudes und vom Preis des Energieträgers mitbestimmt.“

Tatsächlich kann eine Heizung einer höheren Effizienzklasse unter Umständen sogar zu höheren Betriebskosten führen. „ Nicht jede Heizung ist in jedem Gebäude sinnvoll zu betreiben“, so Hegen. So ist beispielsweise eine Wärmepumpe, trotz höherer Effizienz, im ungedämmten Gebäudebestand bei den Betriebs- und Investitionskosten erheblich teurer als ein Gas- oder Holzheizkessel.

Fakt ist, dass für manche Heizungsmodelle mit dieser Neuregelung schwere Zeiten anbrechen werden. So werden beispielsweise weniger effiziente Niedertemperaturheizungen bald vom Markt verschwinden, da sie den Mindeststandard nicht mehr erfüllen. Ein Vertrieb solcher Geräte wird in Europa künftig nicht mehr möglich sein.

Über die weitere Enwicklung zum Thema EU-Energielabel für Heizsysteme werden wir Sie an dieser Stelle auf dem laufenden halten.

«zurück

 

 

Was kommt da auf uns zu?

Potsdam, den 21.01. 2015

Extreme Hitze. Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius an 12-18 Tagen im Jahr. Auf der anderen Seite: Extremer Starkregen (≥ 16 mm/h) an mehr als 6 Tagen im Jahr. Dies sind zwei der Kernaussagen, die dem Klimaschutzkonzept für Potsdam, an dem eine Gruppe aus zehn Wissenschaftlern, im Auftrag der Stadt, seit etwa einem Jahr arbeitet, zu entnehmen sind. Zum Vergleich: Aktuell steigt das Quecksilber in unserer Stadt an durchschnittlich 6 Tagen pro Jahr über die 30-Grad-Marke. Mit besonders starken Regenfällen müssen wir durchschnittlich an 3 Tagen im Jahr rechnen.
Das klingt nun alles erst einmal nicht sonderlich besorgniserregend. Tatsächlich wird Potsdam, im Gegensatz zu anderen Teilen Deutschlands, vorläufig nicht allzu sehr mit den direkten Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben. Nichtsdestotrotz hat die, von den Forschern projizierte Entwicklung, natürlich Konsequenzen für uns.
Auf Basis der vorgelegten Klimadaten untersuchen die Wissenschaftler, unter anderem mit Vertretern aus der Wasser- und Energieversorgung, der Abfallwirtschaft, der Tourismusbranche und dem Gesundheitswesen mögliche Folgen für die Landeshauptstadt. Für ältere Menschen sind Perioden extremer Hitze beispielsweise eine starke Belastung auf die, unter anderem, mit einem Ausbau von medizinischen Kapazitäten reagiert werden muss. Auch wird bei Temperaturen von über 30 Grad entsprechend viel Wasser verbraucht.
Bei zunehmend längeren Hitzeperioden und gleichzeitigem, starken Bevölkerungszuwachs wird dies die Potsdamer Wasserbetriebe künftig vor einige Herausforderungen stellen. Auf solche und ähnliche Szenarien muss man gut vorbereitet sein. Das Klimaschutzkonzept soll hierfür die Grundlage bilden. Aus den entwickelten Szenarien wird gegenwärtig ein Maßnahmenkatalog abgeleitet, welcher Potsdam fit für die Zukunft machen soll. Voraussichtlich im April wollen die Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Arbeit abschließend vorstellen.

Sobald die Ergebnisse des Berichts vorliegen, werden wir Sie an dieser Stelle informieren.

«zurück

 

 

Fachmessen Enertec und Terratec eröffnet

Potsdam, den 27. Januar 2015

Parlamentarische Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter eröffnet "TerraTec" und "enerTec" in Leipzig

Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter hat heute die Fachmessen "TerraTec" und "enertec" 2015 in Leipzig eröffnet. Auf der Fachmesse für Umwelttechnik- und -dienstleistungen "TerraTec" liegen die Schwerpunkte auf zukunftsfähigen Lösungen für die Wasser-, Rohstoff- und Kreislaufwirtschaft und Fragen der Klimaanpassung. Themenschwerpunkt der "enerTec", Fachmesse für Energieerzeugung, Energieverteilung und -speicherung, in diesem Jahr ist die dezentrale Energieversorgung.

"Investitionen in Energieeffizienz und eine moderne, auf erneuerbaren Energien basierende und ressourcenschonende Energieversorgung sind ein erfolgsversprechender Treiber für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Europa. Künftig wird Energie- und Ressourceneffizienz der zentrale Maßstab für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sein. Deshalb sind Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum und damit auch zur Überwindung der Wirtschaftskrise, die in vielen europäischen Staaten noch nicht überstanden ist", betonte Schwarzelühr-Sutter. "Gleichzeitig ist die EU – und insbesondere Deutschland – zu einem Leitmarkt und Leitanbieter für Umwelttechnologien geworden. Diese Rolle gilt es auch künftig zu sichern, denn die Nachfrage nach grünen Technologien steigt weltweit weiter an."

Die alle zwei Jahre stattfindende Doppelmesse ist das zentrale Ereignis für Experten, Wissenschaftler, Vertreter der Wirtschaft aus diesem Bereich. Leipzig ist ein idealer Standort hierfür – als traditionelle Drehscheibe zwischen Ost und West und zentraler Verkehrsknotenpunkt.

(Quelle:BMUB)

«zurück

 

 

Halbzeit!

Potsdam, den 05. Februar 2015

Gut ein halbes Jahr ist vergangen, seit die KlimaAgentur zum Wettbewerb um den Titel des ersten Potsdamer Energiesparmeisters aufrief. Derzeit liefern sich die teilnehmenden Haushalte ein unerwartet enges Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spitzenplatz. Gerade während der kalten Jahreszeit wird ja viel Energie verbraucht und so gilt es vor allem jetzt, während der Wintermonate, genau auf den Verbrauch zu achten. Aber wie haben unsere Kandidaten selbst den Wettbewerb bisher wahrgenommen? Diese Frage stellte sich auch ein Team von Potsdam TV und hat einmal bei Familie Nippold/Neumann und bei Felix Schrandt genauer nachgefragt. Was war der Ansporn sich überhaupt für diesen Wettbewerb zu bewerben? Ist es nicht ziemlich anstrengend ständig auf den Energieverbrauch zu achten? Wie unsere Kandidaten zu diesen Fragen stehen, können Sie im folgenden Beitrag erfahren:

http://youtu.be/O-EvDKjRIWg

Langsam aber sicher tritt der Wettkampf jetzt in die heiße Phase ein. In etwa vier Monaten werden wir schließlich die Sieger, in den vier unterschiedlichen Kategorien, feierlich küren.

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

«zurück

 

 

Herausforderungen einer wachsenden Stadt

Potsdam, den 18. Februar 2015

Es scheint uns selbstverständlich: Wir öffnen den Wasserhahn und prompt strömt klares Trinkwasser heraus. Tatsächlich ist diese kleine Handlung jedoch mit großem Aufwand verbunden.

Das Potsdamer Trinkwasser wird über insgesamt 90 Brunnen aus einer Tiefe von bis zu 120 Metern gewonnen. An einem durchschnittlichen Tag schöpfen diese Brunnen rund 26.000 Kubikmeter. Fünf städtische Wasserwerke bereiten das Wasser anschließend auf und speisen es schließlich in das Potsdamer Leitungsnetz ein.

Da unsere Stadt jedoch immer schneller wächst, sind inzwischen zahlreiche Investitionen nötig, um auch zukünftig eine reibungslose Versorgung sicher zu stellen.

Die Stadtwerke planen daher allein bis 2018 fast 80 Millionen Euro zu investieren.

Um den steigenden Verbrauch abzusichern, gilt es zunächst die Trinkwasserleitungen und Wasserwerke fit für die Zukunft zu machen. Bisher sind bereits 120 Millionen Euro für die Sanierung des Wasserleitungsnetzes ausgegeben worden. Noch einmal die gleiche Summe ist nötig, um auch den Rest der Leitungen auf Vordermann zu bringen. Zu DDR-Zeiten gab es in diesem Bereich kaum Investitionen und entsprechend marode sind einige Leitungsabschnitte. Zum Teil werden in manchen Gegenden Potsdams die Haushalte noch durch Rohre aus dem 19. Jahrhundert versorgt.

Einen großen Brocken muss die Energie und Wasser Potsdam GmbH auch bei der Abwasserentsorgung stemmen. Rund 46 Millionen Euro sollen bis 2018 in Erhalt und Ausbau bestehender Anlagen fließen. Herzstück der Zukunftsstrategie ist dabei die Erweiterung der beiden Klärwerke in Nedlitz und Satzkorn.

Gerade im Norden der Stadt, wo nach dem Ausbau des ehemaligen Kasernengeländes Krampnitz, in Zukunft etwa 4000 Menschen zusätzlich leben werden, ist es notwendig die Kapazitäten entsprechend zu erweitern.

Das Klärwerk Nord am Lerchensteig hat derzeit beispielsweise eine Kapazität von rund 90.000 sogenannten Einwohnerwerten. Als Einwohnerwert bezeichnet man die durchschnittliche Menge Abwasser, die täglich pro Kopf verursacht wird. In Potsdam entspricht dies etwa 115 Liter pro Person. Bis 2018 soll das Klärwerk auf eine Leistung von 120.000 Einwohnerwerten ausgebaut werden.

Das kleinere Klärwerk in Satzkorn soll seine Kapazitäten künftig sogar verdoppeln - von derzeit 10.000 auf 23.000 Einwohnerwerte.

Doch auch für den Süden Potsdams gibt es Pläne: Das Abwasser aus den Stadtteilen südlich der Havel gelangt momentan über eine einzelne Druckleitung in ein Klärwerk der Berliner Wasserbetriebe. Bis 2018 wird hier eine Reserveleitung für Havariefälle entstehen um künftig, auch bei der Abwasserentsorgung, noch mehr Sicherheit gewährleisten zu können.

Auch in Zukunft wird also, in jedem Potsdamer Haushalt, Trinkwasser bester Qualität ganz selbstverständlich aus dem Hahn laufen.

«zurück

 

 

Problemfall Zeppelinstraße

Potsdam, den 25. Februar 2015

Ein typischer Morgen im Potsdamer Westen: Stoßstange an Stoßstange rollen die Berufspendler, über Geltow kommend, in Richtung Innenstadt. Die Zeppelinstraße ist zu den Hauptzeiten des Berufsverkehrs regelmäßig überlastet.

Die Folgen sind ebenfalls regelmäßig die gleichen: Häufige Staus, sowie erhöhte Lärm- und Abgasbelastung für die Anwohner. Die Schadstoffwerte erreichen hier, laut Bürgermeister Jann Jakobs, bisweilen ein besorgniserregendes Niveau.

Das Abhilfe geschaffen werden muss, darüber herrscht in der Landeshauptstadt weitestgehend Einigkeit. Bei der Frage nach dem ‘Wie‘, gehen die Vorstellungen jedoch weit auseinander.

Für entsprechenden Wirbel sorgen daher die aktuellen Pläne der Potsdamer Bauverwaltung, die Zeppelinstraße auf eine Spur je Richtung einzuengen oder anderweitig zu beschränken.

Auf wenig Gegenliebe stößt dieses Vorhaben erwartungsgemäß bei den Pendlern. Schon jetzt ist es für viele von ihnen häufig ein Geduldsspiel durch das ‘Nadelöhr‘ Zeppelinstraße in die Innenstadt, bzw. in Gegenrichtung aus der Stadt hinaus zu gelangen.

Mit einem Ausbau des ÖPNV-Angebots und des Radnetzes sollen die, aus dem Rückbau resultierenden Engpässe, aufgefangen werden. Zudem ist geplant, auf Höhe des Bahnhofs Pirscheide neue Park-and-Ride-Möglichkeiten zu schaffen.

Im Idealfall sollen die Autofahrer so dazu angehalten werden, ihr Fahrzeug am Ortseingang abzustellen und auf den ÖPNV umzusteigen.

Ob der aktuelle Vorschlag der Bauverwaltung zum Rückbau der Zeppelinstraße eine gute Lösung darstellt, ist zumindest diskussionswürdig. Aber, „So wie es ist, kann es nicht bleiben.“ erklärt Bürgermeister Jann Jakobs. Derzeit gebe es in der Straße einzig für Autofahrer eine komfortable Situation: „Für Fußgänger, Radfahrer und Anwohner ist sie seit langer Zeit alles andere als das.“

Noch ist nicht abzusehen, ob sich das Vorhaben ‘Rückbau Zeppelinstraße‘ durchsetzten wird oder nicht. Über die weiteren Entwicklungen werden wir sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

«zurück

 

 

Dicke Luft: Zeppelinstraße hält Politik in Atem

Potsdam, den 04. März 2015

Vor rund zwei Wochen wurden durch den Potsdamer Baudezernenten Matthias Klipp, Pläne für einen Rückbau der Zeppelinstraße, ins Gespräch gebracht. Seitdem reißen die Diskussionen zu diesem Thema nicht ab. Zum Hintergrund: Durchschnittlich nutzen täglich etwa 27.000 Fahrzeuge die Zeppelinstraße, um beispielsweise in die Stadt hinein oder aus der Stadt heraus zu gelangen. Eine stolze Zahl. Die im Jahr 2012 am Ortseingang installierten Pförtnerampeln sollten die Straße eigentlich entlasten, tatsächlich hat sich das tägliche Verkehrsaufkommen seitdem noch erhöht. Dies zieht für die Anwohner, die Stadt Potsdam selbst und letztlich auch für die Autofahrer einige Probleme nach sich. Neben den häufigen Staus und der starken Lärmbelastung sind es vor allem die hohen Abgaswerte, die der Stadtverwaltung Kopfschmerzen bereiten. Da diese in Potsdam West regelmäßig die EU-Grenzwerte überschreiten, drohen unserer Stadt in diesem Jahr zum ersten Mal Strafzahlungen in Millionenhöhe. „Für jeden Tag, an dem wir diese Grenzwerte überschreiten, würden fünfstellige Strafsummen fällig.“ warnt Hartmut Jonas, Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.Insgesamt müsste der Verkehr auf der Zeppelinstraße um etwa 5000 Fahrzeuge reduziert werden. Nichts zu tun ist daher für Baudezernent Klipp keine Option. “Dies steht nicht zur Debatte. Auf das Prinzip Hoffnung zu setzen wäre der falsche Weg. Wir sind zum Handeln gezwungen.“ erklärt er. Nichtsdestotrotz haben die von Klipp vorgelegten Pläne, neben Zustimmung, auch starken Widerstand ausgelöst. So äußerte SPD-Kreischef Mike Schubert erhebliche Bedenken, ob die Planungen - jeweils nur eine Fahrspur stadtein- und stadtauswärts plus eine wechselseitige Mittelspur für Linksabbieger - tatsächlich den Verkehr spürbar reduzieren. Schubert favorisiert stattdessen einen Stufenplan mit weniger gravierenden Einzelmaßnahmen, deren Wirkung jeweils überprüft werden müsste. Ungewohnt einig in Ihrer Kritik sind sich auch CDU und LINKE. Eine Einengung der Zeppelinstraße könne dauerhaft für Stau sorgen und zudem sei die Planung von Baudezernent Klipp keineswegs alternativlos.

Weiteren Gegenwind wird es bei der heutigen Stadtverordnetenversammlung geben. Die Fraktion Potsdamer Demokraten/Freie Wähler will per Dringlichkeitsantrag einfordern, dass eine Umgestaltung der Straße nur mit dem Segen der gewählten Kommunalpolitiker erfolgen darf. Bisher hat die Bauverwaltung nur eine grundsätzliche Diskussion aber keine Abstimmung vorgesehen.

Ob Matthias Klipp sich mit seinen Plänen letztlich durchsetzt ist noch völlig offen. Fest steht jedoch, dass er eine intensive Debatte um die Zukunft der Zeppelinstraße angestoßen hat.

Über weitere Entwicklungen zu diesem Thema werden wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

«zurück

 

 

Bestens Informiert: Energieeffizientes Wohnen

Potsdam, den 10. März 2015

Sie möchten sich den Traum vom eigenen Heim erfüllen oder planen Ihre eigenen vier Wände zu sanieren? Durch den gezielten Einsatz von Fördermitteln können Sie Ihre Kosten zum Teil deutlich senken! Verschieden Kreditinstitute, allen voran die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die ILB (Investitionsbank des Landes Brandenburg) und auch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), bieten hierzu attraktive Programme an. Ohne professionelle Hilfe ist es jedoch bisweilen schwierig, unter den verschiedenen Möglichkeiten die passende auszuwählen. Welches Programm eignet sich am besten für mein Bauvorhaben? Welche Zuschüsse kann ich für geplante Sanierungen in Anspruch nehmen? Um Ihnen zu diesen und weiteren Fragen ausführlich Auskunft geben zu können, möchten wir Sie am 19. März um 18 Uhr in die Urania in der Gutenbergstraße 72 einladen. Im Rahmen unserer neuen, kostenlosen kostenfreien Veranstaltungsreihe ''Bestens Informiert - Energieeffizientes Wohnen'' widmen wir uns zum Auftakt dem Thema „Fördermöglichkeiten bei Hausbau und Sanierung richtig nutzen“. Als Gastreferenten konnten wir mit Herrn Steffen Engler einen erfahrenen Energieberater gewinnen. Herr Engler wird die unterschiedlichen Programme erläutern und im Anschluss auch auf Ihre individuellen Fragen eingehen.

Darüber hinaus haben wir in den kommenden Monaten weitere, kostenfreie/kostenlose Informationsveranstaltungen rund um das Themengebiet Bauen und Sanieren für Sie geplant. Hier ein Überblick über die Termine:

  • 01. Juli 2015 - Energieausweis (Welche Informationen sind enthalten und wann wird er benötigt?)
  • 30. September 2015 - Heizsysteme (Welche Vor- und Nachteile haben verschiedene Heizsysteme und welche Fördermöglichkeiten gibt es?)
  • 16. Dezember 2015 - Wärmedämmung (Gut gedämmt spart bares Geld - Wann und bis zu welchem Umfang Wärmedämmung Sinn macht.)

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Unter der Telefonnummer 0331/6619731, oder per Mail unter klimaagentur@swp-potsdam.de freuen wir uns auf Ihre Anmeldung. Gibt es Fragen und Themen, welche Sie besonders interessieren? Gerne berücksichtigen wir Diese bei der Planung der entsprechenden Vorträge.

«zurück

 

 

Wasserwerk Nedlitz so gut wie neu

Potsdam, den 23.03.2015

„Unser Wasser ist besser als das aus dem Supermarkt“ erklärt EWP-Sachgebietsleiter Markus Wricke selbstbewusst. Tatsächlich muss das Potsdamer Trinkwasser strengsten Qualitätsansprüchen genügen. „Mineralwasserhersteller kontrollieren ihre Produkte nur wenige Male im Jahr. Wir aber machen das täglich.“

Um dieses hohe Niveau weiterhin zu halten, waren in den letzten Jahren zahlreiche Investitionen nötig. Auf Grund des immer stärkeren Bevölkerungszuwachses in Potsdam, mussten die (und müssen) die Kapazitäten der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zum Teil erheblich erweitert werden. Die geplante Besiedlung der Fläche rund um den Campus am Jungfernsee sowie die Erschließung des Kasernengeländes in Krampnitz hatten den Focus zunächst auf das Wasserwerk Nedlitz gelenkt.

Momentan versorgt das Werk das Bornstedter Feld, Bornim und die Bereiche bis zur Potsdamer Innenstadt und der Berliner Vorstadt. Somit erhalten aktuell bis zu 35.000 Einwohner ihr Trinkwasser aus Nedlitz - eine beachtliche Menge. In den kommenden Jahren wird diese Zahl jedoch noch deutlich steigen. Für das Jahr 2030 erwartet die Stadtverwaltung, dass Potsdam auf insgesamt rund 180.000 Einwohner anwächst. Zum Vergleich: derzeit leben etwa 163.000 Menschen in unserer Stadt. Ein Großteil dieses Zuwachses wird auf den Norden und somit auf den Versorgungsbereich des Wasserwerks Nedlitz entfallen. Um sich für dieses Szenario zu wappnen und das Werk fit für die Zukunft zu machen, wurden in den letzten Jahren rund 3 Millionen Euro in die bau- und anlagentechnische Sanierung investiert. Es wurden beispielsweise neue Brunnen gebohrt, neue Pumpen installiert und sämtliche Reinwasserrohrleitungen erneuert, um nur einige der Maßnahmen zu nennen. Zudem bekam das Werk eine komplett runderneuerte Filterhalle spendiert.

Nach insgesamt sechsjähriger Bauzeit ist die Modernisierung nun abgeschlossen. „Die Arbeiten mussten bei laufendem Betrieb durchgeführt werden. Schließlich sollten keine Engpässe bei der Trinkwasserversorgung entstehen.“ erklärt Karsten Zühlke, Sachgebietsleiter im Bereich Wassermanagement der EWP, die lange Umbauphase.

Die Sanierung des Nedlitzer Werks ist Teil der Wasserversorgungsstrategie der EWP, für die bis 2018 insgesamt rund 78 Millionen Euro investiert werden. Auch die Klärwerke in Satzkorn und Nedlitz (die KlimaAgentur berichtete) werden im Rahmen dieser Strategie ausgebaut und saniert. Ein weiteres Projekt, welches noch in diesem Jahr in Angriff genommen wird und 2016 abgeschlossen sein soll, ist die Sanierung des Hochbehälters auf dem Kirchberg.

«zurück

 

 

Havelspange contra Verengung Zeppelinstraße

Potsdam, den 25. März.2015

Sinnvoll oder nicht - diese Frage wird in Potsdam nach wie vor heftig diskutiert, seid Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) vor einigen Wochen seine Pläne für eine Verengung der Zeppelinstraße öffentlich gemacht hat (die KlimaAgentur berichtete). Die Verengung soll, laut Klipp, den Fahrzeugverkehr auf der Straße drosseln und damit auch die Schadstoffbelastung eingrenzen. Zwar wurden bereits 2012 am Ortseingang (aus Richtung Geltow kommend) Pförtnerampeln installiert, welche den Fahrzeugstrom in Richtung Innenstadt regulieren sollen, eine Entlastung hat dies jedoch nicht gebracht. Im Gegenteil: der Verkehr auf der Zeppelinstraße rollt stärker als je zuvor.

Das Handlungsbedarf besteht, darüber ist man sich einig. „So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.“ äußerte sich beispielsweise Bürgermeister Jann Jakobs (SPD) zu dem Thema.

Eine, durch den Stadtverordneten Ralf Jäkel (die Linke), neu gegründete Bürgerinitiative hat nun einen, eigentlich bereits zu den Akten gelegten, Alternativplan neu ins Gespräch gebracht: die sogenannte Havelspange.

Anfang letzten Jahres hatten sich die Potsdamer Stadtverordneten eigentlich endgültig von der Option eines Dritten Havelüberganges am Templiner Damm verabschiedet. Es war vorgesehen, die Zeppelinstraße durch eine neue Havelquerung entlang der Eisenbahnbrücke über den Templiner See zu entlasten. Mit der Begründung, dass diese Entlastung nicht groß genug wäre um den Aufwand zu rechtfertigen, wurde das Vorhaben schließlich abgelehnt.

Jäkel macht dieses Thema nun wieder auf und bekommt dabei Rückendeckung von Peter Schultheiß von den Potsdamer Demokraten. Wenn man an den Pförtnerampeln am Stadtrand im Stau steht, sollte man den umgehen können, findet Schultheiß: „Also aus Richtung Werder am Bahnhof Pirschheide rechts weg auf eine Straßenbrücke neben der Bahnbrücke über den Templiner See und weiter zur Bundesstraße 2 bei Michendorf.“ Dies würde all den Verkehr von Potsdam fernhalten, der gar nicht in-, sondern nur durch die Stadt will.

Eine schnelle Lösung brächte aber auch die Havelspange nicht. Allein für die Meinungsfindung und Begutachtung bräuchte man das Jahr 2015, glaubt Jäkel. Ende 2016 könnte man eine Vorzugsvariante haben. Doch die Zeit drängt: Bereits in diesem Jahr drohen Potsdam erstmals erhebliche EU-Geldstrafen, wegen der hohen Schadstoffbelastungen in der Zeppelinstraße. Fakt ist, dass trotz des Zeitdrucks, eine langfristig orientierte Lösung, welche auch die benachbarten Gemeinden in die Planungen mit einbezieht, sicher die beste Wahl wäre.

Über die weitere Entwicklung zur Debatte um die Zeppelinstraße werden wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

«zurück

 

 

Fracking bald in Deutschland?

Potsdam, den 01. April 2015

Gewaltiger Druck von mehreren hundert Bar und Wasser, das mit verschiedenen chemischen Komponenten und Sand versetzt ist. Dies sind die beiden Hauptzutaten mit denen beim sogenannten ‘Hydraulic Fracturing‘, kurz ‘ Fracking‘, gearbeitet wird. Öl- und Gaslagerstätten, welche mit konventionellen Fördermethoden nicht erreichbar sind, können so nutzbar gemacht werden.

Heute wird es im Kabinett in Berlin um die Frage gehen, welche Regeln künftig in Deutschland für das Fracking gelten sollen. Seit einigen Monaten wird dieses Thema in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert.

Das Verfahren ist nicht neu, doch hat es in den letzten Jahren einen beachtlichen Boom erlebt. Vor allem in den USA galt das Fracking lange als energiepolitischer Heilsbringer. Befürworter der umstrittenen Fördermethode prophezeiten, dass die Vereinigten Staaten zukünftig ihren gesamten Energiebedarf selbst abdecken könnten.

Kritiker warnen jedoch vor den bisher nicht abschätzbaren Risiken für die Umwelt. So könnten beispielsweise die verwendeten chemischen Substanzen über undichte Stellen ins Erdreich eindringen. Zu dieser Kritik gesellt sich aktuell die Frage nach der Wirtschaftlichkeit des Fracking.

Seit sich der Ölpreis im Sommer letzten Jahres mehr als halbiert hat, geraten die Förderfirmen in den USA unter immer stärkeren finanziellen Druck. Eine Studie der Energy Watch Group - einem internationalem Netzwerk aus Wissenschaftlern und Parlamentariern - warnte, mit Verweis auf die jüngsten Entwicklungen in der US-Frackingindustrie, vor einem entsprechenden Ausbau in Deutschland und Europa: “Massenentlassungen und Insolvenzen zeigen ein völlig anderes Bild als das des jahrelangen, sicheren Aufschwungs der fossilen Energiewirtschaft.“

Vor dem Hintergrund dieser aktuellen Entwicklung, im Zusammenhang mit den ungeklärten Umweltrisiken, scheint es zumindest fraglich, ob das Fracking einen sinnvollen und nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland leisten kann.

«Zurück

 

 

Streit um Braunkohle

Potsdam, den 09. April 2015

Staatssekretär Rainer Baake (Grüne) hat vor knapp 3 Wochen ein Eckpunktepapier zur Energiepolitik vorgelegt, welches neben einigen anderen Punkten vor allem auf die Braunkohle zielt.

Dem Papier zufolge soll das Ziel der Bundesregierung, die jährliche Emission des klimaschädlichen CO2 um zusätzliche 22 Millionen Tonnen zu drücken, ausschließlich alte Kohlekraftwerke treffen. Um dies zu erreichen ist eine Klimaabgabe bei Überschreiten eines CO2-Freibetrags für über 20 Jahre alte Kraftwerke geplant.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sehen Deutschland in der Pflicht, das selbstgesetzte Ziel einer Reduzierung der klimaschädlichen CO2- Emissionen um 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu erreichen. Momentan sind 27 Prozent geschafft.

Das vorgelegte Papier hat für einiges Aufsehen bei den großen Energiekonzernen und bei den Gewerkschaften IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) und Verdi gesorgt. Verdi - Chef Frank Bsirske beispielsweise, sieht die Gefahr eines tiefgehenden Strukturbruchs im rheinischen Braunkohlerevier und in der Lausitz. Aus seiner Sicht seien an die 100.000 Arbeitsplätze bedroht. „Ich halte das für hochproblematisch“, so Bsirske.

Scharf kritisiert wird er dafür unter anderem von den Grünen: „Pünktlich zu Ostern gibt es mit Frank Bsirske für alte, klimaschädliche Braunkohlekraftwerke einen neuen Schutzheiligen.“

Zum einen seien die vorgeschlagenen Maßnahmen bei weitem nicht so radikal wie durch Bsirske suggeriert und zum anderen „könne Deutschland seine Klimaschutzziele vergessen, würden alte Kohleblöcke nicht stillgelegt“, so der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Oliver Krischer.

Gabriel selbst ist mit einem fünfseitigen Brief an die Betriebsträte herangetreten. „Wir spielen Arbeit und Klimaschutz nicht gegeneinander aus“, heißt es darin. Es gehe nicht um einen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Sein Vorschlag werde 90 Prozent der konventionellen Stromerzeugung nicht belasten. „Wir sind offen für alle Verbesserungsvorschläge, mit denen das Klimaschutzziel erreicht wird.“

Tatsächlich ist der Ausstoß an CO2-Emissionen in den letzten zwei Jahren wieder leicht angestiegen. Kraftwerke, Autos und Industrieprozesse stießen beispielsweise 2013 rund 951 Millionen Tonnen an klimaschädlichen Treibhausgasen (wie CO2) in die Atmosphäre, fast 12 Millionen Tonnen mehr als 2012.

Experten des Bundesumweltamts zufolge liegen die Gründe unter anderem auch in der unverändert hohen Nutzung von Kohle zur Energieerzeugung.

Über weitere Entwicklungen zu diesem Thema werden wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

«zurück

 

 

Potsdam soll Nummer Eins werden

Potsdam, den 15.04.2015

Milde Temperaturen und strahlender Sonnenschein- zumindest am vergangenen Wochenende zeigte sich ganz deutlich: Der Frühling ist da. Und mit dem Frühling ist am vergangenen Samstag auf dem Luisenplatz auch offiziell die Fahrradsaison eingeläutet worden.

Der Fahrradbeauftragte der Stadt, Torsten von einem Einem, nutzte den Anlass um aktuelle Planungen seiner Abteilung zu erläutern.

So können sich die Potsdamer Radfahrer dieses Jahr auf einige Verbesserungen freuen: In der Tiefgarage am Hauptbahnhof soll beispielsweise eine umzäunte, videoüberwachte Fahrradstation mit 550 Stellplätzen entstehen (die KlimaAgentur berichtete). Dies ist auch bitter nötig, denn die vorhandenen Stellplätze am Bahnhof reichen bereits seit Jahren nicht mehr aus um den Bedarf zu decken.

„Wir wollen vor allem Berufspendlern etwas bieten“, so von Einem.

Die neuen Stellplätze werden allerdings kostenpflichtig sein. Gerechnet wird mit Preisen von etwa einem Euro pro Tag, bzw. circa 10 Euro pro Monat. Momentan laufen noch die Ausschreibungen für den Bau und um den späteren Betreiber der Station.

Auch am Bahnhof Charlottenhof fehlt es an Abstellmöglichkeiten: Im Sommer sollen hier 150 neue Stellplätze entstehen.´

Um künftig noch mehr Potsdamer aufs Rad zu bringen, wird zudem das Angebot des öffentlichen Verleihsystems Potsdam Rad ausgebaut. In Drewitz, am Schlaatz, in Kirchsteigfeld und am Stern sollen im Laufe des Jahres fünf bis sechs Ausleihstationen mit jeweils sechs Rädern errichtet werden.

Im bundesweiten Vergleich belegt Potsdam in Sachen Fahrradfreundlichkeit mittlerweile einen der vorderen Ränge. Beim „Radklima-Test“ des Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) im Februar, belegte die Landeshauptstadt Platz vier in der in der Kategorie der Städte mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern.

Doch Potsdams Baubeigeordneter Matthias Klipp (Grüne) will mehr: „Beim nächsten Mal wollen wir ganz nach vorne“, sagte der Politiker am Samstag. Das hieße jedoch, Münster vom Thron zu stoßen, seit Jahren unangefochten Deutschlands Fahrradstadt Nummer eins.

So hat Klipp Anfang diesen Jahres die inzwischen kontrovers geführte Debatte zum Umbau der Zeppelinstraße angestoßen (die KlimaAgentur berichtete).

„Wir werden uns einen Teil der Zeppelinstraße für den Radverkehr holen“, kündigte der Baudezernent kämpferisch an. Ob dies tatsächlich ein realistisches Ziel ist bleibt abzuwarten.

Über weitere Entwicklungen zu diesem Thema halten wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.

«zurück

 

 

Der Planet war noch nie so durstig

Potsdam, den 29. April 2015

Bereits seit fast vier Jahren vertrocknen an der US-Westküste ganze Landstriche. Die Pegel der wichtigsten Süßwasserreservoirs der Region, beispielsweise dem Lake Mead und dem Lake Powell, sind auf einem historischen Tiefstand.

Diese beunruhigende Entwicklung ist in weiten Teilen selbst verschuldet. Jahrzehntelang ist man in den USA allzu sorglos und verschwenderisch mit der Ressource Wasser umgegangen.

Doch nicht nur in den USA rächt sich dieses Verhalten jetzt: Tatsächlich wird Süßwasser in vielen Regionen der Welt immer knapper, wie eine aktuelle Studie der Uno, der „World Water Developement Report 2015“, darlegt.

„Der Planet war noch nie so durstig“, urteilen die Experten. Zwar gebe es genügend Wasser, um die Bedürfnisse der Weltbevölkerung zu befriedigen, dafür seien aber „einschneidende Änderungen bei der Nutzung, Verwaltung und Aufteilung“ der Ressource nötig.

Sollten Reformen ausbleiben, drohe eine Trinkwasser-Knappheit, die vor allem Länder mit heißem und trockenem Klima hart treffen werde. Bis zum Jahr 2030 könne die Lücke zwischen dem Bedarf und der natürlichen Neubildung von Grundwasser auf 40 Prozent anwachsen, schreiben die Uno-Fachleute in ihrem Bericht.

Der Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit 7,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich 9,1 Milliarden bis zum Jahr 2050 ist in diesem Zusammenhang eines der drängendsten Probleme. Der weltweite Bedarf an Wasser wird dadurch, laut Bericht, um circa 55 Prozent ansteigen. Verschärft wird die Situation zusätzlich durch den fortschreitenden Klimawandel und die zunehmende Verstädterung.

Das Beispiel USA steht, wie gesagt, nur exemplarisch für eine Entwicklung die global voranschreitet. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, so die Forscher, entnimmt ihr Trinkwasser aus dem Grundwasser. Etwa 20 Prozent dieser kostbaren Vorräte sind durch eine übermäßige Nutzung bedroht. In Teilen Chinas, Indiens und in Regionen des Nahen Osten werden die Grundwasservorräte auf nicht nachhaltige Weise angezapft, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken.

Der Hauptautor des Uno-Berichts, Richard Connor, geht mit den bisherigen Lösungsansätzen zu diesem Problem hart ins Gericht: „Die derzeitigen Wasserkosten sind im Allgemeinen viel zu niedrig, um eine Verschwendung durch finanzstarke Haushalte oder die Industrie zu verhindern“. Ein verantwortungsvoller Umgang könne aber auch erreicht werden, indem das Problembewusstsein geschärft werde.

«zurück

 

 

EU schränkt den Verbrauch von Plastiktüten ein

Potsdam, den 06. Mai 2015

In jedem Quadratkilometer unserer Meere und Ozeane schwimmen zehntausende Teile Plastikmüll - Tendenz steigend! Nach Schätzungen von Forschern gelangten allein 2010 zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Kunststoff ins Meer. Mittlerweile schwimmt der Müll in teils riesigen Teppichen an der Wasseroberfläche. Hunderttausende Vögel und Meeressäuger sterben jährlich weil sie beispielsweise Plastik fressen oder sich in dem treibenden Müll verheddern.

Allein in der EU werden derzeit nach Angaben der Brüsseler Kommission, jedes Jahr rund 100 Milliarden Plastiktüten genutzt. Ebenfalls jedes Jahr werden etwa acht Milliarden dieser Tüten nicht ordnungsgemäß entsorgt, sondern landen in der Natur- vor allem in Flüssen, Seen und Meeren. Zum Schutz der Umwelt sollen diese enormen Zahlen nun reduziert werden.

Das Europäische Parlament stimmte am Dienstag in Straßburg endgültig einem Gesetzesentwurf zu, welcher bis Ende 2019 eine Beschränkung des Verbrauchs auf weniger als 90 Tüten pro Kopf und Jahr vorsieht. Zudem sollen die Tragetaschen ab 2018 nicht mehr kostenlos herausgegeben werden dürfen.

Als Vergleich: 2010 nutzte jeder EU-Bürger laut einer Statistik des Europaparlaments im Durchschnitt etwa 200 Tüten, davon knapp 180 Einwegtüten (in Deutschland waren es im Mittel ca. 71, bzw. 64 Einwegtüten).

In Deutschland soll der Wert bis 2025 auf höchstens 40 Tüten pro Jahr sinken.

Zwingend sind die Ziele allerdings nicht. Alternativ könnten die Staaten beschließen, dass Verbraucher für leichte Plastiktüten bezahlen oder sie überlegen sich ähnlich wirksame Anreize.

Ausgenommen von der neuen Regelung sind dünnwandige Tüten, in die etwa Frischfleisch, Wurst, Fisch oder Obst verpackt werden. Diese Ausnahme wird vor allem damit begründet, dass ein Verbot noch schädlichere Verpackungen, wie Schalen aus Schaumstoff, fördern könnte. Auch extrastarke Kunststofftaschen fallen nicht unter die Regelung.

«zurück

 

 

Startschuss für neuen Wertstoffhof

Potsdam, den 13.05.2015

Die Potsdamer sollen es in Zukunft einfacher haben, sich von ihrem Müll zu trennen. Aus diesem Grund hatten die Stadtwerke Potsdam gestern zum ersten Spatenstich für den zukünftigen neuen Wertstoffhof geladen.

Im Süden der Stadt entsteht bis zum Jahresende auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern ein modernes und kundenfreundliches Gelände.

„Die Anlieferung läuft über eine Rampe und man kann den Abfall bequem in die tiefer gelegten Container hinunter werfen“, nennt der technische Geschäftsführer der STEP, Enrico Munder, einen Vorteil der geplanten Anlage. Niemand wird mit seiner Last Treppen zum Containerrand hinaufsteigen müssen. Um für eine bessere Übersichtlichkeit zu sorgen wird der Hof klar gegliedert: Auf der rechten Seite der Rampe finden sich überdachte Container für Holz, Papier und Metall.

Auf der gegenüberliegenden Seite werden private und gewerbliche Kleinlieferanten ihre Grün- und Baumischabfälle los. Piktogramme und eine kundenfreundliche Beschilderung sollen dem Kunden die Orientierung auf dem weitläufigen Gelände zusätzlich erleichtern. Wer nicht weiß wohin mit seinem Abfall, dem sollen Berater zudem bei der richtigen Entsorgung helfen.

Neben den neuen Containerrampen wird eine zweite Schadstoffsammelstelle in der anliegenden alten Halle eröffnet, die bislang für Papierabfälle zur Verfügung stand. Elektrogeräte werden wie gewohnt in offene Container hineingeschoben. Auch für Matratzen wird es eine gesonderte Sammelstelle geben.

„Insgesamt soll eine bessere Trennung und eine noch effizientere Verwertung erreicht werden“, erklärte Enrico Munder.

Außerdem wird die Anlage nicht nur den Potsdamern, sondern auch den Bewohnern des Landkreises Potsdam-Mittelmark offen stehen. Durch Verträge ist geregelt, dass sie ihre Abfälle zu denselben Bedingungen entsorgen können, wie die Potsdamer. Extrakosten fallen nur für Sonderabfälle an, alles andere ist mit der Grundgebühr für die Müllentsorgung abgegolten. Auch Farbreste kosten nichts extra.

Am neuen Wertstoffhof wird man aber nicht nur seinen Müll loswerden können. Wer nicht leer nach Hause fahren will kann künftig an Ort und Stelle Sand, Kompost und Rindenmulch kaufen.

Für den Bau werden durch die Stadtwerke circa 1,6 Millionen Euro veranschlagt.

Nötig geworden war diese Investition unter anderem, weil im stark wachsenden Potsdam natürlich auch immer größere Mengen Müll anfallen. Zum Vergleich: momentan sammelt die STEP pro Jahr durchschnittlich 90.000 Tonnen Müll ein. Nach aktuellen Prognosen wird diese Zahl in den nächsten fünf Jahren auf etwa 96.000 Tonnen anwachsen.

Der neue Wertstoffhof ist schon vor diesem Hintergrund ein wichtiger Beitrag zu einem grünen und umweltfreundlichen Potsdam.

«zurück

 

 

Klimaforschung aus Potsdam

Potsdam, den 21.05.2015

Einer Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zu Folge hat sich der Golfstrom im Laufe des 20. Jahrhunderts so stark verlangsamt, wie anscheinend seit 1.000 Jahren nicht.

Vor allem in den letzten Jahrzehnten habe sich die warme Meeresströmung deutlich abgeschwächt, berichten die Forscher. Mögliche Ursachen hierfür werden im Klimawandel vermutet.

Für Mittel- und Nordeuropa ist der Golfstrom lebenswichtig. Wie ein großes Förderband transportiert er ununterbrochen gewaltige Mengen an Wärmeenergie von der Karibik bis nach Nordeuropa. Dies beschert uns hierzulande, trotz unserer Lage in den höheren nördlichen Breitengraden, ganzjährig eher milde Temperaturen. Der Golfstrom hat also entscheidenden Einfluss auf unser Klima.

Für die aktuelle Studie untersuchten die Forscher die Temperaturen an der Wasseroberfläche im Nordatlantik. Da diese entscheidend von Meeresströmungen abhängen, erlauben sie Rückschlüsse auf die Stärke solcher Ströme. Um Vergleichswerte für ihre Daten zu erhalten wurden zusätzlich, aus der Analyse von Eisbohrkernen, Korallen, und Ablagerungen am Meeresboden, die entsprechenden Temperaturen der vergangenen Jahrhunderte ermittelt.

„Verblüffenderweise hat sich trotz fortschreitender globaler Erwärmung ein Teil des nördlichen Atlantiks in den letzten hundert Jahren abgekühlt“, so Stefan Rahmsdorf vom PIK in einer Mitteilung seines Instituts. Diese Abkühlung fällt stärker aus, als von den meisten Computermodellen berechnet.

Die Forscher vermuten, dass dieses Absinken der Temperatur in den untersuchten Gebieten auf das Schwächeln einer anderen, noch größeren Meeresströmung zurückzuführen ist. Die sogenannte Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC), auch einfach große Umwälzströmung genannt, hat im 20. Jahrhundert deutlich an Kraft verloren. „Wahrscheinlich stört das vom schmelzenden Grönländischen Eis einströmende Süßwasser die natürliche Umwälzung“ erläutert Rahmsdorf.

Nach Einschätzung des PIK und anderen internationalen Forschungsinstituten besteht die Gefahr, dass die atlantische Umwälzung – würde sie zu schwach werden- vollständig zusammenbrechen könnte. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Umkippens der Strömung noch innerhalb dieses Jahrhunderts wird auf bis zu Eins zu Zehn geschätzt. Dies würde nach Meinung der Forscher nicht absehbare Auswirkungen auf die globalen Wetter- und Ökosysteme nach sich ziehen.

«zurück

 

 

 

Biotonne kommt flächendeckend

Potsdam, den 03.06.2015

Nach Probeläufen im Schlaatz, in Potsdam-West und der nördlichen Innenstadt wird es nun allmählich ernst: Ab dem 01. Januar 2016 wird die Biotonne in ganz Potsdam flächendeckend eingeführt. Alle Wohnhäuser der Stadt sind ab diesem Termin verpflichtet ihre Abfälle entsprechend getrennt zu entsorgen.

Grund hierfür ist eine zum 01. Januar diesen Jahres in Kraft getretene gesetzliche Regelung, die sogenannte „Getrennthaltungspflicht für Bioabfälle“.

Ausgenommen von dieser Pflicht ist nur, wer noch selbst kompostiert.

Viele Potsdamer sind noch unschlüssig, was sie von dieser neuen Regelung halten sollen. Eine Bürgerbefragung hat ergeben, dass nur jeder Zweite die Einführung begrüßt.

Kritisiert wird unter anderem der Mehraufwand der den Haushalten entsteht. Schließlich will der entsprechende Müll vorsortiert werden und die neue Tonne beansprucht zusätzlichen Platz. Des Weiteren befürchten viele Bürger, dass es gerade im Sommer zu Geruchsbelästigungen durch die Bioabfälle kommen kann.

Um dies zu vermeiden, wird die STEP die Tonnen wöchentlich leeren und zweimal im Jahr komplett reinigen lassen. Wer allein keine Tonne voll bekommt, kann sie sich zudem mit Grundstücksnachbarn teilen. Auch die Laubsäcke werden in Zukunft überflüssig, denn die Grünabfälle kommen auch in den Biomüll. Zusätzlich sollen verschiedene Tonnengrößen angeboten werden.

Warum aber sollen die Bioabfälle überhaupt vom Hausmüll getrennt werden?

Weil unsere Küchenabfälle wertvolle Rohstoffe und organische Substanzen enthalten, die sich nutzbringend verwerten lassen. Die Biotonne ist also tatsächlich eine kleine Schatzkiste.

Nach einer entsprechenden Behandlung durch Kompostierung oder Vergärung kann aus unseren Abfällen umweltfreundlicher Dünger oder sogar Energie gewonnen werden.

Zudem hilft die Trennung, die Abfallverwertungskette noch effizienter zu gestalten und die Menge an teurem Restmüll, der entweder verbrannt oder auf Deponien ausgebracht wird, weiter zu verringern.

Grundvoraussetzung hierfür ist natürlich, dass in die Biotonne nur das hineinkommt was auch hinein gehört. Eine entsprechende Übersicht finden sie hier.

«zurück

 

 

Potsdam verleiht Klimapreis und kührt Energiesparmeister

Potsdam, den 10.06.2015

Zum bereits vierten Mal wurde am Donnerstag vergangener Woche der Potsdamer Klimapreis verliehen. In der gut besuchten Waschhaus-Arena überreichte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) die mit 1.000 Euro dotierte Trophäe an jeweils drei Kandidaten aus der Potsdamer Bürgerschaft und drei Schulen, die sich um den Klimaschutz verdient gemacht hatten.

Das Engagement der Preisträger stimme Ihn zuversichtlich, “dass wir in Potsdam unser selbst gestecktes, ehrgeiziges Ziel, bis zum Jahr 2020 insgesamt 20 Prozent an Kohlendioxid-Emissionen (gegenüber 2005) einzusparen, auch erreichen können“, so Jakobs.

So erhielt beispielsweise die Cornelius-Schule den Preis für ihr Projekt “Klimafrühstück“, die Gesamtschule am Schilfhof hingegen für ihr Konzept eines klimafreundlicheren Stadtteils Schlaatz.

Die Grundschule Am Priesterweg wurde für eine spezielle Klimakonferenz, welche an der Einrichtung abgehalten wurde, ausgezeichnet.

Eine unabhängige Jury entschied nach Kriterien wie zum Beispiel konkrete Nutzeffekte für die Umwelt, Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit, Kreativität und Originalität sowie Zukunftsfähigkeit.

Einen Preis erhielten des Weiteren die Betreiber des Campingplatzes “Sanssouci“ an der Pirschheide für ihre äußerst nachhaltig und ökologisch betriebene Anlage. Auch der Babelsberger Verein Oberlinhaus durfte sich über eine Auszeichnung für seinen energieeffizienten Campus freuen. Zu guter Letzt wurde auch das Hans-Otto-Theater für das Stück “Der Junge auf dem Baum“ mit einem Preis bedacht.

Die KlimaAgentur der Stadtwerke Potsdam nutzte den festlichen Rahmen, um in eigener Sache ebenfalls eine Preisverleihung vorzunehmen. Aus der Hand von Oberbürgermeister Jann Jakobs empfingen die Teilnehmer unserer Aktion “Potsdam sucht den Energiesparmeister“ jeweils eine Urkunde und einen Scheck mit einer Geldprämie.

Wie unsere Wettkämpfer im Einzelnen abgeschnitten haben sowie Näheres zu unserem Energiesparwettbewerb können Sie hier erfahren.

«zurück

 

 

Potsdam sitzt auf dem Trockenen

Potsdam, den 17. Juni 2015

Trotz recht kräftiger Niederschläge am vergangenen Wochenende leiden Potsdams Grünflächen weiter schwer unter der anhaltenden Trockenheit. Besonders betroffen sind die Parkanlagen des Weltkulturerbes. Laut dem Sprecher der Schlösserstiftung, Frank Kallensee, seien die Pflanzen, die sich noch in der Hauptwachstumsphase befinden, deutlich beeinträchtigt.

„An eine solche Frühjahrs- und Frühsommertrockenheit kann ich mich nicht erinnern“, so auch Heiko Muschick, Fachbereichsleiter im Park Sanssouci. Trockene Hoch- und Spätsommer könnten Pflanzen eher verkraften

Das Grünflächenamt der Stadtverwaltung fährt derzeit ebenfalls Sonderschichten im Kampf gegen die Trockenheit. Um größere Schäden an jungen Bäumen, Blumenrabatten und wichtigen Grünflächen im Stadtgebiet zu vermeiden sind beispielsweise zusätzliche Wasserwagen unterwegs. Bis auf einige trockene Rasenflächen seien aber noch keine größeren Schäden zu verzeichnen, so Rathaussprecher Jan Brunzlow.

Die sommerlichen Temperaturen der letzten Woche machten sich natürlich auch in den Wassertanks der Energie und Wasser Potsdam (EWP) bemerkbar. Als beispielsweise am 06. Juni 32 Grad in der Landeshauptstadt gemessen wurden, verbrauchten die Potsdamer gut 39.000 Kubikmeter Wasser. Zum Vergleich: Im Jahresdurchschnitt beläuft sich der tägliche Bedarf auf circa 26.100 Kubikmeter.

Dem Sprecher der Stadtwerke, Stefan Klotz, zufolge sind aber keine Kapazitätsengpässe zu befürchten. Alle Wasserwerke hätten noch Reserven.

Laut Klotz sei die EWP in der Lage, eine Woche lang täglich 52.200 Kubikmeter Wasser zu fördern und bereitzustellen. Von einem solchen Verbrauch sei man aber weit entfernt.

Den höchsten Wasserverbrauch an einem Tag in den vergangenen fünf Jahren verzeichnete die EWP 2010. Damals wurden fast 43.000 Kubikmeter gefördert.

Von einer Rekorddürre ist man in Potsdam somit zwar noch weit entfernt, dennoch konstatieren die Wissenschaftler des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) ein ungewöhnlich trockenes Frühjahr.

Im April sei lediglich etwa die Hälfte des mittleren Niederschlags gefallen, im Mai weniger als ein Drittel, so eine offizielle Mittteilung des PIK. Damit liege die Gesamtsumme des Niederschlags deutlich unterhalb des langjährigen Mittels und auf dem Niveau des Trockenjahres 2003.

Nach den Wärmegewittern am vergangenen Samstag hat es auch in der aktuellen Woche bisher keine Niederschläge gegeben. Ab Donnerstag sagt der Deutsche Wetterdienst für den Raum Potsdam jedoch Regen vorher. Die Gärtner der Landeshauptstadt und der Schlösserstiftung dürfen also hoffen.

«zurück

 

 

KlimaAgentur informiert zum Energieausweis

Potsdam, den 24. Juni 2015

Wie viel Kraftstoff das eigene Auto verbraucht wissen die meisten, was jedoch das eigene Haus an Energie verbraucht können hingegen nur wenige sagen.

Dabei entfallen mehr als 70 Prozent des Energieverbrauchs eines Gebäudes auf Heizung und Warmwasserbereitung- also der Löwenanteil der Betriebskosten.

Und genau in diesem Bereich gibt es bei Gebäuden unterschiedlichen Typs teilweise gravierende Unterschiede: So verbraucht beispielsweise ein sogenanntes Passivhaus pro Quadratmeter und Jahr nur etwa 15 kWh an Heizenergie. Ein schlecht isolierter Altbau hingegen verbraucht bis zu 30-mal so viel. Dies macht sich natürlich im Geldbeutel bemerkbar.

Um diese Unterschiede für Mieter oder Käufer von Immobilien sichtbar zu machen, wurde 2007 der Energieausweis eingeführt. Anhand einer auf dem Ausweis abgebildeten Skala kann der Energieverbauch verschiedener Gebäude relativ zuverlässig miteinander verglichen werden.

Mit der Einführung sind aber auch neue Fragen aufgekommen: Welche Rechte und Pflichten habe ich? Gibt es unterschiedliche Arten von Ausweisen und welche Informationen kann ich ihnen entnehmen? Woher bekomme ich überhaupt einen Energieausweis?

Die KlimaAgentur Potsdam hilft Ihnen diese Fragen zu klären.

Im Rahmen der kostenlosen Veranstaltungsreihe „Bestens Informiert“, dreht sich am 01. Juli in der Urania in der Gutenbergstraße alles um den Energieausweis.

Als Gastreferentin zu diesem Thema konnte die KlimaAgentur mit Sandra Pommerening eine erfahrene Energieberaterin gewinnen. Das Referat der Expertin wird etwa 60 Minuten dauern.

Frau Pommerening wird die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die unterschiedlichen Arten von Energieausweisen erläutern. Anschließend wird ausführlich auf individuelle Fragen aus dem Publikum eingegangen werden.

Der Beginn der Veranstaltung ist 18 Uhr und der Eintritt ist frei.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Unter der Telefonnummer 0331/6619731, oder per Mail unter klimaagentur@swp-potsdam.de freuen wir uns auf Ihre Anmeldung. Gibt es Fragen und Themen, welche Sie besonders interessieren? Gerne berücksichtigen wir diese bei der Planung der entsprechenden Vorträge.

«zurück

 

 

Und sie erwärmt sich doch!

Potsdam, den 08.Juli 2015

In Bayern wurde der deutsche Hitzerekord geknackt und auch die Potsdamer ächzten vergangenes Wochenende unter extrem hohen Temperaturen.

40,3 Grad wurden vergangenen Sonntag im bayrischen Kitzingen gemessen. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 war es in Deutschland noch nie so heiß. In Potsdam kletterte das Quecksilber immerhin bis auf 37 Grad.

Sich häufende extreme Wetterlagen sind ein Indiz für den fortschreitenden Klimawandel.

Nichtsdestotrotz standen Klimaforscher noch bis vor kurzem vor einem merkwürdigen Problem in ihren Klimamodellen: Seit gut 15 Jahren schien der globale Temperaturanstieg gebremst. Alles deutete auf eine Pause der Erderwärmung hin. Selbst der Uno-Klimarat konstatierte eine solche Pause in seinem Sachstandbericht, obwohl die Jahre seit 2000 sämtlich zu den wärmsten seit 1880 gehören.

Nun fanden Experten jedoch einen Fehler in der Analyse:

Die angebliche Pause gebe es nicht, berichten Forscher des staatlichen Klimaforschungszentrums der USA, der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration). Das Phänomen beruhe auf mangelhaften Daten, schreiben sie im Magazin “Science“. Fehlerhafte Interpretationen der Messungen hätten die Temperaturen systematisch verfälscht.

Die Autoren der neuen Studie haben die Temperaturdaten seit 1998 korrigiert, weil sie entdeckt hatten, dass diese teils auf falschen Annahmen basierten. Was bedeutet dies nun? Zwei kurze Beispiele: Lange wurde von Schiffen aus per Holzeimer das Wasser gemessen, dann vermehrt in Plastikgefäßen, heute meist automatisch am Rumpf - die Messmethode kann das Messergebnis beeinflussen und muss bei der Datenauswertung entsprechend berücksichtigt werden. Diese Daten sind bisher falsch zugeordnet worden.

Auch Messungen abgelegener Regionen an Land hätten in jüngster Zeit korrigiert werden müssen, berichten die Forscher.

Den neuen Berechnungen zufolge verschwindet die Erwärmungspause, wenn die mutmaßlich verzerrten Daten berichtigt werden. Somit ergibt sich nach aktuellem Forschungsstand folgendes Bild: Von 2000 bis 2014 stieg die globale Durchschnittstemperatur um 0,116 Grad pro Jahrzehnt – tatsächlich sogar etwas schneller als zwischen 1950 bis 1999.

“Und wir unterschätzen die Erwärmung immer noch - wegen der unvollständigen Erfassung der Arktis, die sich stark erwärmt hat in den letzten Jahren“, schreiben die Forscher. Laut der aktuellen Studie wärmte sich das Klima zwischen 1998 bis 2012, im Vergleich zu den höchsten Berechnungen des Uno-Klimarats, doppelt so schnell auf.

Sind der Uno-Bericht und Hunderte Studien der letzten Jahre also Unfug?

“Das wäre eine dumme Behauptung“, sagt Gavin Schmidt, Direktor des Klimadatenzentrums der Nasa. Die neu berechnete Temperaturentwicklung unterscheide sich zwar nicht gravierend von vorigen, es könne nun aber von einer Pause der Erwärmung keine Rede sein. Der langfristige Trend weise deutlich auf einen (relativ) raschen, globalen Temperaturanstieg.

Hans von Storch, Direktor am Klimaforschungszentrum GKKS, ein prominenter Kritiker zahlreicher Arbeiten erklärte: “Die Arbeit zeigt, dass selbst die wichtigsten Daten der Klimaforschung ständig überprüft werden müssen“.

Insgesamt sind sich die Forscher jedoch einig: Auch in den kommenden Jahren werden wir uns in Deutschland und somit auch hier in Potsdam auf neue Temperaturrekorde und Wetterextreme einstellen müssen.

«zurück

 

 

Supercomputer für Potsdamer Klimaforscher

Potsdam, den 17.07.2015

Gerade noch extreme Hitze und nur wenige Tage später Temperaturen, die eher in den Herbst statt in den Sommer gehören. In Potsdam fährt das Quecksilber momentan Achterbahn. Solche Wetterkapriolen sind nach Meinung der Klimaforscher eine Begleiterscheinung der globalen Erwärmung und werden weiter zunehmen.

Die komplizierten Mechanismen die hinter Entwicklungen wie dieser stecken zu erforschen, ist das Ziel der Arbeit des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Denn obwohl wir das globale Wettersystem heute bereits viel besser verstehen als noch vor 50 Jahren, sind nach wie vor viele Fragen offen.

Eines der effizientesten Werkzeuge im Repertoire der Forscher ist dabei der Computer, mit dessen Hilfe komplexeste Wettermodelle ‘nachgebaut‘ und getestet werden können.

Jedoch werden für diesen Zweck keine gewöhnlichen Computer, sondern extrem schnelle Hochleistungsrechner benutzt.

Eben solch einen Hochleistungsrechner - einen der 400 schnellsten weltweit - hat das PIK jüngst in Betrieb genommen. Mit der enormen Leistung von 212 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde, dem mehr als zweitausendfachen eines leistungsstarken Heimcomputers, wollen die Potsdamer Forscher künftig detaillierte Simulationen der Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Ozeanen, Land- und Eisflächen durchführen.

„Dieser neue Rechner ist für uns, was für andere Institute ihr Forschungsschiff ist- er ermöglicht uns Erkundungsfahrten ins Meer des Unbekannten, nur dass unser Ozean aus Daten und Gleichungen besteht“, so PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber.

„Wir berechnen, was im Klimasystem unseres Planeten geschieht.“

Weil Computer während der Arbeit immer auch Wärme erzeugen, wurde durch den Hersteller ein hochinnovatives Kühlsystem entwickelt, bei dem Flüssigkeit direkt an den aktuell 5088 installierten Prozessorkernen vorbei geleitet wird.

Die Abwärme soll so weitergeleitet und zur Beheizung des in wenigen Wochen bezugsfertigen Forschungsneubaus des PIK genutzt werden. Zusätzliche Wärmequellen wird man nicht benötigen.

„Der neue Hochleistungsrechner ist bis ins Detail auf die in Potsdam betriebene Entwicklung von Klimamodellen und ökonomischen Modellen zugeschnitten - von der Rechenleistung und Geschwindigkeit der Datenübertragung bis hin zur Software“, sagt Karsten Kramer, Leiter der IT (Informationstechnik) des PIK.

„Um die Rechenleistung unseres neuen Computers zu ersetzen, müsste jeder Mensch auf der Erde knapp 30.000 Rechnungen pro Sekunde durchführen - schon das zeigt, wir kommen ohne modernste Technik einfach nicht aus“, so Kramer weiter. „Aber umgekehrt gilt: Ohne die Ideen unserer Forscher nutzt auch der schnellste Computer nichts.“

«zurück

 

 

Günstige Gelegenheit

Potsdam, den 22. Juli 2015

In fast jedem dritten deutschen Keller steht eine Heizung die mehr als 20 Jahr auf dem Buckel hat. Dies berichtete jüngst der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

“In älteren, unsanierten Häusern reißen die Heizkosten oft ein Loch ins Budget“, schlussfolgert die Deutsche Energie Agentur (Dena).

Und nicht nur das: Die in die Jahre gekommenen Anlagen drücken auch auf die deutsche Klimabilanz.

In vielen Haushalten scheut man sich aber vor einer Heizungs- und/oder einer Gebäudesanierung. Momentan ist die Gelegenheit jedoch günstig wie nie, denn die entsprechenden Fördermittel wurden kürzlich aufgestockt.

“Wer über den Austausch einer Heizung nachdenkt, hat jetzt die besten Möglichkeiten“, sagt Manuela Mohr von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Bevor Hauseigentümer das Projekt Heizungstausch in Angriff nehmen, sollten sie jedoch mit einem Energieberater sprechen, empfiehlt die Dena.

Die Energieberatung wird mit bis zu 800 Euro bezuschusst und hilft so manche Stolperfalle zu vermeiden.

So warnt die Verbraucherzentrale Sachsen beispielsweise davor, jetzt noch vermeintliche Schnäppchen mit veralteter Heizungstechnik zu kaufen. Manche Händler versuchten nämlich, vor Inkrafttreten neuer gesetzlicher Effizienzwerte Ende September sogenannte Niedertemperaturkessel loszuwerden. Der vermeintliche Preisvorteil dieser Modelle wird jedoch durch die laufenden Kosten schnell wieder aufgefressen.

Aber nicht nur die Energieberatung wird gefördert, die KfW und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) unterstützen Hausbesitzer mit einer breiten Palette an Fördermitteln: So werden nicht nur effiziente Heiztechnik und energetische Sanierungen gefördert, auch die Nutzung von erneuerbaren Energien wird unterstützt.

Auch die Investitions- und Landesbank Brandenburg (ILB) bietet hierzu attraktive Programme.

Doch nicht nur die zahlreichen Fördermöglichkeiten helfen die finanzielle Last eines Heizungsaustausch und/oder einer energetischen Sanierung zu verringern.

Wer einen Heizkessel austauscht, sollte an die Steuerersparnis denken, rät Constanze Grüning vom Bund der Steuerzahler. 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 1.200 Euro im Jahr, können von der Steuerschuld abgezogen werden. Eine getrennte Ausweisung der Arbeitskosten in der Rechnung ist hierfür Voraussetzung.

Möchten Sie herausfinden, ob und welche Fördermittel Sie in Anspruch nehmen können? Unser Fördermittel-Check gibt Ihnen Auskunft. Für weitere Fragen oder eine individuelle Beratung stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Potsdams erster CO2-Neutraler Stadtteil: Rahmenvertrag für die Versorgung und Infrastruktur unterzeichnet

Potsdam, den 30.Juli 2015

Potsdam will eine klimafreundliche Stadt werden. Schritt für Schritt geht es voran: Gestern unterzeichnete die Landeshauptstadt Potsdam mit den Stadtwerken Potsdam und dem Entwicklungsträger Potsdam eine Rahmenvereinbarung zur weiteren Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes in Krampnitz, so dass eine enge zusammengearbeitet und gegenseitige Unterstützung gewährleistet ist. Auf insgesamt 150 Hektar Fläche soll ein Wohngebiet mit etwa 1600 Wohnung entstehen, in dem keine fossilen Energieträger mehr zum Einsatz kommen. Der Stadtwerke-Geschäftsführer Wilfried Böhme erläuterte, dass die Energie und Wasser Potsdam mehrere moderne Versorgungslösungen für Strom und Wärme in drei Bauphasen bis zum Jahr 2025 realisieren könne.

Um dieses Ziel zu erreichen, werde unter anderem mit Solarthermie- und Photovoltaikanlagen, Wärme- und Biogasspeicher sowie mit zwei Blockheizkraftwerken zur Wärmeversorgung geplant. Das Biogas soll aus den Bioabfällen in einer Bioabfall-Vergärungsanlage der Stadtentsorgung Potsdam gewonnen werden. Ein geeigneter Standort in der Nähe von Marquardt und Satzkorn oder der Fresdorfer Heide bei Michendorf wird derzeit untersucht.

Auch ein klimaneutrales Mobilitätskonzept soll dazu beitragen, den Nahverkehrssektor CO2-neutral zu gestalten. Demnach sollen zunächst Dieselbusse nach neuester EEV- und Euro-6-Norm das Wohngebiet erschließen und später durch Busse mit alternativen Antrieben ersetzt werden. Entsprechende Ladestationen – auch für Elektroautos und –fahrräder der Anwohner – werden mitberücksichtigt. Dazu sei eine Verlängerung der Tram 96 bis Krampnitz im Endausbau ab 2025 eine wichtige Ergänzung.

Klimawandel schädigt Potsdamer Stadtparks

Potsdam, den 20. August 2015

Schweißtreibende Temperaturen, anhaltende Trockenheit - die extremen Wetterbedingungen der vergangenen Wochen zeigen, dass der Klimawandel auch vor Potsdam nicht halt macht.

Besonders die Pflanzenwelt wurde durch die aktuellen Hitzerekorde und den ausbleibenden Regen in Mitleidenschaft gezogen. Ein Umstand der auch den Gärtnern der Potsdamer Schlossparks zu schaffen macht. Ein gutes Beispiel liefert hier die rund 200 Jahre alte Allianz-Eiche am Neuen Palais von Park Sanssouci. Die Eiche ist ein kräftiger, großer Baum und hätte eigentlich noch eine Lebenserwartung von mehreren Hundert Jahren, doch ob sie dies schafft ist inzwischen ungewiss.

„Sie sieht nicht gut aus“, sagt Gartendirektor Michael Rhode von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Das Wetter ist insgesamt heißer geworden, es regnet weniger und neue Schädlinge machen der Allianz-Eiche und anderen Bäumen und Pflanzen in den Parks zu schaffen.

Wie die vom berühmten Potsdamer Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné (1789 - 1866) geschaffenen Parkanlagen dennoch erhalten werden können, soll nun in einem neuen Forschungsprojekt der Technischen Universität Berlin (TU) untersucht werden. Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt und wird mit rund 350.000 Euro durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziert.

Am Beispiel der Gärten der Schlösserstiftung soll dabei modellhaft erforscht werden, was für Schäden bereits zu verzeichnen sind und wie dem begegnet werden kann, so Rhode. Die Bäume und Parks sollen unter anderem durch Veränderung der Bodenzusammensetzung und durch Nachpflanzungen für den Klimawandel fit gemacht werden.

Auf einige Probleme haben die mehr als 100 Gärtner der Stiftung bereits Antworten gefunden. So wird nicht mehr im Frühjahr, sondern nur noch im Herbst neu gepflanzt. Die Frühjahrspflanzung hatten die Sommer inzwischen oft nicht mehr überstanden. Auch werden in einigen Fällen besonders empfindliche oder gefährdete Gewächse durch ähnlich aussehende Pflanzen ersetzt.

„Die Krux besteht darin, dass Lenné die ganzen Parkanlagen im Prinzip auf Sand gebaut hat“ sagt Rhode. Der trockene und sandige Boden Brandenburgs stellt an sich schon eine Herausforderung an die Gärtner da. Nun müsse wegen des Klimawandels noch stärker dafür gesorgt werden, dass Wasser und Nährstoffe für die Bäume „nicht einfach an den Wurzeln vorbeirauschen“. Allzu radikale Veränderungen sollen jedoch nicht vorgenommen werden. Schließlich seien die Gärten Kunstwerke und müssen wie Gemälde betrachte werden, betont der Gartendirektor.

71 Millionen für Potsdam

Potsdam, den 26. August 2015

Ferienzeit ist Baustellenzeit - Ein leidiges Thema für die Potsdamer Autofahrer. Gerade in den vergangenen Wochen hatten sie es wieder schwer. Überall im Stadtgebiet behinderten Baustellen das Vorankommen. Die hiesigen Verkehrsprobleme sind aber auch ohne Baustellen spürbar. Potsdam leidet sozusagen an Wachstumsschmerzen: Unsere Stadt wächst und das Verkehrsaufkommen nimmt immer weiter zu.

An vielen Stellen wird bereits an Maßnahmen zur Entlastung gearbeitet. Der Verkehr in Potsdam (ViP) beispielsweise investiert weiter in Verbesserungen des ÖPNV-Angebots und bessere Radwege sollen PKW-Fahrer aufs Rad locken.

In den nächsten fünf Jahren werden zudem in Potsdam und den Umlandgemeinden mehr Parkplätze, neue Radschnellrouten und neue Verkehrswege geschaffen. Darüber hinaus sollen neue Energiekonzepte in verschiedenen Stadtteilen umgesetzt und touristische Angebote ausgebaut werden. Beispiele hierfür sind eine geplante Rad-und Fußgängerbrücke zwischen Werder-Bahnhof und Potsdam sowie eine Radschnellroute zwischen Stahnsdorf und Potsdam.

Die Pläne der Landeshauptstadt und ihrer Nachbarn für mehr Mobilität, Energieeinsparung und starke Natur- und Kulturlandschaften umfassen Investitionen in Höhe von 71 Millionen Euro. Um die Finanzierung zu sichern, beteiligen sich die Ortschaften gemeinsam am Wettbewerb um Fördergelder der Europäischen Union. Insgesamt stehen dem Land Brandenburg für die Förderperiode bis zum Jahr 2020 circa 213 Millionen aus EU-Töpfen zur Verfügung. Diese Mittel sind hart umkämpft, doch Bürgermeister Jann Jakobs ist optimistisch: „Wir haben ein sehr umfangreiches Wettbewerbspaket geschnürt, an Projekten nicht gespart, um loslegen zu können, wenn wir uns im Vergleich durchsetzen und mit Fördergeldern rechnen können“.

Neben dem Ausbau und der Verbesserung der Verkehrswege sieht das Paket noch weitere Maßnahmen vor. Der Bahnhof in Werder soll beispielsweise ein Parkhaus bekommen, um Pendlern den Umstieg auf den ÖPNV zu erleichtern. Die Gemeinde Schwielosee plant einen Park&Ride-Parkplatz an der Baumgartenbrücke. Die Bioabfälle aus den Potsdamer Biotonnen sollen einen nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Zu diesem Zweck planen die Stadtwerke eine Vergärungsanlage für Bioabfälle. Die hier entstehenden Gase können zur Stromerzeugung genutzt werden. Ein geeigneter Standort wird allerdings noch gesucht.

Diese und weitere Pläne können jedoch nur realisiert werden, wenn die Abgeordneten der jeweiligen Kommunen den Plänen zustimmen. Und wenn sich Potsdam und das Umland mit den genannten Plänen im Landeswettbewerb für die Fördermittel durchsetzt, dann kann es losgehen.

Lohnen sich Radschnellrouten?

Potsdam, den 02. September 2015

Ja, sie lohnen sich. Das legen zumindest die jüngst veröffentlichten Ergebnisse einer durch die Stadt Potsdam in Auftrag gegebenen Studie nahe.

Pendler aus Potsdams Umgebung sollen künftig häufiger aufs Fahrrad umsteigen. Um Ihnen den Umstieg schmackhaft zu machen, sollen sogenannte Radschnellrouten Werder, Krampnitz und die Region Teltow an die Potsdamer Innenstadt anbinden.

Der Potsdamer Radverkehrsbeauftragte Torsten von Einem stellte nun am vergangenen Montag die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor.

Die Schnellverbindungen besitzen demnach ein hohes Potenzial, Pendler aus dem Auto auf das Fahrrad zu locken. Ziel ist es, dass jeden Tag gut 1000 Pendler pro Tag umsteigen. Priorität habe zunächst die Strecke durch die Parforceheide nach Teltow. Mit dem auf 3,9 Millionen Euro veranschlagten Projekt bewerben sich Potsdam und die Umlandgemeinden auch im landesweiten Stadt-Umland-Wettbewerb um Fördermittel aus einem EU-Topf (die KlimaAgentur berichtete). Ebenfalls im Wettbewerb ist der Bau einer Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Zernsee zwischen Werder und Potsdam. Sie könnte später Teil einer weiteren Schnellroute entlang des Bahndamms und durch den Wildpark nach Potsdam-West werde. Frühestens 2018 könnten die Radwege fertig sein.

Bis es soweit ist gibt es jedoch noch viel Klärungsbedarf. So müssen sowohl der Natur- als auch der Denkmalschutz einbezogen werden. Außerdem muss noch geklärt werden, wie die Tausenden Radpendler innerhalb der Stadt weiterkommen sollen. Dies zählt mit zu den schwierigsten Fragen. Hierzu gibt es jedoch bereits einige Ansätze: So soll beispielsweise die Strecke nach Teltow über die Stahnsdorfer Straße, die Benz- und die Schulstraße fortgeführt werden- als sogenannte Fahrradstraße. Autos dürften dort weiterhin fahren, allerdings nur mit Tempo 30 und Radler hätten Vorrang. Ähnliche Pläne gibt es für die Geschwister-Scholls-Straße. Eine dritte Schnellroute soll Krampnitz mit der Innenstadt verbinden. Langfristig ist sogar geplant zu diesem Zweck eine neue Brücke über den Sacrow-Paretz-Kanal zu bauen.

Zunächst ist jedoch die Politik gefragt. Die aktuelle Studie soll die Entscheidungsgrundlage für die genannten Pläne bilden. Ob und wann die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden ist noch unklar.

Wirtschaft top - Umwelt flop

Potsdam, den 09. September 2015

Deutschland ist bei der schonenden Nutzung und dem Erhalt seiner Ressourcen eine der erfolgreichsten Industrienationen der Welt - hat aber auch noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung, bei der Deutschland den sechsten Platz von 34 untersuchten Staaten belegt. Die fünf bestplazierten Länder sind Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und die Schweiz. Am schlechtesten schnitten Griechenland, Chile, Ungarn, die Türkei und Mexiko ab.

Als Motor der europäischen Wirtschaft gehört Deutschland zu den führenden Staaten in der Untersuchung. Das gute Abschneiden unseres Landes liegt vor allem an den sehr guten Werten in den Feldern Wirtschaft und Soziales. So sei das Wachstum hoch und nachhaltig, lobt die Studie. Unter anderem wirke sich auch die hohe Zahl an Naturschutzgebieten positiv aus.

Besonders gut schneidet Deutschland auch in den Bereichen Forschung und Entwicklung ab.

Schwächen offenbart die Untersuchung jedoch ausgerechnet dort, wo Deutschland sich eigentlich besonders stark wähnt:

Etwa bei der Ökologie, der Müllvermeidung und der Reinheit der Luft. Gerade im Umweltbereich gibt es also erhebliche Mängel. So verursacht jeder Deutsche der Studie zufolge 614 Kilogramm Müll pro Jahr, während der internationale Schnitt nur bei 483 Kilo liegt. Selbst ein modernes Industrieland wie Japan produziert nur wenig mehr als die Hälfte des Pro-Kopf-Abfalls der Deutschen. Schlusslichter der Müllstatistik sind die Schweiz, die USA und überraschender Weise, das sonst als ökologisches Musterland geltende Dänemark mit 751 Kilogramm Müll.

Laut der Studie hat Deutschland auch bei der Landwirtschaft ökologische Defizite. Pro Hektar würden 94 Kilogramm Nitrate und Phosphate zu viel auf die Äcker gebracht. Dies könne die Böden schwer schädigen warnen die Autoren der Studie. Auch die Luft ist hierzulande nicht so sauber wie man erwarten könnte: Bei der Feinstaubbelastung liegt Deutschland auf Platz 27 von 34. Es sei besorgniserregend, dass viele Deutsche einer Luftverschmutzung durch Feinstaub ausgesetzt sind, die über den Grenzwerten der WHO (World Health Organisation) liege, heißt es in der Untersuchung. Laut der Studie beutet die Bundesrepublik auch ihr Grundwasser zu sehr aus. Bei der Nutzung der gesamten erneuerbaren Süßwasserressourcen landet Deutschland mit einer jährlichen Entnahme von 30,2 Prozent unter den letzten fünf.

Die wichtigsten Herausforderungen neben dem Umweltschutz lägen für alle untersuchten Staaten die Förderung eines inklusiven Wirtschaftsmodels, in dem möglichst viele Menschen am Wohlstand teilhaben, sowie eines nachhaltigen Produktions- und Konsumverhaltens.

Grün, grüner - ViP

Potsdam, den 05. Oktober 2015

Seit dem 01. Oktober 2015 fahren Posdams Straßenbahnen umweltfreundlich mit EWP Ökostrom durch unsere Stadt. Am 27. September im Rahmen des Potsdamer Umweltfestes unterzeichneten die Geschäftsführungen der Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) und der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (ViP) einen entsprechenden Vertrag.

Wilfried Böhme, Stadtwerke-Geschäftsführer und technischer Geschäftsführer der EWP, hierzu: „Die beiden Stadtwerke-Unternehmen haben damit einen weiteren Schritt zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Landeshauptstadt getan.“

Mit „EWP Ökostrom“ angetrieben, fahren die Straßenbahnen nun vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien. Dadurch verringert die ViP nochmals ihren jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß um weitere 1.888 Tonnen. „Wir verfolgen damit konsequent unseren Weg, umweltfreundliche und klimaschonende Mobilität in Potsdam anzubieten“, so Oliver Glaser, technischer Geschäftsführer der ViP.

Der kaufmännische Geschäftsführer der ViP, Martin Grießner, betont: „Mit Blick auf die 31,8 Millionen Fahrgäste des Verkehrsbetriebes gewinnt diese Zahl an Bedeutung. Nach Berechnungen des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) verursacht eine Person in einer Straßenbahn mit durchschnittlicher Auslastung nur ein Viertel der Kohlendioxid-Menge, wie sie bei einer Fahrt mit dem PKW entstehen. Je mehr Menschen mit der Straßenbahn fahren, desto günstiger wird die Klimabilanz. Die ViP-Straßenbahnen fahren mit dem neuen Vertrag der EWP nunmehr klimaschonend und nahezu emissionsfrei.“

Die Potsdamer Straßenbahnen verbrauchen im Jahr rund 12 Millionen Kilowattstunden Strom. Bisher wurde dieser von der EWP als atomstromfrei produzierter Strom aus dem Heizkraftwerk Potsdam geliefert. Durch die Verbrennung von Erdgas entstehen bereits deutlich weniger Kohlendioxidemissionen als durch Kohlestrom. In diesem „EWP PotsdamStrom“-Mix sind es nur 138 Gramm pro Kilowattstunde statt hoher 511 Gramm pro Kilowattstunde im Bundesdurchschnitt. Ab Oktober 2015 werden nunmehr bei der Potsdamer Straßenbahn im Vergleich zum Bundesdurchschnitt insgesamt sogar Emissionen von rund 6000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden.

Der kaufmännische Geschäftsführer der EWP, Holger Neumann erläuterte: „Die Tram in Potsdam ist gelebte Elektromobilität. Mit der Vernetzung unserer umweltfreundlichen Angebote tragen wir jetzt bereits entscheidend dazu bei, dass unsere Stadt auch für die nachfolgenden Generationen so lebenswert bleibt. Allein durch die seit 2010 betriebene Photovoltaik-Anlage auf dem ViP Carport könnten bereits drei Straßenbahnen ein Jahr lang mit Strom aus der Sonne angetrieben werden. Dass nun alle so klimafreundlich unterwegs sind, sollte alle Potsdamer anregen, etwas für gute Luft in ihrer Heimatstadt zu tun und auf die Tram umzusteigen.“

Der EWP Ökostrom stammt überwiegend aus Wasserkraftwerken in Norwegen und Österreich. Er ist über einen so genannten Herkunftsnachweis im Herkunftsnachweisregister beim Umweltbundesamt zertifiziert.

Zeppelinstraße wird 2016 dreispurig

Potsdam, den 14. Oktober 2015

Viel wurde darüber diskutiert, nun ist es beschlossen: Die Zeppelinstraße wird 2016 dreispurig - zumindest testweise.

Gegen den heftigen Widerstand der Linken-Fraktion und der Potsdamer Umlandgemeinden stimmte eine Mehrheit der Stadtverordneten am vergangenen Mittwoch dafür. Nächstes Jahr wird die Zeppelinstraße für mindestens drei Monate von vier auf drei Fahrspuren zurückgebaut.

Zwischen Kastanienallee und Geschwister-Scholl-Straße steht dann je Fahrtrichtung nur noch eine Spur zur Verfügung. Die dritte soll wechselseitig zum Linksabbiegen benutzt werden können.

Von diesem dreimonatigen Modellversuch erhofft man sich Aufschluss darüber, ob eine dauerhafte Einengung der Zeppelinstraße zu einer Senkung von Schadstoffemissionen führen wird. Die Testphase beginnt voraussichtlich zwischen Frühjahr und Sommer 2016 und kann, im Bedarfsfall, um bis zu sechs Monate verlängert werden.

Neben der Reduzierung der Fahrspuren, werden stadtauswärts Fahrradstreifen auf der Fahrbahn markiert und zwischen Forststraße und Kastanienallee wird eine Busspur eingerichtet. Begleitend sollen mehr Busse im Umland eingesetzt und zusätzliche Park + Ride - Parkplätze an den Bahnhöfen geschaffen werden.

Befürworter und Gegner dieser Maßnahme hatten vergangene Woche, während einer circa einstündigen Aussprache, noch einmal ihre Argumente vorgetragen.

Die Linke, namentlich Verkehrsausschussvorsitzender Ralf Jäkel und Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg, stellten die gesamte Maßnahme in Frage.

SPD, CDU/ANW und Grüne, die den nun beschlossenen Antrag gemeinsam eingebracht hatten, verteidigten hingegen das Vorgehen.

Große Herausforderungen für die ViP

Potsdam, den 21. Oktober 2015

Es wird eng in Potsdam: In 20 Jahren wächst die Bevölkerung unserer Stadt von jetzt 160.000 auf voraussichtlich über 190.000 Einwohner. Für den Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP ergeben sich daraus ganz konkrete Probleme.

„Das sind dann 1400 Fahrgäste mehr pro Tag. 14 volle Busse oder sieben volle Trams“, erklärt Oliver Glaser, technischer Geschäftsführer des ViP.

Schon jetzt bewegt sich der Potsdamer ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) zu Stoßzeiten am Limit seiner Belastbarkeit. Zwar ist hier in den vergangenen Jahren bereits viel Geld investiert worden, aber unsere Stadt wächst immer rasanter und der Ausbau der Infrastruktur hinkt zwangsläufig hinterher.

Vergangenen Mittwoch erklärte Oliver Glaser im Rahmen einer Informationsveranstaltung, wie der ViP diesen Herausforderungen begegnen will.

Erstes Ziel sei es, schnellere Verbindungen im Nahverkehr zu schaffen. Um dies zu erreichen, sollen in den kommenden Jahren mehrere Großprojekte umgesetzt werden.

Im Fokus stehen drei Vorhaben, deren Finanzierung laut Glaser bereits geklärt ist:

Der Neubau der Tramstrecke zum Campus Jungfernsee, die Sanierung der Tramgleise in der Heinrich-Mann-Allee und der Umbau der Kreuzung am Leipziger Dreieck.

Im Potsdamer Norden sollen Berufspendler auf die Schiene gelockt werden. Die geplante neue Tramstrecke soll bis zum neu entstehenden Wohngebiet in Krampnitz und nach Fahrland führen.

Glaser hofft, dass der erste Bauabschnitt zum Campus Jungfernsee bis 2019 abgeschlossen sein wird. Hauptproblem der 1,2 Kilometer langen und 7,5 Millionen Euro teuren Strecke ist die Überquerung der Havel in Richtung Neu Fahrland. Geplant ist die Tram eingleisig die dort bestehende Brücke passieren zu lassen. Über eine Ampelschaltung sollen Auto- und Tramverkehr geregelt werden, ohne große Staus zu verursachen.

Wesentlich länger dauert die geplante Erneuerung der Straßenbahngleise in der Heinrich-Mann-Allee. Hier sollen die Tramgleise auch im ersten Abschnitt der Straße neben der Fahrbahn geführt und so vom restlichen Verkehr abgekoppelt werden. Auf diese Weise sollen schnellere Geschwindigkeiten erreicht werden.

Ein großer Problemfall ist und bleibt das Leipziger Dreieck am Hauptbahnhof: Hier müssen sich die Potsdamer auch in den kommenden Jahren auf Bauarbeiten einstellen. Der Tramverkehr soll auch hier eine eigene Streckenführung bekommen und dann um den gesamten Hauptbahnhof herumführen, um so Wendemöglichkeiten zu schaffen.

Schließlich will der ViP knapp 25 Millionen Euro in neue Straßenbahnen investieren. Zudem sollen die Combino-Bahnen von 30 auf 40 Meter verlängert werden. Die alten Tatra-Bahnen sollen umfassend saniert werden und laut Glaser noch bis 2021 in Betrieb bleiben.

Neue Busse für Potsdam

Potsdam, den 05. November 2015

Acht neue Niederflurbusse werden noch in diesem Monat auf Potsdams Straßen unterwegs sein.

Den beiden Geschäftsführern des ViP (Verkehr in Potsdam GmbH), Oliver Glaser (technischer Geschäftsführer) und Martin Griessner (kaufmännischer Geschäftsführer) wurden heute auf dem Betriebshof des ViP, im Beisein des ViP - Aufsichtsratsvorsitzenden Burkhard Exner und des Stadtwerke Geschäftsführers Wilfried Böhme, feierlich die neuen Fahrzeuge überreicht.

Rund 2,54 Millionen Euro wurden in die neuen Busse, die dem modernsten technologischen Stand entsprechen, investiert. „Damit bieten wir sowohl in puncto Ökologie als auch in Sachen Fahrkomfort einen sehr hohen Standard für unsere Kunden im öffentlichen Personennahverkehr und investieren in unsere Zukunft“, so Burkhard Exner bei der heutigen Schlüsselübergabe.

Alle Busse sind voll klimatisiert und verfügen über Klapprampen für einen bequemen Einstieg für Rollstuhlfahrer oder zum Einstieg mit Kinderwagen. Darüber hinaus sind die Fahrzeuge mit moderner Abgastechnik entsprechend der neuesten Euro-6-Norm, ausgerüstet. „Damit wird die Schadstoffbelastung durch Busse noch einmal deutlich reduziert“, betonte Burkhard Exner.

Auch sind die neuen Busse mit jeweils einer weiteren Tür ausgestattet. So gibt es bei den Standardbussen drei statt zwei Türen und bei den Gelenkbussen vier statt wie bisher nur drei Türen.

„Davon erhoffen wir uns schnellere Fahrgastwechsel und damit kürzere Standzeiten an den Haltestellen“, so der technische Geschäftsführer, Oliver Glaser.

Im Rahmen der Ersatzbeschaffung werden Busse aus den Jahren 2003 und 1999, die jeder rund 800.000 bis 950.000 Kilometer auf dem Tacho haben, ausgemustert. Neu sind auch die elektronischen Fahrtzielanzeigen mit weißen LED´s, die deutlich klarer Fahrtziel und Streckenhinweise anzeigen. „In Zusammenarbeit mit der Potsdamer Beratungsstelle für Sehbehinderte und Blinde konnten wir damit eine weitere Verbesserung für die Barrierefreiheit der Potsdamer Busse erreichen “freut sich Oliver Glaser.

«zurück

 

 

Zuschuss für Elektroautos

Potsdam, den 19. November 2015

Kurz vor der UN-Klimakonferenz in Paris sieht sich die Bundesregierung mit einigen Problemen konfrontiert. Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hält Deutschlands Ziele zur Minderung des CO2-Ausstoßes für “erheblich gefährdet“.

Deutschland, das eigentlich im Bereich Klimaschutz und erneuerbare Energien eine Führungsposition einnehmen will, steht demnach deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Bereich E-Mobilität: Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf unseren Straßen unterwegs sein - so das Ziel. Bis zum Ende des vergangenen Jahres waren es jedoch nur magere 24.000 Fahrzeuge deutschlandweit. Das sind zwar bereits deutlich mehr als noch vor 10 Jahren (Anfang 2006: rund 2.000), aber immer noch deutlich zu wenig.

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zwar bieten viele Hersteller inzwischen Modelle mit Elektroantrieb an, die Fahrzeuge sind jedoch nach wie vor relativ teuer und haben hinsichtlich der Reichweite Defizite. Hinzu kommt der schleppende Ausbau des Ladesäulennetzes.

Im Vorfeld der Klimakonferenz plant die Bundesregierung nun mit einem Bonusprogramm für Elektroautos den Absatz anzukurbeln. Bis zu 5000 Euro Kauprämie sollen dem geneigten Kunden ab dem kommenden Jahr den Einstieg in die Elektromobilität erleichtern. Das komplette Förderprogramm wird voraussichtlich einen Umfang von circa 700 bis 800 Millionen Euro haben.

Um diese Kosten zu decken schlägt die Regierung in einem Zehn-Punkte-Plan unter anderem die Erhöhung der Mineralölsteuer um einen Cent vor. Dies würde laut Regierungspapier jeden Pkw-Nutzer mit “durchschnittlich nur weniger als 10 Euro“ pro Jahr belasten, gleichzeitig aber “zusätzliche Steuereinnahmen von ca. 500 bis 600 Millionen Euro“ generieren.

Alternativ könnte die Regierung auch ein sogenanntes Bonus-Malus-Prinzip bei der Kraftfahrzeugsteuer einführen: Großfahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß könnten deutlich höher belastet werden und die E-Auto Prämie finanzieren. Dagegen sperrt sich jedoch die deutsche Autoindustrie.

Kritik an den aktuellen Plänen der Regierung gibt es jedoch auch von ganz anderer Seite:

Der Verkehrsklub Deutschland (VCD), ein gemeinnütziger Umweltverband für nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität, hält das angekündigte Programm beispielsweise für ein Ablenkungsmanöver, um eigenes Versagen zu kaschieren.

“Dem Klima bringt die Förderung so nix“, so Gerd Lottsiepen vom VCD. “Der einzige Sinn eines solchen Bonus kann nur der Klimaschutz sein. Doch dieser kommt zu kurz, wenn die Bundesregierung Gelder mit der Gießkanne für alle Elektroautos und Plug-in-Hybride verteilt.“ Problematisch sind in diesem Zusammenhang beispielsweise SUV's und Luxuslimousinen, welche teilweise mit Hybrid-Technik ausgestattet sind. “Die fahren zwar bis zu 40 Kilometer elektrisch, verbrauchen ab dann aber im Schnitt mehr als 10 Liter Sprit“, erklärt Lottsiepen.

Um das Elektroauto wirklich als Alternative zu den herkömmlichen Technologien zu etablieren, muss also gezielter gefördert und der Ausbau der Ladeinfrastruktur vorangetrieben werden.

Stadtwerke Geschäftsführer Wilfried Böhme im Klimadialog

Potsdam, den 30. November 2015

Heute beginnt der 21. UN-Klimagipfel in Paris. Diplomaten aus der ganzen Welt wollen in den nächsten zwei Wochen einen Fahrplan für den Umgang mit dem voranschreitenden Klimawandel entwickeln und Vereinbarungen für die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen treffen. Ein großes, globales Thema, welches aber auch uns Potsdamer betrifft.

Unsere Stadt hat sich das Ziel gesetzt, die örtlichen Emissionen des Treibhausgases CO2 bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 zu senken. Ein ambitioniertes Ziel, dass vor allem die Stadtwerke Potsdam als kommunales Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen in die Pflicht nimmt.

Diese sehen sich mit einer ausgesprochen schwierigen Aufgabe konfrontiert, denn einerseits wächst Potsdams Bevölkerung seit einigen Jahren rasant an, wodurch natürlich gleichzeitig das Verkehrsaufkommen, der Energieverbrauch und auch das Abfall- und Abwasseraufkommen steigen. Zum anderen ist es das erklärte Ziel der Stadtwerke bei allen Bemühungen gleichzeitig die Lebensqualität in Potsdam langfristig zu erhalten und den Ressourcenverbrauch sowie den Ausstoß von CO2 - Emissionen zu reduzieren.

Wie gelingt nun dieser Spagat und welche Erfolge oder auch Rückschläge hat es auf dem bisherigen Weg gegeben? Was bedeuten die Investitionen und Baumaßnahmen der Stadtwerke letztlich für den Kunden?

Um diese und weitere Fragen soll es beim morgigen Klimadialog in der Urania gehen. Stadtwerke Geschäftsführer Wilfried Böhme wird zu Gast sein und über bisher erreichte Ziele sowie Baumaßnahmen und Investitionen für die Zukunft sprechen.

Beginn der Veranstaltung ist 18 Uhr und der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort ist die Urania in der Gutenbergstraße 71-72 in 14467 Potsdam.

Klimaschutz im Alltag

Potsdam, den 02. Dezember 2015

In Paris startet heute die 21. UN-Klimakonferenz. Zwei Wochen lang werden Diplomaten aus der ganzen Welt über die Klimazukunft der Erde verhandeln. Ziel ist es, den Ausstoß an Treibhausgasen, vornehmlich CO2, zu reduzieren oder wenigstens zu begrenzen.

Doch was kann man eigentlich selbst tun, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten? Wie viel CO2 verursachen wir selbst an einem ganz normalen Tag?

Die Antwort: Leider immer noch viel zu viel. Auch wenn die Deutschen nicht zu den großen Klimasündern gehören- schließlich fahren wir viel Rad, essen Bio und nutzen Ökostrom- verursacht jeder von uns pro Kopf und Tag rund 30 kg CO2. Das ist rund viermal mehr, als das Klima laut dem Umweltbundesamt verträgt.

Allerdings können schon kleine Änderungen in unseren täglichen Gewohnheiten große Wirkung entfalten. Erstes Beispiel: Die morgendliche Dusche. Wasser haben wir in Deutschland genug, aber bis es warm aus dem Duschkopf auf unseren Kopf prasselt, braucht es massenhaft Energie. Zehn Minuten warm Duschen und schon hat man seiner persönlichen CO2-Bilanz 1,4 Kilo hinzugefügt. Ein Fünftel des laut Umweltbundesamt erlaubten Tagesverbrauchs!

An dieser Stelle kann man also schon viel für das Klima tun, wenn man sich beispielsweise nur kurz nass macht, einseift und anschließend abduscht. Auch ein Sparduschkopf hilft den Verbrauch zu reduzieren. Selbst Dauerduscher können so rund 40 Prozent CO2 einsparen.

Zweites Beispiel: Wer auf dem Weg zur Arbeit öfter mal das Auto stehen lässt tut etwas für das Klima. Ein Kleinwagen erzeugt auf 10 Kilometern Strecke rund ein Kilogramm CO2, ein SUV schon mehr als 1,5 Kilogramm. Deutlich günstiger für die persönliche Klimabilanz ist die Fahrt mit dem ÖPNV: Die gleiche Strecke legt man beispielsweise mit der Öko-Tram des ViP (Verkehr in Potsdam) nahezu emissionsfrei zurück. Radfahrer sind komplett klimaneutral unterwegs.

Ein anderes Beispiel: Moderne Haushaltsgeräte helfen ebenfalls das Klima zu schonen.

Ein alter Kühlschrank verursacht im Schnitt ca. 600 Gramm CO2 - Emissionen pro Tag. Ein modernes Gerät der Effizienzklasse A+++ verbraucht hingegen nur etwa ein Drittel des Stroms eines Altgeräts. Das macht im Schnitt eine Ersparnis von 400 Gramm CO2 pro Tag.

Einen ganz erheblichen Anteil an unserer persönlichen Energiebilanz hat unser Heizenergiebedarf. Knapp ein Sechstel unseres täglichen CO2-Ausstoßes fällt auf die Heizung. Das sind rund 5 Kilo CO2 am Tag! Die Heizung auch nur ein Grad niedriger einzustellen spart bereits 6 Prozent Energie und somit C02 - Emissionen.

Ein ähnliches Klima-Schwergewicht sind unsere täglichen Mahlzeiten. Rindfleisch beispielsweise verursacht je 200 Gramm rund 2,6 Kilo CO2 - doppelt so viel wie ein großer SUV auf einer Strecke von 10 Kilometern emittiert! Mit nur etwa 0,6 Kilo CO2 pro 200 Gramm ist der Genuss von Schweinefleisch schon deutlich weniger klimaschädlich.

Am besten ist es jedoch häufiger auf Fleisch zu verzichten. 200 Gramm Gemüse und 200 Gramm Kartoffeln bringen es zusammen nur auf rund 80 Gramm CO2.

Ob wir nun wollen oder nicht: In nahezu jedem Bereich unseres Alltags verursachen wir Treibhausgase. Allerdings können wir durch vergleichsweise einfache Maßnahmen unseren Anteil an der CO2 - Bilanz deutlich reduzieren. Ob der Klimagipfel in Paris ein Erfolg werden wird, bleibt abzuwarten. Einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz kann jedoch schon jetzt jeder von uns leisten.

Paris: Durchbruch beim Klimagipfel?

Potsdam, den 09. Dezember 2015

Selbst die größten Fürsprecher des Weltklimagipfels hatten nicht wirklich damit gerechnet: Viele Staaten scheinen Willens, ganz konkret eine endgültige Abkehr von Kohle, Öl und Gas zu beschließen.

Zwei neue Zahlen befeuern die seit Anfang vergangener Woche in Paris stattfindenden Weltklimaverhandlungen: Zum einen könnten die globalen CO2-Emissionen einer Hochrechnung zufolge in diesem Jahr erstmals zurückgehen - einem geringeren Kohleverbrauch in China sei Dank. Zum anderen stellen die Industrieländer zehn Milliarden Dollar für den Ausbau erneuerbarer Energien in Afrika bereit. Es gelte zu verhindern, dass aufstrebende Staaten ihren Energiehunger mit Kohle, Öl und Gas tilgen würden, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Die wichtigste Frage aber lösen diese beiden Zahlen noch nicht: Verpflichtet sich die Weltgemeinschaft in Paris vertraglich zur Klimawende?

Die Entscheidung soll diesen Freitag folgen. Ein entsprechender Vertragsentwurf liegt bereits vor. Noch gibt es allerdings vehemente Gegner. Neben den großen Erdölfördernationen wie beispielsweise Saudi-Arabien, legt sich Indien quer. Der wirtschaftliche Aufstieg Indiens fußt im Wesentlichen auf Kohlestrom.

Doch auch die Japaner sträuben sich gegen Verbindliche Zusagen, dabei hatten sie der “Dekarbonisierung“ bereits zugestimmt. Im vergangenen Mai hatten die G7-Staaten, unter ihnen Japan, beschlossen ihre Wirtschaft bis Ende des Jahrhunderts von fossilen Energieträgern vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen.

Ziel dieser Bemühungen ist es, die globale Erwärmung so weit wie möglich zu begrenzen. Um maximal zwei Grad, so lautet die Maxime der Internationalen Klimapolitik, dürfe es wärmer werden, um schlimmste Folgen zu verhindern. Der wichtigste Faktor in diesem Zusammenhang ist eine drastische Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen.

Doch kann dies gelingen? Viel hängt in den kommenden Tagen auch vom Verhandlungsgeschick deutscher Diplomaten ab:

Ein weiterer großer Stolperstein auf dem Weg zu einem Weltklimavertrag könnte ausgerechnet bei der EU liegen. Delegierte in Paris zweifeln, ob die neue polnische Regierung mit seiner von Kohle getriebenen Wirtschaft der Dekarbonisierung zustimmen würde.

Durchaus möglich, dass es am Schluss alles an Kanzlerin Merkel hängt: Womöglich muss sie mit einem Anruf beim neuen polnischen Präsidenten um Zustimmung werben.

Am Ende dieser Woche wird sich entscheiden, ob tatsächlich ein Durchbruch gelingt.

Jetzt beginnt die wirkliche Arbeit

Potsdam, den 16. Dezember 2015

Paris am vergangenen Samstag. Womit die wenigsten Fachleute gerechnet hatten traf tatsächlich ein: Alle 196 Teilnehmerstaaten der 21. UN-Klimakonferenz einigten sich auf einen Weltklimavertrag - den ersten seiner Art. Dieses Ereignis darf als historisch betrachtet werden.

Der neue Vertrag folgt auf das 2020 auslaufende Kyoto-Protokoll und verpflichtet die Staatengemeinschaft, die Erderwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen. Als Referenzwert für dieses Ziel gilt die Durchschnittstemperatur zum Ende des 19. Jahrhunderts. Um einen Grad hat sich unser globales Klima jedoch bereits erwärmt - die Zwei-Grad-Grenze stellt also eine große Herausforderung dar.

Obwohl dem Pariser Vertrag schon im Vorfeld harte Verhandlungen vorausgegangen waren und die Diplomaten bis zuletzt über Details stritten, beginnt die wirkliche Arbeit also erst jetzt.

Der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 (Kohlenstoffdioxid) muss beispielsweise weiter deutlich reduziert und die Energieversorgung ganzer Staaten muss auf regenerative Quellen umgestellt werden.

Auch Deutschland muss seine Anstrengungen zum Klimaschutz noch einmal deutlich verstärken. Tatsächlich verfehlt die Bundesregierung aktuell ihre eigenen Ziele: Bis 2020 wollte man eigentlich 40 Prozent weniger Treibhausgase als im Referenzjahr 1990 emittieren. Doch die die Zwischenbilanz für 2014, die das Umweltbundesamt im Januar 2016 veröffentlichen wird, macht wenig Hoffnung: Demnach hat Deutschland mit Stand vergangenes Jahr erst rund 28 Prozent seiner Einsparziele erreicht.

Die restlichen zwölf Prozent werden nur sehr schwer zu schaffen sein. “Wir müssen bis Mitte des Jahrhunderts aus der fossilen Energie ausgestiegen sein“, sagte Bundesumweltministerin Hendricks am vergangenen Montag in Berlin. “Wir müssen noch ehrgeiziger werden.“

Die Liste der “Klima-Baustellen“ ist lang: Im Straßenverkehr ist mittelfristig, befeuert durch die niedrigen Spritpreise, eher mit einem höheren als mit einem reduzierten CO2-Ausstoß zu rechnen. Die Industrie trägt rund 20 Prozent zu den Emissionen bei. Seit 13 Jahren hat es bei diesem Werten keine Veränderungen mehr gegeben. Der im Jahr 2005 eingeführte Emissionshandel hat sein Ziel, hier weitere Anreize zur Reduzierung zu schaffen, bisher klar verfehlt. Auch die energetische Sanierung von Gebäuden, die einen ansehnlichen Beitrag zur CO2-Minderung beitragen soll, bleibt bisher weit hinter den Erwartungen zurück. Es gibt also noch viel zu tun.

Der neue Weltklimavertrag dürfte den deutschen Klimaschutzbemühungen neuen Aufwind geben. Dieser ist allerdings auch nötig, denn bis zum Erreichen CO2-Einsparziele liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns.

Strom aus der Tonne

Potsdam, den 07. Januar 2016

Viele Potsdamer müssen sich erst noch daran gewöhnen, aber: Die Biotonne gehört seit diesem Jahr zum festen Bestandteil jedes Haushalts in unserer Stadt. Unbestreitbar ist der Mehr-Aufwand der mit der Einführung einhergeht. Die neuen Tonnen brauchen Platz und der Biomüll muss entsprechend getrennt werden. Zudem sind die Müllgebühren leicht angestiegen.

Unbestreitbar sind allerdings auch die Vorteile, welche die Neuerung mit sich bringt:

Statt Bioabfälle einfach zu deponieren oder zu verbrennen kann daraus wertvoller Kompost oder umweltschonende Energie erzeugt werden.

Mehr als ein Drittel unseres täglichen Hausmülls (abzüglich des Papier- und Glasmülls) kann also sinnvoll und umweltfreundlich wiederverwendet werden. Wenn man bedenkt, dass jeder Potsdamer im Schnitt jährlich rund 180 Tonnen Hausmüll verursacht, ahnt man welches Potential in der Biotonne liegt.

Um dieses Potential auch voll abschöpfen zu können, will die Stadtentsorgung Potsdam (Step) jetzt Nägel mit Köpfen machen. Die Pläne zum Bau einer Bioabfallvergärungsanlage in der Fresdorfer Heide sollen vorangetrieben werden.

Das so erzeugte Biogas soll anschließend zur Erzeugung umweltschonender Energie genutzt werden.

Eine endgültige Entscheidung über den zukünftigen Standort ist jedoch noch nicht gefallen.

„Die Alternativen in Krampnitz sind weiter im Rennen“, so Step-Geschäftsführer Enrico Munder. Gemeint sind eine Fläche neben dem Zalando-Logistikzentrum und ein Areal am Klärwerk Satzkorn.

Die Fresdorfer Heide sei jedoch der Vorzugsstandort, da dort bereits eine Gewisse Infrastruktur vorhanden wäre und der Step dort ein Grundstück gehört.

Die Aussicht in Nachbarschaft einer Bioabfallvergärungsanlage zu leben erzeugt bei vielen Anwohnern der möglichen künftigen Standorte Bedenken. Durch die vollständige Einhausung der Anlage sollen Geruchsemissionen und andere Umweltbelastungen für den Menschen allerdings vermieden werden.

Ganz gleich, wo sie künftig stehen wird: Durch das mit der Bioabfallvergärungsanlage erzeugte Bio-Gas wird den Potsdamer Energie-Mix noch umwelt- und klimafreundlicher.

Bio-Gas als Brennstoff zur Energiegewinnung verbrennt nicht nur nahezu völlig rückstandsfrei, im Gegenzug zu konventionellen Brennstoffen wie beispielsweise Öl oder Kohle ist es auch fast vollständig klimaneutral.

Riesen-Thermoskanne nimmt Betrieb auf

Potsdam, den 20. Januar 2016

Ein großer oberirdischer Wärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von 41.224 Kubikmetern Heizwasser macht ab sofort den Betrieb des Heizkraftwerkes Potsdam-Süd (HKW-Süd) noch umweltschonender und effizienter. Die Geschäftsführer der Energie und Wasser Potsdam (EWP), Wilfried Böhme und Holger Neumann, nahmen „Potsdams größte Thermoskanne“ im Beisein von Oberbürgermeister Jann Jakobs, am 14. Januar offiziell in Betrieb.

Mit dem neuen Speicher können umgerechnet circa 1.200 Megawattstunden Wärmeenergie 'zwischengeparkt' werden, genug um ganz Potsdam über einen Zeitraum von 60 Stunden zu versorgen. Das Kraftwerk kann dank dieser Speichermöglichkeit in Schwachlastzeiten heruntergefahren werden. Durch diese effiezientere Betriebsweise können künftig ca. 10.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden.

Die 48 Meter hohe, graublaue 'Thermoskanne' zählt neben dem noch deutlich größeren Wärmespeicher von Nürnberg zu einem der größten in Deutschland.

Das Ende 1995 fertiggestellte HKW-Süd stellte erstmals seit 1967 wieder eine nennenswerte eigene Stromversorgung Potsdams dar. Durch die Inbetriebnahme der hochmodernen, mit Erdgas betriebenen Anlage konnten die CO2-Emmissionen seinerzeit um 74 Prozent gegenüber dem Vergeleichsjahr 1987 reduziert werden.

Die Ergänzung des Kraftwerks durch den Wärmespeicher macht die Anlage nun noch zukunftsfähiger, wie auch Stadtwerke-Geschäftsführer Wilfired Böhme bestätigt:"Mit der Fertigstellung des Wärmespeichers haben wir die wirtschaftliche Erzeugung von Strom und Fernwärme unter den aktuellen Rahmenbedingungen sichergestellt, damit das Heizkraftwerk zukunftssicher gemacht und eine Vermeidung von Treibhausgasen erreicht."

Sind Sie Preisverdächtig?

Potsdam, den 17. Januar 2016

Sie haben ein Haus energetisch saniert und dabei die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt? Ihr Unternehmen hat ein effizientes Heizungssystem entwickelt? Sie erzeugen selbst erneuerbare Energie? Oder vielleicht haben Sie sich als Wohngemeinschaft zusammen ein Carsharing-Konzept überlegt?

Solche oder ähnliche Projekte und Ideen werden für den Potsdamer Klimapreis 2016 gesucht.

Seit mittlerweile 4 Jahren prämiert die Landeshauptstadt Potsdam, in Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dem Energie Forum Potsdam e.V. und der Stadtwerke Potsdam GmbH Projekte und Ideen, die helfen den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel in Potsdam voranzubringen. Der Preis wird in den zwei Kategorien „Bürgerschaft“ und „Schulen“ vergeben. Mitmachen können in der Kategorie "Bürgerschaft“ alle Einzelpersonen, Institutionen, Vereine und Unternehmen, die im Gebiet der Landeshauptstadt Potsdam wohnhaft bzw. ansässig sind. Die Teilnahme lohnt sich, denn die besten drei Bewerber werden mit Preisen in Höhe von jeweils 1.000 € ausgezeichnet.

Vielleicht ist ja auch Ihr Projekt, oder Ihre Idee preisverdächtig? Bewerben Sie sich und finden Sie es heraus!

Wichtige Bewerbungskriterien sind:

• der konkrete Nutzen und die Anwendbarkeit für den Klimaschutz

in der Landeshauptstadt Potsdam (z.B. durch Energieeinsparung,

erhöhte Energieeffizienz, weniger CO2-Emissionen, Einsatz

erneuerbarer Energien, mehr Grünflächen, Elektromobilität);

• die Kommunikation und Sichtbarkeit des Projekts;

• Kreativität, Originalität und Innovation der Projektidee sowie

Engagement der Beteiligten;

• die Multiplikatorwirkung des Projekts, die zur Nachahmung,

Bürgerbeteiligung und Zusammenarbeit anregt;

• die Zukunftsfähigkeit des Projekts im Sinne ökologischer und

wirtschaftlicher Nachhaltigkeit.

Die Teilnahme am Wettbewerb ist unkompliziert. Schicken Sie einfach die ausgefüllten Bewerbungsunterlagen zusammen mit einer maximal vier Seiten umfassenden Projektbeschreibung bis zum 29. Februar 2016 per Post oder E-Mail an:

Landeshauptstadt Potsdam

Koordinierungsstelle Klimaschutz

Frau Cordine Lippert

Friedrich-Ebert-Str. 79781, BC2

14469 Potsdam

Koordinierung-Klimaschutz@remove-this.Rathaus.Potsdam.de

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Lippert telefonisch unter (0331)2891814 zur Verfügung.

«zurück

 

 

Erneuter Globaler Wärmerekord

Potsdam, den 18. Februar 2016

Der Januar 2016 ist global der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880.  Auch die neun vorangegangenen Monate warteten jeweils mit neuen Temperaturrekorden auf. Somit steht fest: 2016 ist ungewöhnlich warm gestartet.

Die Temperatur habe 1,04 Grad Celsius über dem Durchschnitt aller entsprechenden Aufzeichnungen des 20. Jahrhunderts gelegen, wie die US-Klimabehörde (NOAA) gelegen.

Somit ist der Januar 2016 bereits der neunte Monat in Folge, in dem ein neuer Temperaturrekord aufgestellt wurde.Die Ursache für den aktuellen Spitzenwert geht vor allem auf besonders hohe Temperaturen über der Meeresoberfläche zurück: Demnach lag die durchschnittliche Temperatur dort um 0,86 Grad Celsius über dem Mittelwert der vergangenen 100 Jahre.

Im Januar hatte die NOAA mitgeteilt, dass 2015 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war - und das mit deutlichem Abstand. Die Durchschnittstemperatur hat demnach um 0,9 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts gelegen. Davor warteten bereits die Jahre 2005, 2010 und 2014 mit Rekordtemperaturen auf.

Die Forscher sehen in dieser Auffälligen Häufung ein klares Zeichen für den zunehmenden Einfluss des Menschen auf das Klima. Der Trend zeige eindeutig nach oben. Seit 1970 hat sich die bodennahe Luft im globalen Durchschnitt  laut NOAA um 0,17 Grad pro Jahrzehnt erwärmt.

Eine weitere Erwärmung ist Klimaforschern zufolge nicht mehr zu verhindern, weil die Menschheit bereits rund 2000 Milliarden Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen hat, deren Wärmewirkung sich noch nicht voll entfaltet habe.

In Deutschland lag die Durchschnittstemperatur im Januar mit 1,2 Grad um 1,7 Grad über dem Wert der Vergleichsperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,8 Grad, berichtet der Deutsche Wetterdienst.

Es ist also durchaus möglich, dass der im vergangenen Jahr im bayrischen Kitzingen aufgestellte deutsche Hitzerekord (40,3 Grad) schon in diesem Jahr übertroffen wird.

Auch den Potsdamern steht somit aller Wahrscheinlichkeit nach wieder ein besonders heißer Sommer bevor.

Dämmstoff Styropor künftig Sondermüll

Potsdam, den 09. März 2016

Das seit Jahrzehnten zur Wärmedämmung an Häusern eingesetzte Polysterol, besser bekannt als Styropor, soll in Kürze als gefährlicher Abfall eingestuft werden - sofern ihm das Flammenschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan) beigefügt wurde. In den vergangenen Jahren war dieser vergleichsweise günstige Dämmstoff bereits mehrfach in die Kritik geraten. Ironischer weise wurde unter anderem die leichte Brennbarkeit des Materials angeprangert, da die Platten trotz Flammenschutzmittel Feuer fangen konnten. Als Resultat wurden die Bestimmungen für Polystyrol/Styropor als Dämmstoff verschärft. Um das Material feuerbeständiger zu machen wurde größtenteils das nun in den Fokus geratene Flammenschutzmittel HBCD verwendet.

Das Bundesumweltministerium kann zwar noch nicht sagen, ab wann die mit HBCD behandelten Dämmstoffplatten als gefährliche Abfälle eingestuft werden, doch ist ein Inkrafttreten noch in diesem März wahrscheinlich.

“Grund für die Neubewertung ist die übereinstimmende Einschätzung auf internationaler Ebene, dass HBCD gefährlich für die Umwelt ist“, so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold (SPD). HBCD könne die Embryonal- und Säuglingsentwicklung stören und sei giftig für Gewässerorganismen wie Algen. Der Stoff kann in der Umwelt schlecht abgebaut werden und reichert sich in Lebewesen an. Er sei bereits in Fischen, Meeressäugern undRaubvögeln in arktischen Regionen nachzuweisen.

Rechtswirksam wird neue Einstufung voraussichtlich im Herbst dieses Jahres, teilte das Umweltministerium mit.

Die Anforderungen bei der Entsorgung von Dämmstoffen mit HBCD werden dadurch in Zukunft höher sein. “Neben der Pflicht, sie getrennt zu sammeln, dürfen sie nicht mehr recycelt werden“, sagt Staatsekretär Pronold. Das Material müsse in Sondermüllanlagen so entsorgt werden, dass das HBCD zerstört wird. zudem müsse ein Entsorgungsnachweis vorliegen.

Neben einem höheren Aufwand sind damit natürlich auch höhere Kosten verbunden. Diese werden künftig nicht nur betroffene Hauseigentümer, sonder möglicherweise auch Mieter tragen müssen. Der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild erklärt: “Gibt es in 20 Jahren eine nachholende Modernisierung, weil der Vermieter einen neuen Dämmstoff mit besseren Eigenschaften aufträgt, werden die Entsorgungskosten des bisherigen Dämmstoffs zu den Modernisierungskosten zählen.“ Die Entsorgung würde also, zusammen mit den anderen Kosten der Modernisierung, auf die Miete und somit auf die Mieter umgelegt.

Neue Kennzeichnung für regionalen Ökostrom

Potsdam, den 17. März 2016

Stromkunden sollen künftig ganz genau nachvollziehen können wo und wie die von Ihnen bezogene Elektrizität erzeugt wurde. Vor allem soll der Verbraucher künftig schnell und einfach erfahren, wie viel Ökostrom in seinem Strommix enthalten ist und wie viel davon in der Region erzeugt wurde. Dazu plant die Bundesregierung die Einführung eines neuen Kennzeichens für Grünstrom. Dieses sollen künftig jene Erzeuger von Wind-, und Sonnen- oder Biomassestrom nutzen können, die in einem Radius von 50 Kilometern um den Postleitzahlbezirk des Kunden Elektrizität ins Netz einspeisen. Sowohl die Produzenten als auch die Stromhändler bekämen dafür einen Regionalausweis.

Zusätzlich soll die Einspeisegebühr für die betreffenden Anlagen um 0,1 Cent je Kilowattstunde gesenkt werden.

“So können Stromkunden einen direkteren Bezug zu den Anlagen und damit zum Ausbau erneuerbarer Energien in ihrer Region herstellen“, erklärt Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Wie hoch der Anteil regional erzeugten Ökostroms an ihrem Verbrauch war, sollen Kunden auf der Rechnung ihres Versorgers ablesen können. Dort ist schon heute nicht nur der Anteil von Kohle-, Atom- und Grünstrom aufgelistet, sondern auch die unterschiedlichen Kostenbestandteile für Erzeugung, Transport und die mehr als die Hälfte ausmachenden Gebühren und Umlagen.

Die geplante Kennzeichnung soll Teil der in diesem Jahr kommenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sein.

Bestens Informiert: Wärmepumpentechnik

Potsdam, den 22. März 2016

Die Technik die im Kühlschrank für Kälte sorgt zum Heizen zu benutzen, das klingt erst einmal nach keiner guten Idee. Nichts anderes macht jedoch die sogenannte Wärmepumpe. Immer häufiger werden solche ‘umgedrehten Kühlschränke‘ inzwischen auch in Potsdam zum Beheizen von Gebäuden eingesetzt- und zwar aus guten Gründen:

Wärmepumpen sind sparsam im Energieverbauch und äußerst umweltfreundlich. Zudem erfüllt die Wärmepumpentechnologie ohne zusätzliche Maßnahmen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Ein wichtiger Pluspunkt bei allen Bauvorhaben.

Für viele Häuslebauer und Immobilieneigentümer ist diese Technik allerdings nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. So unterscheidet man beispielsweise zwischen Wärmepumpen die Heizenergie aus der Umgebungsluft, aus dem Wasser oder aus dem Boden beziehen. Auch wenn das zugrunde liegende Arbeitsprinzip bei diesen Beispielen dasselbe bleibt, so gibt es doch bei der Ausführung der Anlagen teilweise gravierende Unterschiede.

Und genau an dieser Stelle ist Vorsicht geboten. Eine Wärmepumpe muss genau auf den Wärmebedarf eines Gebäudes zugeschnitten sein. Die Wahl der richtigen natürlichen Energiequelle spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle, wie die Wahl der passenden Anlagengröße. Denn ist die Wärmepumpe zu stark oder zu schwach ausgelegt, kann es teuer werden. Der Löwenanteil der Betriebskosten jedes Gebäudes, genauer gesagt rund 70 Prozent, fällt auf die Heizung. Fehlplanungen an dieser Stelle ziehen meist einen Rattenschwanz schmerzlicher Folgekosten nach sich.

Wichtige Fragen in diesem Zusammenhang sind also: Welche Heizleistung wird benötigt? Welche natürliche Energiequelle kann hierfür genutzt werden? Lässt sich die Anschaffung der Wärmepumpe wirtschaftlich sinnvoll darstellen?

Um diesen und weiteren Fragen auf den Grund zu gehen, lädt Sie die KlimaAgentur Potsdam am 30. März zu einem kostenlosen Informationsabend in die Urania in der Gutenbergstraße 72 ein. Mit fachkundiger Unterstützung durch den Energieberater Steffen Engler von der ELB (Energieberater im Land Brandenburg) wird an diesem Abend das Thema Wärmepumpe von allen Seiten beleuchtet. Auch für individuelle Fragen und Probleme der Gäste ist ausreichend Zeit eingeplant.

Los geht es ab 18 Uhr und um eine kurze Anmeldung, entweder per Telefon (0331/6619731) oder per Mail (klimaagentur@swp-potsdam.de) wird gebeten.

«zurück

 

 

 

Deutschland heizt klimaschädlich

Potsdam, den 31. März 2016

Ernüchternder Befund: Die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung werden vermutlich verfehlt. Die bisher gegen den Klimawandel beschlossenen Maßnahmen greifen nicht - jedenfalls wenn es um Raumheizung, Warmwasserbereitung und Kraftstoffe geht. “Deutschland heizt weiterhin klimaschädlich“, stellte der Bundesverband Erneuerbare Energien (BBE) vor kurzem fest. Eine Kehrtwende sei momentan nicht in Sicht.

Am liebsten heizen die Deutschen mit Gas. Wer ein neues Haus errichtet, baut in drei von vier Fällen eine Gasheizung ein, heißt es beim Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie (BDH). Auch von den bestehenden Wohnungen werden mehr als die Hälfte mit Gas beheizt. Gas ist zwar ein umweltfreundlicherer Energieträger als Kohle oder Öl, jedoch ist auch Gas ein fossiler Brennstoff. Dem Ziel der Regierung, bis 2050 die Heizenergie komplett aus erneuerbaren Quellen bereitzustellen, steht der Einbau neuer Gasheizungen entgegen.

Auch Heizöl spielt am Wärmemarkt immer noch eine bedeutende Rolle. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz von Ölheizungen um 30 Prozent auf rund 60.000 Brenner. Das ist zwar nur ein Marktanteil im einstelligen Bereich, der ist aber immer noch doppelt so hoch, wie für Biomassekessel (Holz). Tatsächlich wird nach wie vor ein gutes Viertel aller bestehenden Wohnungen mit Öl beheizt. In Summe ergibt dies rund sechs Millionen Ölheizungen. Dies lastet schwer auf der deutschen Klimabilanz. Hinzu kommt, dass die meisten dieser Anlagen nicht dem aktuellen technischen Stand entsprechen - fast die Hälfte ist über 20 Jahre alt. Mit einer Modernisierung könnten die Hausbesitzer rund 30 Prozent der Kosten und der CO2-Emissionen sparen.

Die Bundesregierung will durch effizientere Gebäude den Energiebedarf für das Heizen generell senken und dadurch auch den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren. Moderne Heiztechnologie aus erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel Wärmepumpen oder Holzpellets sollen künftig die klassischen Öl- und Gasheizungen ersetzen, jedoch finden diese aktuell noch wenig Zuspruch.

Die gegenwärtig niedrigen Preise für Heizöl und Sprit befördern noch die Tendenz zu fossilen Brenn- und Treibstoffen. “Sie zeigen nicht die wahren Klima- und Gesundheitskosten und verhindern einen fairen Wettbewerb mit den erneuerbaren Wärmeheizungen“, heißt es beim BEE.

«zurück

 

 

Intelligente Stromzähler

Potsdam, den 14. April 2016

Vielleicht haben Sie auch schon von so genannten “Smart Metern“, also intelligenten Stromzählern gehört? Seit Jahren geistern diese beiden Begriffe mittlerweile durch die Medien. Smart Meter sollen dabei helfen, Stromerzeugung und Stromverbrauch präzise aufeinander abzustimmen, um so zukünftig eine wesentlich effizientere Energieversorgung zu realisieren. Möglich wird dies durch permanente Zählerstandmessungen beim Verbraucher, die an die Energieversorger übermittelt werden. Diese Informationen sind nötig, um präzise so viel Energie zu erzeugen und in die Netze zu speisen, wie tatsächlich gerade benötigt wird - nicht mehr und nicht weniger. Für den Kunden hätte dies beispielsweise den Vorteil, dass seine Stromkosten genau auf seinen Verbrauch abgestimmt werden können. Böse Überraschungen bei der Jahresabrechnung wären so auszuschließen.

Bei großen Energieverbrauchern, beispielsweise bei Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100.000 kWh (Kilowattstunden), wird solche Technik bereits seit geraumer Zeit eingesetzt. Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes haben jedoch eine Einführung im Massenmarkt bisher verhindert.

Die Bundesregierung will nun die Einführung vorantrieben und hat einen Gesetzesentwurf unter dem Titel “Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ vorgelegt. Der Entwurf sieht vor, dass auch der Verbrauch von kleineren Stromkunden künftig mittels Smart Meter erfasst werden soll. Vom kommenden Jahr an soll die Schwelle auf 6.000 kWh herabgesetzt werden. Betreffen würde dies beispielsweise Kleingewerbe, die Gastronomie, Arztpraxen oder auch Kfz-Mechaniker. Der deutsche Durchschnittshaushalt bliebe jedoch bis auf weiteres außen vor, weil sie schlicht weniger verbrauchen.

Um die Geldbeutel von Unternehmern und Selbstständigen zu schonen, will die Bundesregierung die Kosten für den Einbau der Zähler auf 100 Euro inklusive Mehrwertsteuer deckeln.

Die über die Zähler ermittelten Daten sollen zudem nicht direkt an die jeweiligen Energieversorger übermittelt werden, sondern von den vier bundesweit agierenden Übertragungsnetzbetreibern verwaltet werden.

Neben Zuspruch hat der genannte Gesetzesentwurf, bei einer am vergangenen Freitag stattgefundenen parlamentarischen Anhörung, auch viel Kritik erfahren.

Besonders Kommunale Versorgungsunternehmen, zu denen auch die Stadtwerke Potsdam gehören, hatten zahlreiche Mängel festzustellen.

So wurde beispielsweise kritisiert, dass die Kosten für den Einbau von intelligenten Stromzählern zum Teil deutlich über 100 Euro pro Haushalt lägen. Wie die Kostendifferenzen finanziert werden sollen, sei nicht befriedigend geklärt. Es müsse vermieden werden, dass der Stromkunde hier mit einer weiteren Tariferhöhung belastet werde.

Auch die geplante Verwaltung der gesammelten Verbrauchsdaten durch die Übertragungsnetzbetreiber wurde kritisiert: “Die vorgeschlagene Regelung schafft aufwendige Doppelstrukturen“, so Katherina Reiche vom Verband kommunaler Unternehmen (VkU). Statt mehr Effizienz würden solche Strukturen genau das Gegenteil bewirken, nämlich zusätzliches Geld kosten und auch noch für Fehler anfällig sein.

Kaufprämie vertagt - Ausbau Elektromobilität weiterhin auf Schleichfahrt

Potsdam, den 21. April 2016

Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf deutschen Straßen unterwegs sein. Dies ist eine der vielen Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung den Ausstoß des Treibhausgases CO2 bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent reduzieren will. Ob dieses Ziel erreicht wird ist derzeit noch offen.

Fest steht allerdings, dass die anvisierten Zahlen bei den Elektroautos deutlich verfehlt werden - zumindest wenn hier keine neuen Anreize sowohl für die Hersteller, als auch für die Verbraucher geschaffen werden. Denn nach wie vor gilt: Wer sich statt eines normalen Pkw mit Verbrennungsmotor ein Elektroauto anschaffen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Hinzu kommt der nach wie vor schleppende Ausbau des Ladesäulennetzes in Deutschland.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass aktuell nur rund 25.000 elektrisch betriebene Pkw bundesweit gemeldet sind.

Mit einem Förderprogramm will die Regierung den Absatz in den letzten vier Jahren bis zur Zielgeraden nun noch einmal deutlich ankurbeln (die KlimaAgentur berichtete). Noch in dieser Wahlperiode soll eine Reihe von Anreizen kommen und die Autoindustrie zugleich in die Pflicht genommen werden. Dies geht aus einer aktuellen Beschlussvorlage für ein kommendes Treffen der Fraktionsspitzen von CDU und SPD im baden-württembergischen Rust hervor.

Folgende wichtige Punkte sind in dieser Vorlage zu finden:

· Elektroautos (Hybride sind ausgeschlossen) sollen - befristet für Käufe bis Ende 2020 - für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden.

· Wenn Arbeitnehmer ein Elektroauto in ihrem Betrieb aufladen, soll dies nicht als geldwerter Vorteil besteuert werden müssen.

· Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge soll massiv ausgebaut werden. Vorgesehen ist unter anderem auch ein Programm für zusätzliche Schnellladestationen, an dem sich die Autoindustrie in erheblichem Maße beteiligen soll.

Die Forschung nach besserer Batterietechnologie in Deutschland soll verstärkt werden.

Zusätzlich zu den oben genannten Punkten war ursprünglich auch eine Kaufprämie von 5.000 Euro je Elektroauto geplant gewesen. Diese Prämie ist allerdings in der aktuellen Vorlage nicht mehr zu finden. Stattdessen wollen die Spitzen der Regierungsfraktionen die Entscheidung über diese Boni vertagen. Darüber solle erst bei einem Gipfel von Kanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Gabriel mit der Autoindustrie gesprochen werden.

Die Regierung wolle, “im April weitere Entscheidungen für die Förderung der Elektromobilität treffen und gegenüber den Automobilherstellern auf eine Selbstverpflichtung für einen angemessenen und steigenden Anteil für Elektrofahrzeuge hinwirken“, heißt es in dem Papier.

Doch noch - Kaufprämie für Elektroautos kommt

Potsdam, den 29. April 2016

Nach einigem hin und her im Vorfeld ist nun klar: In Zukunft wird es für Elektroautos eine Kaufprämie geben. Diese Prämie fällt mit 4.000 Euro zwar geringer aus als ursprünglich geplant, dafür kommt sie schon im Mai.

Auf einem sogenannten Autogipfel im Kanzleramt haben sich Vertreter der Autoindustrie und der Fahrzeugbranche in der Nacht auf Mittwoch auf Kaufprämien für Elektromobile geeinigt.

Die Ergebnisse im Überblick:

 

  • Für reine Elektroautos wird es Zuschüsse von 4.000 Euro geben. Ursprünglich waren 5.000 Euro geplant.
  • Anspruch auf die Prämien haben nur Käufer von Modellen mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro (Basismodell). Sogenannte Vollhybride gehen ebenfalls leer aus. Nur Plug-In-Hybride werden gefördert.
  • Beginnen soll das Bonussystem Mitte Mai.
  • Neben den Kaufprämien soll der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit 300 Millionen Euro gefördert werden.
  • Die Kosten des Programms in Höhe von 1,2 Milliarden Euro, werden sich jeweils zur Hälfte der Bund - also der Steuerzahler - und die Hersteller teilen.

 

Mit Ihrer Entscheidung setzte sich die Bundesregierung über Bedenken von Umweltverbänden und Branchenexperten hinweg. Auch innerhalb der CDU-Fraktion gab es erhebliche Vorbehalte gegen das Instrument der Kaufprämie. So hatte Finanzminister Schäuble lange Zeit von einem solchen Zuschuss abgeraten.

Um allerdings das von der Regierung ausgegebene Ziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 zu erreichen, waren dringend neue Anreize für den Markt nötig.

Schließlich waren zu Beginn dieses Jahres erst rund 25.500 Elektroautos und 130.000 Hybridfahrzeuge gemeldet. Die Elektromobilität kämpft nach wie vor mit zahlreichen, wenn auch lösbaren Problemen: Vergleichsweise hohe Preise für die Fahrzeuge bei relativ geringer Reichweite und die in Deutschland noch unzureichende Ladeinfrastruktur.

Daher sind die meisten Elektroautos derzeit Ladenhüter. Das gerade verabschiedete Maßnahmenpaket soll nun bis 2020 den Absatz deutlich ankurbeln um die Zielsetzungen doch noch zu erreichen. Ob die aktuellen Vorschläge hierzu reichen werden, bleibt fraglich.

E-Bikes auf dem Vormarsch

Potsdam, den 12. Mai 2016

Vielleicht haben Sie das auch schon einmal erlebt: Mit aller Kraft treten Sie in die Pedale und plötzlich zieht jemand locker an Ihnen vorbei, obwohl er mindestens 20 Jahre älter und 20 Kilo schwerer ist. Frustrierend, aber mit großer Wahrscheinlichkeit sitzt der Radler auf einem modernen E-Bike.

E-Bikes sind immer weiter auf dem Vormarsch und sind mittlerweile auch in Potsdam und Umgebung immer öfter anzutreffen. Gerade auf den teilweise chronisch verstopften Straßen unserer Landeshauptstadt haben sich das Fahrrad im Allgemeinen und das E-Bike im speziellen zu einer ernstzunehmenden Alternative zum Auto entwickelt.

Auch die Fahrradhersteller haben den Trend erkannt und der geneigte Elektroradler kann inzwischen aus einer großen Vielfalt von Modellen wählen. Vom sportlichen Trekking-Bike bis zum bequemen Senioren-Rad ist inzwischen alles zu haben.

Für viele ist die neue Technik allerdings noch ein unbeschriebenes Blatt. Was ist beispielsweise der Unterschied zwischen einem E-Bike und einem Pedelec? Oder wie weit kann ich mit so einem E-Bike oder Pedelec überhaupt fahren bis das Akku aufgibt? Und letztlich: Wie fährt sich solch ein Elektrorad?

In Kleinmachnow, vor den Toren Potsdams, hat es sich eine Gruppe engagierter Umweltaktivisten zur Aufgabe gemacht für das neue Fahrradzeitalter zu werben.

Unter dem Namen “Lokale Agenda 21“ verleihen die Aktivisten E-Bikes an Interessenten - und das völlig kostenlos. Ein in Deutschland wohl bisher einmaliges Angebot.

Seit vergangenem Sommer kann jeder für bis zu zwei Wochen eines der beiden Pedelecs ausprobieren, welche die Agenda-Gruppe für diesen Zweck angeschafft hat.

Zwei Dutzend Leute hätten inzwischen schon davon Gebrauch gemacht und am Ende des vergangenen Jahres hatte jedes der beiden Räder gut 1000 Kilometer auf dem Tacho.

Inzwischen wird sogar darüber nachgedacht, Kleinmachnow zum Pedelec-Ort auszubauen. Sollte die Aktion weiterhin so gut angenommen werden, wollen die Aktivisten das Angebot ausweiten. Im Gespräch sind Leihstationen für Räder und Pedelecs und sogar ein Bikesharing für die gesamte Teltower Region.

Mehr zum Thema E-Bike, bzw. Pedelec erfahren Sie hier.

Potsdam verleiht Klimapreis

Potsdam, den 02. Juni 2016

Zum fünften Mal wird heute der Klimapreis der Landeshauptstadt Potsdam in den Kategorien "Bürger"und "Schulen" verliehen. Mit dem Potsdamer Klimapreis fördern die Stadt, das Energie-Forum Potsdam e.V., das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die Pro Potsdam beispielhafte und nachhaltige Projekte im Sinne des Potsdamer Klimakonzepts 2020. In diesem Jahr haben sich sechs Bürgerprojekte und zwölf Schulen mit ihren Ideen zum Klimaschutz oder zur Klimaanpassung beworben.

Potsdamer Schüler verzichten auf Plastikflaschen

Potsdam, den 08. Juni 2016

Wer viel Sport treibt, der muss auch viel trinken. Nur logisch also, dass an einer Sportschule sehr viel getrunken wird. Die Sportschule Potsdam “ Friedrich Ludwig Jahn“ bildet da keine Ausnahme. Künftig wollen die Schüler dort allerdings auf Plastikflaschen verzichten und sind dafür am vergangenen Donnerstag mit dem 5. Potsdamer Klimapreis ausgezeichnet worden.

Es begann alles mit einer Beobachtung die ein Schüler gemacht hatte: Der 19 jährige Lennard Lind hatte bemerkt, dass viele seiner Mitschüler immer wieder Plastikflaschen aus dem nächsten Supermarkt kauften, um ihren Durst zu stillen.

“Da kamen manchmal große Tüten von leeren Einwegflaschen zusammen“, so Lind.

Da viele seiner Mitschüler ohnehin meist Wasser tranken, fragte er sich, warum man immer wieder eine neue Plastikflasche kaufen sollte, wenn man stattdessen eine einzige Flasche wiederverwenden konnte. Dadurch würden Rohstoffe, Transportkosten und natürlich große Mengen Plastikabfall gespart.

Die Lösung war eine stabile, immer wieder verwendbare Flasche aus Edelstahl, die jeder Jahrgang zudem mit seinem individuellen Logo versehen kann. Bevor es losgehen konnte musste die Schule aber erst einmal überzeugt werden. Zusammen mit seinen Mitstreitern machte Lind eine Präsentationstour durch die Klassen, um auf die hohe Qualität des Leitungswassers in Potsdam hinzuweisen - mit Erfolg. Doch einen Haken gab es noch: “Etwa die Hälfte der Wassertrinker mag kein stilles Wasser“, sagt Lind. “Daher wird es in der Schule demnächst einen Trinkwasserspender für stilles Wasser und Wasser mit Sprudel geben.

Unerwartet viele Hürden mussten die Schüler auf dem Weg zur Umsetzung Ihres Vorhabens nehmen. Es mussten Gelder gesammelt, Genehmigungen vom Gesundheitsamt eingeholt und viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Mittlerweile steht das Projekt nun aber kurz vor der Vollendung.

Das außerordentliche Engagement der Schüler überzeugte letztlich auch die Juroren des Potsdamer Klimapreises. Als Sieger in der Kategorie “Schüler“ können sich Lennard Lind und seine Mitstreiter nun über ein Preisgeld von 1000 Euro freuen.

Der Potsdamer Klimapreis wird seit 2012 jährlich an solche Potsdamer Schüler und Bürger verliehen, die sich durch besonderes Engagement für den Klima- und Umweltschutz hervorheben. Gefördert wird der Klimapreis von der Landeshauptstadt, den Stadtwerken, dem Energie-Forum Potsdam und dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung.

Wenn Sie mehr über den Klimapreis erfahren wollen oder wissen möchten welche Projekte sich noch über eine Auszeichnung freuen konnten, klicken Sie hier.

Bestens Informiert - Photovoltaik

Potsdam, den 16. Juni 2016 

Wie versorgt man eine Raumsonde mit Energie, ohne schwere und klobige Batterien nutzen zu müssen? Vor dieser Frage standen Wissenschaftler zu Beginn des Raumfahrtzeitalters in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Die Lösung: Unsere Sonne.

An langen, heißen Sommertagen ist es besonders deutlich zu spüren. Jeden Tag schickt uns unser Heimatstern riesige Energiemengen - Ein Vielfaches dessen, was die gesamte Menschheit benötigt. Tatsache ist allerdings auch, dass der Löwenanteil dieser Energie wieder ungenutzt ins Weltall entschwindet. Um diese Kraftquelle anzuzapfen entwickelten die Wissenschaftler daher vor mehr als 60 Jahren die ersten funktionstüchtigen Solarzellen.

Nun konnte man direkt aus Sonnenstrahlen elektrischen Strom erzeugen und Satelliten oder Sonden so mit Energie versorgen.

Auch wenn dies mittlerweile lang zurückliegt ist die Solarzellentechnik, allgemein Photovoltaik genannt, keinesfalls ein alter Hut.

Heutzutage werden Photovoltaik-Anlagen auf vielfältige Art und Weise zur Stromerzeugung genutzt. Im Zuge der Energiewende erlebte die Technik gerade bei Haus- und Grundstücksbesitzern einen Boom. Moderne Solarzellen sind schließlich um einiges effizienter als ihre Vorgänger und die Bundesregierung hat den Ausbau zudem lange Zeit kräftig gefördert.

Inzwischen ist die Förderung zurückgefahren worden und der Boom etwas abgekühlt. Doch nach wie vor kann eine Photovoltaik-Anlage eine sinnvolle und lohnenswerte Investition für Haus- oder Grundstücksbesitzer sein. Vor allem wer auf dem eigenen Dach Strom für die Selbstversorgung erzeugen möchte, kann bei den gegenwärtigen Anlagenkosten Renditen um die 4 Prozent erzielen. Eine solide Planung und Kalkulation sind allerdings die Grundvoraussetzung dafür, dass Sie an Ihrer Anlage Freude haben.

Interessenten sollten daher im Vorfeld einige Dinge klären: Ist die Lage meines Hauses/Grundstücks überhaupt für die Nutzung einer Photovoltaik-Anlage geeignet? Will ich den erzeugten Strom selbst verbrauchen oder in das Netz einspeisen? Kann ich bei der Finanzierung Fördermittel in Anspruch nehmen?

Bei der Klärung solcher Fragen sollte man Experten hinzuziehen. Einen solchen hat die KlimaAgentur der Stadtwerke Potsdam am Mittwoch, den 22.06., in der Urania zu Gast. Im Rahmen der kostenlosen Veranstaltungsreihe “Bestens Informiert“ lädt die KlimaAgentur Sie zu einem Informationsabend zum Thema Photovoltaik ein. Als Fachreferent konnte mit Dipl. Ing. Karl-Heinz Dubrow von der Verbraucherzentrale Brandenburg, ein Experte als Gastreferent gewonnen werden. „Zunächst wird Herr Dubrow in einem Vortrag einen allgemeinen Überblick über das Thema Photovoltaik geben und im Anschluss widmen wir uns dann ausführlich den individuellen Fragen aus dem Publikum“, so Mathias Kluska, der Leiter der KlimaAgentur.

Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten der Urania in der Gutenbergstraße 71-72 statt. Der Eintritt ist frei, wir möchten Sie aber um eine kurze Anmeldung via Telefon (0331 / 661-9730) oder per Mail (klimaagentur@remove-this.swp-potsdam.de) bitten.

Weitere Informationen zu kommenden Veranstaltungen aus der Reihe “Bestens Informiert“ finden Sie hier.

Smart Meter auf dem Vormarsch

Potsdam, den 28. Juni 2016 

Er ist ein Schlüsselelement der Energiewende: Der intelligente Stromzähler, ‘Smart Meter‘ genannt. Smart Meter sollen es künftig möglich machen Energiebedarf und Energieerzeugung im deutschen Stromversorgungsnetz genauestens aufeinander abzustimmen. Nach langen Verzögerungen sollen die Geräte nun nach und nach bundesweit Einzug halten.

Am vergangenen Donnerstag verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, welches vorsieht, das bis Ende 2030 alle Messstellen in Deutschland mit Smart Metern ausgerüstet sind.

Ab 2017 tritt bereits eine Einbaupflicht für große Stromkunden, mit einem Verbrauch von mehr als 20.000 Kilowattstunden (kWh), in Kraft. Auch Betreiber von Photovoltaikanlagen mit mehr als 7 Kilowatt Leistung müssen dann auf die digitale Messtechnik umsteigen. Ab 2020 soll diese Pflicht dann auch auf Kunden mit einem Verbrauch von mehr als 6.000 kWh ausgeweitet werden. Für den Normalverbraucher (unter 6.000 kWh pro Jahr) ändert sich allerdings erst einmal nichts. Stromlieferanten können ihren Kunden aber jederzeit die neuen Zähler als freiwilligen Service anbieten.

Durch die Digitalisierung soll künftig besser gesteuert werden, wann und wo Strom gebraucht wird. Die ‘intelligenten‘ Geräte sollen detaillierten Einblick in das Verbrauchsverhalten geben und so Einsparpotentiale sichtbar machen. Zudem sind die smarten Zähler ein entscheidender Schritt hin zu einem vernetzten Haushalt. Viele Anwendungsmöglichkeiten sind denkbar:

Die Heizung schaltet sich ab, wenn die Haustür ins Schloss fällt. In der Nacht springt die Waschmaschine an, weil dann der Strom gerade besonders preiswert ist. Oder man erhält per SMS eine automatische Warnung, weil der Herd angelassen wurde und seit Stunden läuft.

Um solche Dienste zu ermöglichen, werden präzise Verbrauchsdaten von allen Elektrogeräten des jeweiligen Haushalts benötigt. Dies ist allerdings der Punkt an dem die Smart Meter starker Kritik ausgesetzt sind. Die Geräte bedeuteten einen gravierenden Einschnitt in die Souveränität der Stromkunden und ließen Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten zu, heißt es vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Manch einer fürchtet, über die digitalen Schnittstellen ausgespäht zu werden. Wirtschaftsminister Gabriel (SPD) hält die Bedenken um einen ‘gläsernen‘ Verbraucher für unbegründet. Es werde einen wasserdichten Datenschutz geben. Es soll gewährleistet werden, dass nur die Nutzer selbst sehen können, wann sie welche Elektrogeräte benutzen.

Tatsächlich geben Millionen Menschen schon jetzt über ihre Smartphones und soziale Netzwerke wesentlich mehr private Daten preis.

EU-Energielabel: A+++ wird abgeschafft

Potsdam, den 07. Juli 2016

Eigentlich sollen Sie dem Verbraucher helfen, sparsame Elektrogeräte von Stromfressern zu unterscheiden. Doch viele Kunden verwirren die vor mittlerweile fast 25 Jahren eingeführten Sogenannten Energielabel eher. Häufiger Grund hierfür: die Einteilung der effizientesten Geräte in 3 weitere Unterklassen, nämlich A+, A++ und A+++.

Als die Energielabel eingeführt wurden, sind die seinerzeit sparsamsten Gerätetypen vollständig in der Effizienzklasse A zusammengefasst worden. Durch den technischen Fortschritt kamen jedoch immer sparsamere Geräte auf den Markt, welche die Standards von 1992 bald deutlich überflügelten. Um diese Unterschiede sichtbar zu machen wurden schließlich nach und nach die Unterklassen von A+ bis A+++ eingeführt.

Statt jedoch für mehr Übersicht zu sorgen, verunsicherte diese Neuerung die Verbraucher eher. Aus diesem Grund hat das EU-Parlament gestern den Weg für eine Reform des Energielabels frei gemacht: In spätestens 21 Monaten wird es nur noch die Kategorien vom grünen “A“ für sehr sparsam, bis zum tiefroten “G“ für Stromfresser geben.

“Es ist gut, dass die irreführenden ‘+++‘ Effizienzklassen und die Vielzahl unterschiedlicher Etiketten abgeschafft werden“, sagte die SPD-Europa-Politikerin und Energie-Expertin Martina Werner. Der Kunde darf nun auf ein übersichtliches und dennoch aussagekräftiges Kennzeichnungssystem hoffen. Neben den Informationen zum allgemeinen Verbrauch fließen künftig weitere Kriterien in die Beurteilung ein: Auch die Langlebigkeit, Reparaturfreundlichkeit und Recyclebarkeit werden künftig berücksichtigt.

“Wir wollen ein echtes Umweltlabel, auf das der Verbraucher bauen kann“, hieß es bei den Beratungen in der europäischen Abgeordnetenkammer.

Das Vertrauen in das neue Label soll zudem durch eine unabhängige Kontrollinstanz gestärkt werden. Eine solche hatte es bisher tatsächlich nicht gegeben. Es blieb den Herstellern überlassen, ihre Produkte zu Prüfen und einzusortieren. Das dabei oft zu niedrige Verbrauchswerte herauskamen dürfte nicht überraschen.

Realitätsferne Testnormen gehörten zum Alltag. Bei Waschmaschinen, so bestätigen Experten, wurde der Strombedarf beispielsweise häufig über Programme ermittelt, welche die Hersteller entsprechend optimiert hatten.

Um solchen Praktiken künftig vorzubeugen, will die EU-Kommission zusätzlich auch eine Datenbank mit technischen Informationen zu allen Elektrogeräten einrichten und den Verbrauchern zugänglich machen.

Bis zum Jahr 2023 sollen schließlich alle Neuerungen etabliert sein. Die Vorschläge müssen vorher allerdings noch die zuständigen Minister der EU-Mitgliedsstaaten gebilligt werden.

Tempo 30 für die Zeppelinstraße

Potsdam, den 25. August 2016

Nach langem hin und her wird es nun ernst: Die Zeppelinstraße wird ab dem 30. August in weiten Teilen zur verkehrsberuhigtem Zone erklärt.

Ab Dienstag kommende Woche gilt im Abschnitt zwischen Kastanienallee und Breiter Straße künftig ganztägig Tempo 30.

Für die Abschnitte zwischen Forststraße bis Kastanienallee sowie Breite Straße bis Schopenhauerstraße erfolgt die Begrenzung zwischen 22 Uhr und 6 Uhr.

Nach Angaben der Stadt soll diese Maßnahme die Anwohner vor Verkehrslärm schützen. Ein Gutachten hat ergeben, dass ein solches Tempolimit die Belastung um immerhin drei Dezibel verringert werden kann.

Der Vorschlag ist nicht neu und stammt bereits aus dem im Jahr 2008 vorgestellten Lärmaktionsplan.

Ursprünglich sollte das Limit mit der ebenfalls seit Längerem geplanten versuchsweisen Einengung der Straße auf drei Spuren eingeführt werden. Mit dem Ausscheiden von Baudezernent Mathias Klipp aus der Potsdamer Stadtverwaltung liegt das Umstrittene Vorhaben jedoch vorläufig auf Eis.

Ähnlich umstritten ist allerdings auch die Einführung der Tempo 30 - Zonen. Besonders beim ADAC zeigt man sich skeptisch: Jörg Becker, Verkehrsexperte beim ADAC, verweist auf Untersuchungen in Berlin und Stuttgart, laut denen Tempo 30 für die Schadstoffbelastung sogar eine Verschlechterung bedeute und zumindest keine “wirksamen Verbesserungen“ beim Lärm mit sich bringe.

Eine Senkung der Belastung könne man ohnehin nur bei fließendem Verkehr erwarten - egal, ob mit Tempo 30 oder 50, so Becker: “Stop-and-go ist der größte Übeltäter sowohl bei der Lärm- als auch bei der Schadtstoffbelastung.“

Laut Stadtverwaltung sollen die Ampelschaltungen in den betroffenen Bereichen allerdings entsprechend angepasst werden. Hierzu wir am morgigen Freitag jede Ampel für 30 Minuten abgeschaltet.

Bezüglich der Sorgen, dass das Tempolimit in der ohnehin schlechten Schadstoffbilanz im Bereich Zeppelinstraße negativ zu Buche schlagen könnte, verweist die Stadt auf eine entsprechende Untersuchung des Landesumweltministeriums. Diese habe ergeben, dass die Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Zeppelinstraße nicht zu einer Erhöhung des Schadstoffausstoßes führe, so ein Sprecher.

Wie bereits berichtet (link) wurden an der Straße in der Vergangenheit immer wieder die EU-Grenzwerte für giftige Stickstoffdioxid- und Feinstaubemissionen überschritten.

Verschärftes Glühlampenverbot tritt in Kraft

Potsdam, den 13. September 2016

Die in Folge der EU-Ökodesignrichtline (2005/32/EG) verabschiedete "Verordnung zu Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Haushaltslampen" legt fest, dass die im Vergleich zu LED-Lampen weniger energieeffizienten 230/240 Volt-Halogen-Spot-Lampen ab dem 1. September 2016 nur noch abverkauft, aber nicht mehr neu in den Handel gebracht werden dürfen.

Damit tritt die sechste Stufe im Ablaufplan der EU-Lampen-Regulierung in Kraft. Sie soll effizientere Beleuchtungstechnik fördern, indem seit September 2009 schrittweise die weniger effizienten Leuchtmittel vom Markt genommen werden.

Mit der Änderungsverordnung (EU) 2015/1428, die Ende Februar 2016 in Kraft getreten ist, wurde die ursprüngliche Verordnung im Hinblick auf verschiedene spezielle Lampen ergänzt. Für diese wird die Rücknahme vom Markt um zwei Jahre verschoben.

Von der Verschiebung der Frist sind beispielsweise solche Halogenlampen der Effizienzklasse D betroffen, die nicht-gerichtetes Licht abgeben und vorwiegend in der klassischen Birnenform erhältlich sind.

Grund für die Verschiebung war die Aussage der Hersteller, dass es ihnen innerhalb der ursprünglich gegebenen Frist bis zum 1. September 2016 wirtschaftlich nicht möglich sei, Netzspannungs-Halogen-Lampen zu entwickeln, welche die dann geltenden Effizienzvorschriften erfüllen würden.

Wer jetzt noch einen Halogen-Spot mit Reflektor einsetzen will, kann also nur noch zu den Niedervolt-Modellen greifen. 12-Volt-Halogen-Reflektor-Lampen sind weiterhin erlaubt, wenn sie eine Lebensdauer von mindestens 4.000 Stunden haben und mindestens im oberen Bereich der Energieeffizienzklasse C liegen. Für die Halogenlampen, die in Deckenstrahlern oder teilweise auch in Schreibtischlampen genutzt werden, gibt es keine Frist für ein Verkaufsverbot.

Dass Lampen für gerichtetes und ungerichtetes Licht heute unterschiedlich behandelt werden, liegt nicht zuletzt an den heute verfügbaren technischen Lösungen. LEDs sind Flächenstrahler, bei welchen die sichtbare Strahlung mehr oder weniger gerichtet in eine Richtung abgegeben wird, während es sich bei den Halogenlampen um Punktstrahler handelt, die das Licht ungerichtet abstrahlen.

Wie sich die Strategie der EU in Bezug auf die Verordnungen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Lichttechnik weiterentwickelt, steht derzeit noch nicht fest.

Umfrage zur Zufriedenheit mit Radwegen in Potsdam

Potsdam, den 28. September 2016

Noch bis zum 30. November können alle Potsdamer im Rahmen einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bewerten, wie fahrradfreundlich die Landeshauptstadt ist.

Der sogenannte ADFC-Fahrradklima-Test findet bereits zum siebten Mal statt und gilt als Zufriedenheits-Index der Radfahrer in Deutschland.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans. Die Beteiligung an der Umfrage ist online auf www.fahrradklima-test.de möglich.

Mehr als 100 000 Bürger haben zuletzt im Jahr 2014 mitgemacht und die Fahrradfreundlichkeit in 468 Städten beurteilt. Potsdam erreichte dabei den vierten Platz der Kategorie "Städte mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern". Per Fragebogen wurde bewertet, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege im Winter geräumt werden und ob sie sich auf dem Fahrrad sicher fühlen.

Ausgezeichnet werden dann die fahrradfreundlichsten Orte nach vier Einwohner- Größenklassen sowie diejenigen Städte und Gemeinden, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

"Wir nehmen die Auswertung der Ergebnisse sehr ernst und versuchen, die Anregungen und Hinweise zu beachten, um Radfahren in Potsdam ganzjährig noch attraktiver und sicherer zu machen", sagt Torsten von Einem, Radverkehrsbeauftragter der Landeshauptstadt.

Freibad wird Klimaschutz-Modellprojekt

Potsdam, den 20. 10. 2016

Kleinmachnow, vor den Toren von Potsdam Babelsberg gelegen, macht durch eine aussergewöhnliche Sanierungsmaßnahme von sich Reden:

Das örtliche Freibad in den Kiebitzbergen soll zu einem kommunalen "Klimaschutz-Modellprojekt mit Leuchturmwirkung" werden.

Was heisst das? Schon länger warten die Kleinmachnower auf eine Sanierung Ihres in die Jahre gekommen Freibades. Die hierfür nötige Baugenehmigung haben der Freibad-Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeister Michael Grubert (SPD) sowie Geschäftsführer Markus Schmidt in diesen Tagen vom Landkreis Potsdam-Mittelmark erhalten. Der Beginn der Sanierungsmaßnahmen ist für den August kommenden Jahres geplant.

Allerdings wird das Bad nicht nur optisch auf Vordermann gebracht. Dank modernster Technik soll der Betrieb, nach der Wiedereröffnung in circa zwei Jahren, künftig äußerst klima- und umweltschonend möglich sein.

Um dieses Vorhaben zu realisieren, musste der ursprünglich für diesen Winter geplante Baubeginn auf 2017/2018 verschoben werden. So konnten für die Sanierungsmaßnahmen Fördermittel in Höhe von bis zu 80 Prozent beantragt werden.

Das künftige Freibad wird besonders energieeffizente Technologie für Heizung und Warmwasser in den Duschen und Wasserbecken einsetzen. Gleichzeitig sollen sowohl im Schwimmer- als auch im Nichtschwimmerbereich neue Edelstahlbecken eingesetzt werden. Erneuert werden ebenso die Sprungbretter und Startblöcke sowie das Schwimmmeisterhaus und die Freianlagen.

Leichter zugänglich sollen die Schwimmbecken ebenfalls werden. Neue stufenlose Durchschreitemulden sollen künftig einen barrierefreien Zugang zu den Badebereichen schaffen.

Ein paar zusätzliche Attraktionen sollen im Nichtschwimmerbecken unter anderem mit Nackenspeier und Bodensprudelplatten eingerichtet werden. Ein reines Spaßbad soll das Freibad aber nicht werden. Die Beckengrößen, Wassertiefen und die Liegewiese sollen in ihrer Größe erhalten bleiben.

Der Baustart ist für August 2017 vorgesehen. Ihr neues, klimafreundliches Freibad können die Kleinmachnower dann voraussichtlich ab Juni 2018 nutzen.

Gut gedämmt spart bares Geld - KlimaAgentur lädt zu kostenlosem Fachvortag ein

Potsdam, den 22. 11. 2016

Der Winter steht vor der Haustür und für viele Hausbesitzer bringt die kalte Jahreszeit einige Probleme mit sich: Hohe Heizkosten sowie zugige und kühle Räume. Die Ursache hierfür ist in der Regel eine mangelhafte Dämmung der Gebäudehülle. Energieberater empfehlen hier Hausbesitzern häufig ihre Immobilie mit besserer Wärmedämmung aufzurüsten.

In jüngster Zeit hagelte es jedoch häufig Kritik am sogenannten “Dämm-Wahn“ in Deutschland. Hiobsbotschaften von erhöhter Brandgefahr wegen Wärmedämmung oder auch von Abzocke beim Kunden gingen durch die Medien.

Fakt ist jedoch: Eine auf das Gebäude und Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Wärmedämmung reduziert die Heizkosten zum Teil deutlich und steigert die Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden.

Wichtig sind die Auswahl der passenden  Materialien und eine kompetente Ausführung. Hierzu gehört, beispielsweise auch die Fenster bei der Planung nicht außer Acht zu lassen.

Wer umsichtig plant und nicht am falschen Ende spart, der darf sich darauf verlassen, auch noch in vielen Jahren von seiner Gebäudedämmung zu profitieren.

Aber welche Materialien und welche Ausführung passen nun am besten zu Ihrem Bauvorhaben? Mit welchen Kosten muss man in der Regel rechnen und besteht eventuell die Möglichkeit Fördermittel abzuschöpfen?

Die KlimaAgentur der Stadtwerke Potsdam möchte diesen und weiteren Fragen zusammen mit Ihnen auf den Grund gehen. Im Rahmen der kostenlosen Veranstaltungsreihe

“Bestens informiert“ geht es daher am Mittwoch, den 07. Dezember, rund um das Thema “Wärmedämmung - Gut gedämmt spart bares Geld“. Veranstaltungsort ist die Urania in der Gutenbergstraße 71-72, direkt am Bassinplatz gelegen. Als Gastreferenten konnte die KlimaAgentur mit Herrn Steffen Engler einen erfahrenen und unabhängigen Fachmann gewinnen. Herr Engler wird im Rahmen eines ca. 45 - 60 minütigen Vortrags auf die verschiedenen Arten von Wärmedämmung eingehen und sich dann ausführlich den individuellen Fragen aus dem Publikum widmen. Beginn der Veranstaltung ist 18 Uhr und der Eintritt ist frei.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Unter der Telefonnummer 0331/6619731, oder per E-Mail unter klimaagentur@swp-potsdam.de freuen wir uns auf Ihre Anmeldung.

Auch für das kommende Jahr sind wieder Info-Abende zu unterschiedlichen Fragen rund um die Themen Energieeffizienz, Bauen und Sanieren und Erneuerbare Energien geplant.

Gern möchte die KlimaAgentur bei der Planung auch Themenvorschläge der Einwohner Potsdamer berücksichtigen. Wenn Sie also Fragen oder Themen haben, die Sie ganz besonders interessieren: Wir  freuen uns über Ihre Vorschläge.

Weitere Informationen zu unserer Veranstaltungsreihe "Bestens Informiert" finden Sie hier.

Wie grün ist die Nutzung von Solarstrom?

Potsdam, den 13. Dezember 2016

Bis spätestens 2018 hat die Solarindustrie mehr Treibhausgase eingespart, als sie durch Entwicklung und Produktion von Solaranlagen verursacht hat. Zu diesem Ergebnis kommen niederländische Forscher im Fachmagazin "Nature Communications".

Womöglich sei diese Nutzenschwelle bereits in den vergangenen Jahren erreicht worden, schreiben Wilfried van Sark von der Universität Utrecht und seine Kollegen.

Die Leistung der weltweiten Solarstromanlagen ist von 1975 bis 2015 im Schnitt um 45 Prozent pro Jahr gestiegen.

Von 2005 bis 2014 war Deutschland den Forschern zufolge die Nation mit der größten Solarkraftleistung. 2015 wurde die Bundesrepublik nach vorläufigen Daten von China abgelöst.

Inzwischen belaufe sich die globale Leistung auf 230 Gigawatt - genügend Energie um rund 170.000.000 Haushalte zu versorgen. "Dieses schnelle Wachstum hat zu Bedenken hinsichtlich des Energieverbrauchs und des Ausstoßes von Treibhausgasen bei der Produktion von Solarzellen geführt", schreiben die Umweltwissenschaftler. Deshalb werteten sie 40 Studien zum Lebenszyklus von Photovoltaik-Anlagen aus.

Die Herstellung von Solarzellen ist energieintensiv und setzt größere Mengen Treibhausgase frei. Doch langfristig falle die Bilanz positiv aus, schreiben die Niederländer.

Durch ständige Verbesserungen in der Produktion erreichen sogenannte polykristalline Solarzellen laut der Studie nach zehn bis elf Monaten den Punkt, an dem sie so viel Energie produziert haben, wie ihre Herstellung gekostet hat. Bei monokristallinen Solarzellen ist dies nach einem Jahr bis 1,2 Jahren der Fall.

Dabei sind Photovoltaik- Anlagen in der Regel auf eine Lebensdauer von rund 30 Jahren ausgelegt.

Die Studie berücksichtigt besonders die Lernkurve der Hersteller. Sie führte einerseits zu sinkenden Preisen bei den Anlagen. Andererseits sank bei jeder Verdopplung der installierten Solarstromkapazität der Treibhausgas-Fußabdruck um 17 Prozent für polykristalline und um 24 Prozent für monokristalline Solarzellen. Der Energieverbrauch verringerte sich bei jeder Verdopplung um zwölf bis 13 Prozent.

LED-Licht für Potsdamer Einkaufsmeile

Potsdam, den 12. Januar 2017

Die Potsdamer Einkaufsmeile zwischen Brandenburger Tor und Bassinplatz wurde von der Stadtbeleuchtung komplett auf LED umgestellt. Das ist umweltfreundlicher und soll langfristig Energiekosten sparen.

Aus der Vogelperspektive ist es ganz deutlich zu erkennen: Des Nachts erstrahlt die Brandenburger Straße in deutlich hellerem Licht als die benachbarten Verkehrslinien. Der Grund: Die Stadtbeleuchtung Potsdam GmbH (SBP) hat in den vergangenen Monaten – wie berichtet – in der Brandenburger die Natrium-Leuchtmittel durch sogenannte Retrofit-LED-Leuchtmittel ersetzt. Diese sind so konzipiert, dass sie in die vorhandenen Leuchtensockel passen, was die Umrüstung erleichtert hat.

„Auf Grund der ökologischen Vorteile der LED-Beleuchtung und der kontinuierlichen, technischen Verbesserungen haben wir in den vergangenen drei Jahren unsere Aktivitäten in diesem Bereich erhöht“, erklärt Jürgen Retzlaff, Geschäftsführer der Stadtbeleuchtung. Grundsätzliche Vorteile von LED-Straßenleuchten seien eine lange Lebensdauer, die hohe Energieeinsparung und die damit verbundene Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen.

Zudem werden keine gesundheitsgefährdenden Stoffe in den Leuchtmitteln eingesetzt, so dass sie nicht als Sondermüll entsorgt werden müssen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sparlampen gibt es keine Einschaltverzögerungen. Subjektiv erscheint das warm-weiße LED-Licht heller. Außerdem soll die LED-Beleuchtung zu einer verbesserten Farbwiedergabe und einem Kontrastverhältnis mit klareren Konturen führen.

„Beim Retrofit-Pilotprojekt musste eine Reihe von Rahmenbedingungen beachtet werden“, sagt Pressesprecher Stefan Klotz. Dazu zählen Beleuchtungsstärke, Lichtfarbe, Lichtverteilung, Blendwirkung, Risiken beim Umbau der Leuchten, Feuchtigkeitsentwicklung im Betrieb, elektromagnetische Verträglichkeit und statische Belastbarkeit. Außerdem musste die Zustimmung des Leuchtenherstellers und des Leuchtendesigners eingeholt werden.

Liebe Leser, wie finden Sie das neue Licht in der Brandenburger? Schreiben Sie eine Mail an Potsdam-Stadt@MAZ-online.de Kennwort "Licht"

(Quelle: MAZ)

Carsharing gegen den Verkehrsinfarkt

Potsdam, den 01. Februar 2017

Zu den Hauptverkehrszeiten geht es auf den Straßen in der Potsdamer Innenstadt bestenfalls schleppend voran. Das Ergebnis sind immer öfter gestresste Autofahrer und vom Lärm genervte Anwohner.

Aber auch die Schadstoffbelastung in der Innenstadt wird zu einem wachsenden Problem, welches nunmehr seit mehr als zwei Jahren auch die Potsdamer Stadtpolitik beschäftigt.

Besonders im Fokus stehen dabei die ‘Brennpunkte‘ Zeppelinstraße, Breite Straße und Heinrich-Mann-Allee.

Seit einiger Zeit werden im Potsdamer Rathaus verschiedene Konzepte durchgespielt, um den wachsenden Verkehrsproblemen Herr zu werden.

So wurde dort bereits Ende August vergangenen Jahres in weiten Teilen der Zeppelinstraße Tempo 30 eingeführt. Zudem ist bereits seit längerem eine geplant, die dreispurige Straße auf zwei Spuren zu verjüngen (die KlimaAgentur berichtete).

Unter dem Motto “Fahrzeuge statt Stehzeuge“ haben die Potsdamer Grünen nun eine Initiative gestartet, um weitere Impulse für eine Entspannung der Verkehrslage zu setzen.

In einem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung fordern sie, dass der Oberbürgermeister ein Konzept für Carsharing in der Landeshauptstadt erstellen lassen soll.

Durch die effektivere Nutzung der Fahrzeuge soll der "stehende Verkehr" verringert werden.

Das Auto-Teilen friste bislang noch ein "Schattendasein" in der Stadt, monieren die Grünen - und das, obwohl die Förderung von Carsharing im Klimaschutzkonzept und im Stadtentwicklungskonzept Verkehr festgeschrieben sei.

Hoffnung gibt den Grünen ein Gesetzentwurf der Bundesregierung, der am 21. Dezember vom Kabinett verabschiedet wurde.

“Er ermöglicht der Landeshauptstadt Carsharing-Stellplätze im öffentlichen Straßenraum rechtssicher einzurichten. Vor allem die Innenstadt und städtische Wohnquartiere können damit vom hohen Parkdruck und unnötigem Autoverkehr entlastet werden“, heißt es in dem Antrag.

“Erfahrungsgemäß können mit einem gemeinsam genutzten Fahrzeug vier bis acht individuell genutzte Fahrzeuge ersetzt werden“, berichtet Andreas Walter, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Am 07. Februar wird der Antrag im Bauausschuss diskutiert.

Doch bereits jetzt kann man verschieden Carsharing-Angebote in Potsdam nutzen.

Neben internetbasierten Portalen wie Drivy, gibt es zwei weitere Unternehmen:

Greenwheels hat Standorte in der Heinrich-von-Kleist-Straße, im Karstadt-Parkhaus in der Hegelallee und in der Rudolf-Breitscheid-Straße.

Das Unternehmen Flinkster ist in Bahnhofsnähe in der Friedrich-Engels-Straße vertreten.

Besonders erwähnenswert ist noch eine privat ins Leben gerufene Initiative.

In Potsdam-West hat Joost van den Dool Anfang 2013 die Initiative “Stadtteilauto“ gegründet. Was mit zehn Personen und zwei Autos begann, ist nun zu einem Angebot für 300 Nutzer mit zehn Autos und zwei Lastenfahrrädern ausgewachsen.

Rücknahmepflicht bei Elektroschrott

Potsdam, den 13. Februar 2017

Ab dem 1. Juni 2017 muss der Handel bei einem Verstoß gegen seine Rücknahmepflichten für Elektro- und Elektronikaltgeräte mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 € rechnen. Der Bundesrat hat einer entsprechenden Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes heute zugestimmt. Damit werden die Grundlagen für einen effektiveren Vollzug durch die Länder geschaffen.

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks: „Wir wollen ein dichtes Sammelnetz für alte Elektrogeräte und wir wollen Fairness und Wettbewerbsgleichheit im Handel, wenn es um die Rücknahmepflichten geht.

Hierfür ist es unerlässlich, dass alle Elektro-Händler die geltenden Regeln einhalten und mögliche Verstöße schnell und spürbar geahndet werden können.“

Der Bußgeldtatbestand ermöglicht es den zuständigen Länderbehörden, zukünftig effek-tiver gegen Händler vorzugehen, die Verbrauchern und Verbraucherinnen die Rücknah-me ausgedienter Elektrogeräte erschweren oder verweigern - sowohl im stationären als auch im Onlinehandel. Je nach Schwere des Verstoßes kann ein Bußgeld von bis zu 100.000 € verhängt werden.

 Das am 24. Oktober 2015 in Kraft getretene Elektro- und Elektronikgerätegesetz ver-pflichtet Händler mit einer Verkaufs- bzw.

Versand- und Lagerfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400 qm Elektro-und Elektronikaltgeräte unter bestimm-ten Bedingungen vom Endkunden zurückzunehmen. Sofern der Kunde ein Neugerät erwirbt, kann er ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurückgeben.

Kleine Elektro-und Elektronikaltgeräte (keine Kantenlänge größer als

25 cm) können ohne Neukauf eines entsprechenden Gerätes zurückgegeben werden.

In den Wertstoffhöfen der STEP müssen die Potsdamer bei der Abgabe von Elektroschrott hingegen auf keine Bestimmungen achten. An den beiden Standorten, in Drewitz und am Neuendorfer Anger, kann nicht nur Elektroschrott, sondern praktisch jeglicher anfallender Müll, außer Hausmüll, entsorgt werden.

Weitere Informationen zu den Wertstoffhöfen finden Sie hier.

Heizungslabel jetzt auch bei Feststoffheizungen

Potsdam, den 28. Februar 2017

Bereits seit dem 26. September 2015 müssen alle neuen Öl- und Gasheizungen mit einem entsprechenden Energieeffizienzlabel versehen sein. Nun zieht der Gesetzgeber auch bei mit Holz befeuerten Heizungen nach. Vom 1. April 2017 an wird die Kennzeichnungspflicht auf alle Neugeräte für feste Brennstoffe ausgeweitet.

Zu den festen Brennstoffen zählt neben Holz, Holzpellets und Holzhackschnitzeln, bzw. holzartiger Biomasse auch Kohle.

Wie bei dem bereits europaweit verwendeten Energieeffizienzlabel für Elektrogeräte, werden die Geräte in Effizienzklassen von A++ (sehr gut)  bis G (mangelhaft) eingeteilt. Diese Einteilung wird bis zum 26. September 2019 bestehen und dann auf A+++ bis D umgestellt.

Für mit Pellets beheizte Brennwertkessel und Öfen rechnet Martin Brandis vom Bundesverband der Verbraucherzentralen mit einer Einstufung in der Energieeffizienzklasse  A++.

Zum Vergleich: Neue Öl- und Gasbrennwertkessel haben in der Regel die Effizienzklasse A.

Gekennzeichnet werden müssen Festbrennstoffkessel sowie Verbundanlagen (Kessel mit Temperaturreglern und Solarthermie) mit einer Nennwärmeleistung bis 70 Kilowatt.

“Ohne ein solches Label darf der Schornsteinfeger neu in den Verkehr gebrachte Feststoffheizungen nach dem 1. April nicht abnehmen“, stellt Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks klar.

“Ältere Feststoffheizungen dürfen weiterhin betrieben werden“, sagt Langer.

Im Januar 2018 wird die Kennzeichnungspflicht ein weiteres Mal ausgeweitet. Dann müssen auch sogenannte Einzelraumgeräte, hierzu zählen Kachel- und Kaminöfen, mit einem Label versehen werden.

Ziel ist es, mehr Transparenz herzustellen und den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, die Energieeffizienz der Geräte besser vergleichen zu können. Fachleute kritisieren allerdings, dass die Label nur eine begrenzte Aussagekraft haben.

So werden beispielsweise nur verschiedene Gerätetypen wie beispielsweise Wärmepumpen und Holzheizungen untereinander verglichen. Eine Aussage zu den damit zusammen hängenden Betriebskosten trifft das Label nicht. Auch gibt es keine Auskunft über die Emission von Luftschadstoffen und die Einhaltung von Grenzwerten.

Insgesamt ist das Heizungslabel jedoch ein wichtiger Schritt hin zu mehr Energieeffizienz auf dem Heizungsmarkt.

Weitere Informationen zum EU-Energielabel für Heizungsanlagen finden Sie hier.

Neue Studie: Smart-Meter teilweise fehlerhaft

Potsdam, den 14. März 2017

Die Jahresabrechnung für den Strom flattert ins Haus doch statt der erhofften Rückzahlung steht dort eine saftige Nachforderung.

Jedes Jahr erleben zahlreiche Haushalte in Potsdam und ganz Deutschland eine solche unangenehme Überraschung. Sofort steht dann natürlich die Frage im Raum “Woher kommt nur der hohe Verbrauch?“

Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, sollen künftig helfen genau solche Szenarien zu vermeiden (die KlimaAgentur) berichtete.

Mit einem Smart Meter kann man, im Gegensatz zu den aktuell noch gebräuchlichen analogen Stromzählern, den Stromverbrauch auf den Tag und die Stunde genau nachvollziehen. Selbst die Verbräuche einzelner Geräte lassen sich über ein Smart Meter auswerten.

In einem Fall wie dem oben geschilderten, könnte man dadurch den Verursachern der hohen Kosten relativ genau auf die Schliche kommen.

Viele der bereits millionenfach in Deutschland eingesetzten digitalen Stromzähler scheinen aber, laut einem Bericht des „Spiegel“, viel zu hohe Werte zu messen.

Dies legt zumindest eine aktuelle Studie eines Experten der Universität Twente in den Niederlanden nahe.

Im Rahmen dieser Studie wurden neun handelsübliche, auch in Deutschland verwendete Modelle getestet. Das überraschende Ergebnis: Mehr als die Hälfte habe falsch gemessen.

Teils wurden Werte ermittelt, die den eigentlichen Stromverbrauch um das siebenfache überstiegen.

Die Ursache in den falschen Werten führt der Wissenschaftler auf den Einbau stromsparender Geräte zurück. Diese entnähmen Strom nicht mehr nach einer bislang üblichen Wellenbewegung, sondern folgen einem „abrupten Muster“.

Die beanstandeten Zähler sind darauf nicht eingestellt und lieferten daher fehlerhafte Werte.

Nach Angaben des „Spiegel“ sind in Deutschland aktuell bereits sechs Millionen digitale Stromzähler verbaut und es ist durchaus möglich, das auch hierzulande fehlerhafte Smart-Meter verwendet werden.

Die Studienautoren raten daher auch deutschen Kunden, ihren Verbrauch zu kontrollieren und sich bei Verdacht an ihren Energieversorger zu wenden.

Schluss mit A+++: EU-Energielabel erneuert

Potsdam, den 23. März 2017

ie EU-Energielabel auf Waschmaschinen, Spülmaschinen und Kühlschränken haben bei Kunden zuletzt eher für Verwirrung statt Klarheit gesorgt.

Der Grund: Kaum ein in Europa verkauftes Haushaltsgerät schneidet in der von “A“ bis “G“ reichenden Effizienzskala noch schlechter ab als “A“.

Schon vor Jahren wurden deshalb die Zusatzklassen “A+“, “A++“ und “A+++“ eingeführt. Auf dem deutschen Markt schneidet eine Waschmaschine aktuell beispielsweise kaum schlechter als “A+“ ab. Ein gutes Ergebnis? Nicht wirklich: Tatsächlich ist der Unterschied zwischen den Effizienzklassen “A++“ und “A+“ genauso groß wie zwischen “B“ und “A“. Das heißt also, dass diese Geräte in keinster Weise mehr den aktuellen Stand der Technik darstellen.

Mehr als drei Viertel aller Deutschen glauben einer Umfrage zu folge jedoch, dass “A+“ für das effizienteste verfügbare Modell steht. So wird das Einsparpotential der Geräte mit den Pluszeichen stark unterschätzt.

Bereits 2015 hatte die EU-Kommission daher vorgeschlagen, die Effizienzskala auf dem Energielabel zu überarbeiten. Die Geräte sollten neu eingestuft und die Skala für den Verbraucher wieder übersichtlicher werden.

In der Nacht zum Mittwoch ist nun beschlossen worden, diesen Vorschlag weitgehend umzusetzen.  Bis 2019 sollen für die gängigsten Haushaltsgeräte die Pluszeichen verschwinden. Zudem sollen die Kriterien für die Effizienzklassen künftig regelmäßig angepasst werden, so dass “A“ dauerhaft die beste Klasse darstellt.

Was heute noch als “A+++“ verkauft wird, wäre von 2020 an nur noch Energieeffizienzklasse “B“ oder “C“. Zudem sollen die Geräte künftig automatisch neu eingestuft werden, sobald 30 Prozent aller Geräte in die Klasse “A“ fallen.

Die Zeiten der Pluszeichen sind damit auch langfristig betrachtet endgültig vorbei.

Neuer Rückenwind für Solarstrom?

Potsdam, den 03. Mai 2017

Strom aus Sonnenenergie erfreute sich lange Zeit großer Beliebtheit bei Eigenheimbesitzern und Investoren. Die staatliche Einspeisevergütung machte die Installation von Phototvoltaikanlagen (PV-Anlagen) zu einer profitablen Angelegenheit. Was folgte war ein regelrechter Solar-Boom. Allein zwischen 2009 und 2010 verdoppelten sich die bundesweit installierten Kapazitäten.

Doch seit die Bundesregierung die Vergütung immer weiter zurückfährt, geht der Zubau ebenfalls deutlich zurück.

Aus Sonnenenergie erzeugter Strom ist jedoch ein unverzichtbarer Grundpfeiler der Energiewende und der Bund versucht nun diesem Trend entgegenzuwirken.

Zu diesem Zweck hat das Bundeskabinett eine neue Förderung für Strom aus Sonnenenergie beschlossen.

Ziel ist es, den Absatz von auf Wohnanlagen erzeugtem Solarstrom an die dort lebenden Mieter stärker voran zu treiben. Zusätzlich zur normalen Ökostromförderung sollen Vermieter oder von Ihnen eingeschaltete Dienstleister demnach einen Aufschlag von bis zu 3,8 Cent je Kilowattstunde erhalten. Zugleich soll aber sichergestellt werden, dass Mieter ihren Stromanbieter weiter frei wählen können. Geplant sind entsprechende Vorgaben an die Vertragslaufzeiten, ein Verbot der Kopplung mit dem Mietvertrag und eine Preisobergrenze für den Mieterstrom.

Strom der nicht direkt verbraucht wird, würde ins Netz eingespeist und vergütet.

Wirtschaftlich ist Mieterstrom deshalb interessant, weil übliche Bestandteile der Stromrechnung wie Netzentgelte, Netz-Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgaben hier nicht anfallen.

Laut einer Umfrage ist das Interesse an Mieterstrom tatsächlich groß. Rund 66 Prozent der befragten Mieter könnten sich vorstellen, eigenen Strom vom Dach zu beziehen.

Laut Bundeswirtschaftsministerin Beate Zypries (SPD), würde durch die Förderung von Mieterstrom die Energiewende in die Städte gebracht. Gleichzeitig würden die Mieter an der Energiewende beteiligt. Das Potential liege bei bis zu 3,8 Millionen Wohnungen.

Doch es gibt auch kritische Stimmen. So warnt der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW), dass die Mehrzahl der Mieter vom geplanten Mieterstrommodell nicht profitieren würde. Stattdessen müssten sie dieses über Mehrbelastungen beim Strompreis finanzieren. Die Mieterstrom-Haushalte wären von Netzentgelten befreit und die anderen Haushalte müssten dies dann durch Aufschläge auf ihre Stromrechnung kompensieren. Berechnungen der Bundesregierung zufolge, könnte sich die Zusatzbelastung je Haushalt auf bis zu 24,50 Euro jährlich belaufen.

Auch das Wirtschaftsministerium sieht die neue Förderung kritisch. Fürs Erste sollen dem Ausbau daher enge Grenzen gesetzt werden. So soll der durch Mieterstrommodelle bezuschusste Ausbau nicht mehr als 500 Megawatt im Jahr betragen. Zudem wird der Zuschuss nur so lange gewährt, wie der Ausbaukorridor nicht überschritten wird.

Stadtradeln beendet: Potsdamer Radler haben sechsmal den Äquator umrundet

Potsdam, den 05. Oktober 2017

453 Radlerinnen und Radler haben vom 04. bis 24. September beim Potsdamer Stadtradeln in die Pedale getreten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Insgesamt wurden 255.012 km erradelt. Das entspricht der sechsfachen Länge des Äquators! Umgerrechnet wurden dabei 36.000 kg des schädlichen Treibhausgases CO2 (Kohlenstoffdioxid) vermieden. Die individuelle Bestleistung lag bei 1.055,4 gefahrenen Kilometern.

91 Potsdamer Teams traten bei der Aktion gegeneinander an, darunter die Geschäftsbereiche der Stadtverwaltung, die Stadtwerke, die ProPotsdam GmbH sowie die verschiedenen Fraktionen des Landesparlaments, der ADFC und die Universität Potsdam.

Zu der Aktion hatten die Klimaagentur der Stadtwerke und die Landeshauptstadt Potsdam gemeinschaftlich aufgerufen.

“Unser Ziel war es, so viele Potsdamer wie möglich dazu zu bewegen, dass Auto für drei Wochen stehen zu lassen und auf das Rad umzusteigen. Wir wollten deutlich machen, dass das Fahrrad in der Stadt eine sinnvolle Alternative zum PKW seien kann und welche wichtige Rolle der innerstädtische Verkehr beim Klimaschutz spielt“, erklärt Mathias Kluska, der Leiter der Klimaagentur.

So verursacht beispielsweise ein PKW  je gefahrenem Kilometer rund 142g des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxid (CO2). Ein Fahrrad hingegen verursacht schlimmstenfalls einen Muskelkater beim Fahrer.

Doch das Fahrrad ist nicht nur das umweltfreundlichste Verkehrsmittel: In der Stadt ist es auf Strecken bis fünf Kilometer im Schnitt auch das Schnellste. Staus oder Baustellen machen Radfahrern schließlich wenig aus.

« zurück

 

 

 

Stromeinspeisung in Netze künftig leichter

Potsdam, den 16. Januar 2018

Bauherren und Modernisierer können sich für das Jahr 2018 auf einige Änderungen einstellen, so die Verbraucherzentrale Brandenburg.

Einfacher wird es zum Beispiel, selbst produzierten Ökostrom aus Photovoltaik oder Kraft-Wärme-Kopplung ins Netz einzuspeisen.

Seit Jahresbeginn können neue kleine Energieerzeugungsanlagen mit sogenannten Smart Metern ausgestattet werden. Hierbei handelt es sich um digitale Stromzähler, die Stromverbrauch oder Stromerzeugung ermitteln. Sie speichern die Daten und senden sie an Stromversorger und Netzbetreiber.

Das intelligente Messsystem darf die Kosten pro Messpunkt 60 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Ab 2020 sollen auch Stromverbraucher mit unter 6000 kWh pro Jahr mit Smart Meter ausgestattet werden.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst im Programm "Heizen mit erneuerbaren Energien" Solaranlagen, Wärmepumpenheizungen und Biomasseheizungen".

Um die Förderung zu erhalten müssen Verbraucher ab 2018 einen Förderantrag stellen bevor sie mit der Umsetzung der zu fördernden Maßnahme beginnen", betont Marlis Hopf, Leiterin des Energieprojekts der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Obwohl die EEG-Umlage 2018 leicht fällt, kann es zu Preiserhöhungen kommen. Denn die gleichzeitige Novellierung des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes sieht vor, die Übertragungsnetzentgelte zu vereinheitlichen.

Je nach Stromanbieter kann der Strompreis steigen oder sinken. Dafür wird die Steuerentlastung bei Kraft-Wärmekopplung eingeschränkt.

"Energiesteuern für Gas und Öl werden bei Kraft-Wärmekopplung nur noch nach Abzug der Investitionsbeihilfen rückerstattet", sagt Hopf. Die Steuerentlastung gilt generell nur für hocheffiziente Anlagen mit einem Jahresnutzungsgrad von mindestens 70 Prozent.

Deutliche Verbesserungen bringt die Reform des Bauvertragsrechts. "Bauherren profitieren in mehrfacher Weise von der Neuregelung", so die Verbraucherschützerin.

Angebote können sie damit noch vor Abschluss des Vertrags besser vergleichen, Kredite einfacher beantragen.

Vereinfacht wird der Nachweis, dass Förderbedingungen und öffentlich rechtliche Vorschriften eingehalten wurden.

Darüber hinaus verpflichtet das Bauvertragsrecht die am Bau beteiligten Parteien dazu, die Bauzeit im Bauvertrag verbindlich festzuhalten.

(Quelle: MAZ)